02.03.2021 | Presseinfo Nr. 72

Der Arbeitsmarkt im Kreis Euskirchen Ende Februar 2021

Im Februar stiegen die Arbeitslosenzahlen hauptsächlich saisonbedingt weiter an. Insgesamt waren 6.543 Menschen arbeitslos, das waren 121 oder 1,9 Prozent mehr als im Vormonat. Der Bestand der Arbeitslosen lag mit einem Plus von 1.145 oder 21,2 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats. Die aktuelle Arbeitslosenquote stieg um 0,1 Prozentpunkte und betrug im Februar 6,2 Prozent.
 

  • Arbeitslosenzahlen erwartungsgemäß weiter gestiegen
  • Ende Februar waren 6.543 Menschen aus den Kreis Euskirchen arbeitslos. Das sind 121 oder 1,9 Prozent mehr als im Januar 2021.
  • Die Arbeitslosenquote im Kreis Euskirchen lag bei 6,2 Prozent
  • 990 Zugänge in Arbeitslosigkeit. Zum Vormonat 63 oder 6,0 Prozent weniger Zugänge in Arbeitslosigkeit. Davon erfolgten 466 Zugänge aus Erwerbstätigkeit (-84 oder -15,3 Prozent zum Vormonat)
  • 869 Menschen beendeten ihre Arbeitslosigkeit. Minus 11 oder -1,3 Prozent im Vergleich zum Vormonat. Davon begannen 326 Menschen eine Erwerbstätigkeit (+48 oder +17,3 Prozent zum Vormonat)
  • Zahl der neu gemeldeten Stellen gestiegen. Der Agentur für Arbeit wurden im Februar 347 Arbeitsstellen gemeldet, das sind 156 oder 81,7 Prozent mehr Stellen als im Vormonat und 4 oder 1,2 Prozent mehr als im Februar 2020.

Gesamtentwicklung

Im Februar stiegen die Arbeitslosenzahlen hauptsächlich saisonbedingt weiter an. Insgesamt waren 6.543 Menschen arbeitslos, das waren 121 oder 1,9 Prozent mehr als im Vormonat. Der Bestand der Arbeitslosen lag mit einem Plus von 1.145 oder 21,2 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats. Die aktuelle Arbeitslosenquote stieg um 0,1 Prozentpunkte und betrug im Februar 6,2 Prozent.

Bisher hat der erneute Lockdown nicht zu einem weiteren Einbruch am Arbeitsmarkt geführt. Der Anstieg in diesem Monat ist nicht unbedingt Corona-bedingt, denn einerseits führen in der Regel das Ende der zwei- und dreieinhalbjährige Berufsausbildungen und andererseits Schnee und Eis zu Entlassungen in den sogenannten Außenberufen. „Auch, wenn gerade die Temperaturen den Winter schon wieder fast vergessen machen, so gab es in den vier Wochen vor dem statistischen Zähltag für Februar noch viele kalte Tage, die das Arbeiten in den Außenberufen einschränkten.“, so Rainer Imkamp, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Brühl.
Erwartungsgemäß stieg auch bei der Personengruppe der unter 25-Jährigen die Anzahl der Arbeitslosen um 90 Personen auf nun 606 junge Menschen an, ein Anstieg um 12,2 Prozent im Vergleich zum Vormonat. Verglichen mit dem Vorjahresmonat stieg die Arbeitslosigkeit bei den jungen Erwachsenen um 24,9 Prozent an, dieser Anstieg hingegen ist durchaus der Corona-Pandemie geschuldet. „Von den jungen Arbeitslosen wird ein Großteil nach dem Lockdown, auch durch unsere Hilfe, wieder einen neuen Job finden. Für Unternehmen ist jetzt die beste Gelegenheit, gut ausgebildete Fachkräfte zu gewinnen. Denn nach der Krise werden wir wieder über zukünftige Fachkräfteengpässe sprechen “, so Imkamp weiter.
Vom 15. bis 19. März 2021 findet zum achten Mal die bundesweite „Woche der Ausbildung“ statt. Ziel dieser Woche ist, jungen Menschen und Arbeitgebern die Attraktivität einer beruflichen Ausbildung zu zeigen. „Wir möchten jungen Menschen den Weg in die duale Ausbildung erleichtern und bieten in der Aktionswoche unterschiedliche Online-Veranstaltungen an. Online-Bewerbungstraining, freie Beratungstage und auch eine Elternhotline sind im Programm“, empfiehlt Imkamp den Jugendlichen.
Nähere Informationen zu den Angeboten der Arbeitsagentur Brühl unter
https://www.arbeitsagentur.de/vor-ort/bruehl/wda

Jugendliche, die eine Ausbildungsstelle für 2021/2022 suchen, können sich jetzt bereits über die Hotline für Jugendliche: 02251/797979 bei der Berufsberatung melden und hier direkt mit einem Berufsberater/-in sprechen.
Arbeitgeber, die noch offenen Ausbildungsstellen anbieten möchten, können dies schnell und unkompliziert über die kostenfreie Arbeitgeber-Hotline 0800 4 5555 20 tun.

Konjunkturelle Kurzarbeit
Für den Januar 2021 legte die Statistik nun die endgültigen Daten zu den Anzeigen und betroffenen Personen vor. Danach zeigten im Januar insgesamt 178 Unternehmen aus dem Kreis Euskirchen Kurzarbeit an. Im Januar 2020 waren es weniger als drei (für weniger als drei darin aufgeführte Personen). In den Anzeigen wurden der Arbeitsagentur für Januar 2021 insgesamt 1.547 Personen genannt.
Für den Februar 2021 erfasste die Statistik vorläufige Zahlen für den Zeitraum 01. Februar bis 24. Februar 2021. Demzufolge zeigten im Februar insgesamt 85 Unternehmen Kurzarbeit an. In den Anzeigen wurden für Februar voraussichtlich insgesamt 338 Personen genannt.
*Die Betriebe müssen vor Beginn von Kurzarbeit eine schriftliche Anzeige bei der zuständigen Agentur für Arbeit (Betriebssitz) erstatten; dies hat spätestens bis zum Ende des Monats zu erfolgen, für den erstmalig Leistungen bezogen werden sollen. Für Saison-Kurzarbeit gibt es keine Anzeigepflicht mehr. Anzeigen sind nur noch für konjunkturelle Kurzarbeit (§ 96 SGB III) sowie für Transferkurzarbeit (§ 111 SGB III) abzugeben.
Nach Bewilligung der Anzeige durch die Agentur für Arbeit kann der Betrieb für jeden Kalendermonat, in dem Kurzarbeit stattfand, einen Antrag auf Kurzarbeitergeld stellen; dies hat innerhalb einer Ausschlussfrist von drei Kalendermonaten zu erfolgen. Die für die Zahlung notwendigen Angaben werden in einer Abrechnungsliste vermerkt, die durch die Agentur für Arbeit anschließend dahingehend geprüft wird, ob ein Leistungsanspruch besteht, bewilligt und ausgezahlt werden kann.

Unterbeschäftigung
Insgesamt konnten 7.577 Menschen aus dem Kreis Euskirchen zum Zähltag im Februar keiner regulären Beschäftigung nachgehen (sogenannte Unterbeschäftigung*). Damit lag die Zahl der Menschen ohne Beschäftigung mit 99 oder 1,3 Prozent über dem Wert des Vormonats und um 648 oder 9,4 Prozent über dem des Vorjahresmonats. Der Entlastungseffekt durch arbeitsmarktpolitische Aktivitäten ist weiterhin beachtlich. Ohne die Entlastung hätte die Arbeitslosenquote im Kreis Euskirchen im Februar bei 7,1 anstatt bei 6,2 Prozent gelegen.
*) Der Begriff der Unterbeschäftigung erweitert den Begriff der Arbeitslosigkeit und bildet das Defizit an regulärer Beschäftigung umfassender ab. Zusätzlich zu den registrierten Arbeitslosen zählt die Statistik der Bundesagentur für Arbeit zur Unterbeschäftigung die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in bestimmten arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen (z.B. Berufliche Weiterbildung, Arbeitsgelegenheiten oder in Aktivierungs- und berufliche Eingliederung) sowie Personen in bestimmten rechtlichen Sonderstatus (z.B. Vorruhestandsähnliche Regelungen, Arbeitsunfähigkeit). Würden diese Personen nicht an der jeweiligen Maßnahme teilnehmen oder unter den jeweiligen Sonderstatus fallen, läge die Arbeitslosigkeit entsprechend höher. Die ausgewiesenen Daten zur Unterbeschäftigung sind vorläufig und hochgerechnet.

Arbeitslosigkeit nach Rechtskreisen
In der Arbeitslosenversicherung (SGB III) wurden im Vergleich zum Vormonat insgesamt 44 oder 1,5 Prozent mehr Arbeitslose aus dem Kreis Euskirchen gezählt. Insgesamt betreut die Brühler Arbeitsagentur damit aktuell 2.918 Kunden aus dem Kreis Euskirchen. Im Vergleich zum Vorjahr wurden 587 oder 25,2 Prozent mehr Arbeitslose verzeichnet.

Die Zahl der vom Jobcenter EU-aktiv (gemeinsame Einrichtung des Kreis Euskirchenes und der Arbeitsagentur) betreuten Arbeitslosen in der Grundsicherung (SGB II) ist im Februar um 77 oder 2, Prozent gestiegen. Aktuell sind 3.625 Frauen und Männer beim Jobcenter EU-aktiv arbeitslos gemeldet. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Zahl um 558 oder 18,2 Prozent gestiegen.

Arbeitslosenquote
Die Arbeitslosenquote auf Basis aller zivilen Erwerbspersonen stieg im Februar um 0,1 Prozentpunkte und beträgt aktuell 6,2 Prozent. Im Februar 2020 betrug die Arbeitslosenquote im Kreis Euskirchen noch 5,0 Prozent.

Arbeitslosmeldungen und Arbeitsaufnahmen
Im Februar meldeten sich 990 Männer und Frauen arbeitslos, 63 oder 6,0 Prozent weniger als im Vormonat und 232 oder 19,0 Prozent weniger als im gleichen Monat des Vorjahres. Die Zahl der Personen, die sich unmittelbar nach Verlust ihres Arbeitsplatzes arbeitslos meldeten, betrug Quote bei 6,2 Prozent im aktuellen Monat 466, das sind 84 oder 15,3 Prozent weniger als im Vormonat (zum Vorjahr: -6 oder -1,3 Prozent). Bis zum Zähltag im Februar meldeten sich insgesamt 262 Personen nach einer Ausbildung oder sonstigen Maßnahme arbeitslos. Im Vergleich zum Vormonat wurden hier 116 oder 79,5 Prozent mehr gezählt (zum Vorjahr: -141 oder -35,0 Prozent).

Den im Februar arbeitslos gewordenen Menschen standen im gleichen Zeitraum 2.608 Männer und Frauen gegenüber, die ihre Arbeitslosigkeit beenden konnten, 148 oder 6,0 Prozent mehr als im letzten Monat aber 832 oder 24,2 Prozent weniger als im Vorjahresmonat. 933 Personen und damit 126 oder 15,6 Prozent mehr als im letzten Monat (-86 oder -8,4 Prozent zum Vorjahresmonat) nahmen eine abhängige Beschäftigung auf. Insgesamt 607 Menschen (+92 oder +17,9 Prozent zum Vormonat; -286 oder -32,0 Prozent zum Vorjahresmonat) begannen eine Ausbildung oder sonstige Maßnahme.

Veränderung der Arbeitslosigkeit nach Personengruppen

Junge Arbeitslose unter 25 Jahren
Die Arbeitslosigkeit in der Altersgruppe der 15 bis unter 25 Jahre jungen Menschen stieg auf 606. Davon entfielen 306 auf die Arbeitslosenversicherung (SGB III) und 300 auf die Grundsicherung (SGB II). Das waren 66 oder 12,2 Prozent mehr als im Vormonat (Veränderung SGB III zum Vormonat: +63 oder +25,9 Prozent, SGB II: +3 oder -1,0 Prozent). Im Vergleich zum Vorjahresmonat ist die Zahl der arbeitslosen Jugendlichen unter 25 Jahren um 121 oder +24,9 Prozent gestiegen (Veränderung SGB III zum Vorjahresmonat: +83 oder +37,2 Prozent, SGB II: +38 oder +14,5 Prozent).

Langzeitarbeitslose
Insgesamt 2.544 (davon SGB III: 549, SGB II: 1.995) Menschen waren länger als zwölf Monate ohne Beschäftigung; +43 oder +1,7 Prozent zum Vormonat (davon SGB III: -21 oder -3,7 Prozent, SGB II: +64 oder +3,3 Prozent). Im Vergleich zum Vorjahresmonat wurden 655 oder 34,7 Prozent (SGB III: +190 oder +52,9 Prozent, SGB II: +465 oder +30,4 Prozent) mehr Langzeitarbeitslose gezählt.

Ältere Arbeitslose
Insgesamt 2.356 (davon SGB III: 1.325, SGB II: 1.031) ältere Menschen über 50 Jahre waren im Februar im Kreis Euskirchen arbeitslos gemeldet. Die Betroffenheit stieg gegenüber dem Vormonat um 10 oder 0,4 Prozent (SGB III: -22 oder -1,6 Prozent, SGB II: +32 oder +3,2 Prozent). Das sind 372 oder 18,8 Prozent ältere Männer und Frauen mehr als im letzten Jahr (SGB III: +186 oder +16,3 Prozent, SGB II: +186 oder +22,0 Prozent).

Stellenangebote
Arbeitgeber meldeten im Februar 347 neue Arbeitsstellen, das waren 156 oder 81,7 Prozent mehr als im letzten Monat und 4 oder 1,2 Prozent mehr als vor einem Jahr. Derzeit hat die Agentur für Arbeit Brühl 1.396 Arbeitsstellen aus dem Kreis Euskirchen im Bestand, gegenüber dem letzten Monat ist dies ein Plus von 4 oder 0,3 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahresmonat gab es 135 Stellen weniger (-8,8 Prozent).

Aktive Arbeitsmarktpolitik
321 Menschen bereiteten sich durch die Teilnahme an einer beruflichen Weiterbildung auf eine Beschäftigung im ersten Arbeitsmarkt vor, keine Veränderung zum Vormonat. Im Vergleich zum Vorjahresmonat waren dies -83 oder -20,5 Prozent. 167 Menschen nahmen an Maßnahmen zur Aktivierung und beruflichen Eingliederung teil (+12 oder +8,6 Prozent zum Vormonat, -149 oder -47,2 Prozent zum Vorjahresmonat), 162 Menschen wurden in ihrer Aufnahme einer Erwerbstätigkeit gefördert (-8 oder -4,7 Prozent gegenüber Vormonat und -37 oder -18,6 Prozent zum Vorjahresmonat).

Pressesprecher der Agentur für Arbeit Brühl

Frau Nicole Cuvelier