31.03.2021 | Presseinfo Nr. 74

Der Arbeitsmarkt im Rhein-Erft-Kreis Ende März 2021

Im März sanken die Arbeitslosenzahlen saisonbedingt leicht. Insgesamt waren 18.804 Menschen arbeitslos, das waren 284 oder 1,5 Prozent weniger als im Vormonat. Der Bestand der Arbeitslosen lag mit einem Plus von 2.986 oder 18,9 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats. Die aktuelle Arbeitslosenquote sank um 0,1 Prozentpunkte und betrug im März 7,3 Prozent.

• Arbeitslosenzahlen leicht gesunken

• Ende März waren 18.804 Menschen aus den Rhein-Erft-Kreis arbeitslos. Das sind 284 oder 1,5 Prozent weniger als im Februar 2021.

• Die Arbeitslosenquote im Rhein-Erft-Kreis lag bei 7,3 Prozent 

• 2.456 Zugänge in Arbeitslosigkeit. Zum Vormonat 384 oder 13,5 Prozent weniger Zugänge in Arbeitslosigkeit. Davon erfolgten 982 Zugänge aus Erwerbstätigkeit  (-306 oder -23,8 Prozent zum Vormonat)

• 2.718 Menschen beendeten ihre Arbeitslosigkeit. Plus 110 oder +4,2 Prozent im Vergleich zum Vormonat. Davon begannen 1.012 Menschen eine Erwerbstätigkeit (+79 oder +8,5 Prozent zum Vormonat)

• Zahl der neu gemeldeten Stellen gestiegen. Der Agentur für Arbeit wurden im März 749 Arbeitsstellen gemeldet, das sind 37 oder 4,7 Prozent weniger Stellen als im Vormonat aber 117 oder 18,5 Prozent mehr als im März 2020.

Gesamtentwicklung

Im März sanken die Arbeitslosenzahlen saisonbedingt leicht. Insgesamt waren 18.804 Menschen arbeitslos, das waren 284 oder 1,5 Prozent weniger als im Vormonat. Der Bestand der Arbeitslosen lag mit einem Plus von 2.986 oder 18,9 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats. Die aktuelle Arbeitslosenquote sank um 0,1 Prozentpunkte und betrug im März 7,3 Prozent.

„Die Arbeitslosenzahlen im März sind leicht gesunken. Wir sehen also eine beginnende Frühjahresbelebung. Angesichts der dritten Welle, in der wir uns aktuell befinden, rechne ich jedoch auch in diesem Jahr mit keiner allzu großen Belebung am Arbeitsmarkt, ich hege aber die Hoffnung, dass wir auch keine großen Einbrüche zu befürchten haben“, so Rainer Imkamp, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Brühl.

Auch der „Corona-Effekt“, also die im Vergleich zum Vorjahr im Zuge der Corona-Pandemie zusätzlich entstandene Arbeitslosigkeit, nahm im März ab. Im März waren im Rhein-Erft-Kreis 2.986 Menschen mehr arbeitslos als vor einem Jahr. Das waren 18,9 Prozent – ein Prozentpunkt weniger als noch im Februar. Auswirkungen der Pandemie zeigten sich weiter bei der Arbeitskräftenachfrage. Denn anders als für das Frühjahr zu erwarten war, sank die Zahl der neu gemeldeten Stellen im Zugang, aber nur leicht, um 4,7 Prozent oder 37 auf einen Zugang von rund 750 Stellen. Das ist immer noch auf einem stabilen, aber niedrigen Niveau. Der Bestand lag mit 3.433 Stellen gut 15 Prozent oder 600 Stellen unter dem des Vorjahres.

„Seit mehr als einem Jahr lebt Deutschland und der Rest der Welt mit der Corona-Pandemie. Nach über zwölf Monaten sind wir immer noch im Krisenmodus, denn einen Masterplan zur Bewältigung dieser Krise hat leider niemand. Umso wichtiger ist es - auch für uns als Bundesagentur für Arbeit - die richtigen Weichen zu stellen. Mehr denn je, werden wir und unsere Leistungen gebraucht. Dieser Verantwortung sind wir uns bewusst. Dass der Arbeitsmarkt im Rhein-Erft-Kreis bzw. bundesweit angesichts der größten Krise der Nachkriegsgeschichte insgesamt vergleichsweise stabil und widerstandsfähig geblieben ist, verdanken wir vor allem der Kurzarbeit“, so Imkamp weiter. „Auch, wenn wir aktuell unseren Fokus darauf richten, die Unternehmen mit der schnellen Auszahlung des Kurzarbeitergeldes zu unterstützen und unseren arbeitslosen Kundinnen und Kunden auch kontaktlos ein möglichst großes Dienstleistungsportfolio anbieten zu können, so haben wir die zukünftigen Herausforderungen fest im Blick. Denn nach der Pandemie werden wir wieder zunehmend über den Fachkräftebedarf sprechen“, ist sich Imkamp sicher.  Der Appell des Arbeitsmarktexperten an die Unternehmen ist deutlich: „Auch die Unternehmen müssen schon jetzt die richtigen Weichen stellen. Mit der Qualifizierung ihrer Beschäftigten und der Ausbildung des eigenen Fachkräftenachwuchses tun sie gut daran, Fachkräfteengpässe zu vermeiden.“ Die Arbeitsagentur Brühl könne hierbei finanziell unterstützen. 

Eine Herausforderung sieht Imkamp in der wachsenden Zahl der Langzeitarbeitslosen im Rhein-Erft-Kreis. Im Vergleich zum Vorjahr ist ihre Zahl um rund 2.033 Personen gestiegen. Insgesamt sind jetzt rund 7.863 Menschen länger als ein Jahr arbeitslos. Aktuell nehme die Langzeitarbeitslosigkeit aus zwei Gründen zu: „Zum einen, da Menschen, die kurz vor dem Beginn der Pandemie arbeitslos geworden sind, im vergangenen Jahr schlechtere Chancen hatten, schnell wieder eine neue Arbeit zu finden. Sie bleiben jetzt länger arbeitslos als dies vor Corona vielleicht der Fall gewesen wäre. Zum anderen konnten in den vergangenen Jahren auch viele zuvor langzeitarbeitslose Menschen wieder in das Arbeitsleben einsteigen. Die Nachfrage nach Arbeitskräften war gut und wir konnten mit Qualifizierungsmaßnahmen auch viele Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer erfolgreich unterstützen. Das fällt derzeit schwerer. Wir haben gute Förderangebote, die sich in den vergangenen Jahren bewährt haben; Bildungsanbieter haben schnell auf die Einschränkungen reagiert und ihre Angebote auch auf alternativen Durchführungsformen umgestellt. Für alle, jede und jeden, die sich weiterbilden wollen, finden wir das passende Angebot!“ Hier würde die BA, nach Aussage des Leiters der Arbeitsagentur Brühl, auch noch einmal intensiver investieren.

Konjunkturelle Kurzarbeit

Für den Februar 2021 legte die Statistik nun die endgültigen Daten zu den Anzeigen und betroffenen Personen vor. Danach zeigten im Februar insgesamt 247 Unternehmen aus dem Rhein-Erft-Kreis Kurzarbeit an. Im Februar 2019 waren es weniger als drei (für weniger als drei darin aufgeführte Personen). In den Anzeigen wurden der Arbeitsagentur für Februar 2021 insgesamt 3.042 Personen genannt.

Für den März 2021 erfasste die Statistik vorläufige Zahlen für den Zeitraum 01. März bis 25. März 2021. Demzufolge zeigten im März insgesamt 63 Unternehmen Kurzarbeit an. In den Anzeigen wurden für März voraussichtlich insgesamt 435 Personen genannt. 

*Die Betriebe müssen vor Beginn von Kurzarbeit eine schriftliche Anzeige bei der zuständigen Agentur für Arbeit (Betriebssitz) erstatten; dies hat spätestens bis zum Ende des Monats zu erfolgen, für den erstmalig Leistungen bezogen werden sollen. Für Saison-Kurzarbeit gibt es keine Anzeigepflicht mehr. Anzeigen sind nur noch für konjunkturelle Kurzarbeit (§ 96 SGB III) sowie für Transferkurzarbeit (§ 111 SGB III) abzugeben.

Nach Bewilligung der Anzeige durch die Agentur für Arbeit kann der Betrieb für jeden Kalendermonat, in dem Kurzarbeit stattfand, einen Antrag auf Kurzarbeitergeld stellen; dies hat innerhalb einer Ausschlussfrist von drei Kalendermonaten zu erfolgen. Die für die Zahlung notwendigen Angaben werden in einer Abrechnungsliste vermerkt, die durch die Agentur für Arbeit anschließend dahingehend geprüft wird, ob ein Leistungsanspruch besteht, bewilligt und ausgezahlt werden kann  

Unterbeschäftigung

Insgesamt konnten 22.253 Menschen aus dem Rhein-Erft-Kreis zum Zähltag im März keiner regulären Beschäftigung nachgehen (sogenannte Unterbeschäftigung*). Damit lag die Zahl der Menschen ohne Beschäftigung mit 289 oder 1,3 Prozent unter dem Wert des Vormonats und um 2.321 oder +11,6 Prozent über dem des Vorjahresmonats. Der Entlastungseffekt durch arbeitsmarktpolitische Aktivitäten ist weiterhin beachtlich. Ohne die Entlastung hätte die Arbeitslosenquote im Rhein-Erft-Kreis im März bei 8,5 anstatt bei 7,3 Prozent gelegen.

*) Der Begriff der Unterbeschäftigung erweitert den Begriff der Arbeitslosigkeit und bildet das Defizit an regulärer Beschäftigung umfassender ab. Zusätzlich zu den registrierten Arbeitslosen zählt die Statistik der Bundesagentur für Arbeit zur Unterbeschäftigung die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in bestimmten arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen (z.B. Berufliche Weiterbildung, Arbeitsgelegenheiten oder in Aktivierungs- und berufliche Eingliederung) sowie Personen in bestimmten rechtlichen Sonderstatus (z.B. Vorruhestandsähnliche Regelungen, Arbeitsunfähigkeit). Würden diese Personen nicht an der jeweiligen Maßnahme teilnehmen oder unter den jeweiligen Sonderstatus fallen, läge die Arbeitslosigkeit entsprechend höher. Die ausgewiesenen Daten zur Unterbeschäftigung sind vorläufig und hochgerechnet.

Arbeitslosigkeit nach Rechtskreisen

In der Arbeitslosenversicherung (SGB III) wurden im Vergleich zum Vormonat insgesamt 397 oder 4,9 Prozent weniger Arbeitslose aus dem Rhein-Erft-Kreis gezählt. Insgesamt betreut die Brühler Arbeitsagentur damit aktuell 7.688 Kunden aus dem Rhein-Erft-Kreis. Im Vergleich zum Vorjahr wurden 1.879 oder +32,3 Prozent mehr Arbeitslose verzeichnet. 

Die Zahl der vom Jobcenter Rhein-Erft (gemeinsame Einrichtung des Rhein-Erft-Kreises und der Arbeitsagentur) betreuten Arbeitslosen in der Grundsicherung (SGB II) ist im März um 113 oder 1,0 Prozent gestiegen. Aktuell sind 11.116 Frauen und Männer beim Jobcenter Rhein-Erft arbeitslos gemeldet. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Zahl um 1.107 oder 11,1 Prozent gestiegen.

Arbeitslosenquote

Die Arbeitslosenquote auf Basis aller zivilen Erwerbspersonen sank im März um 0,1 Prozentpunkte und beträgt aktuell 7,3 Prozent. Im März 2020 betrug die Arbeitslosenquote im Rhein-Erft-Kreis noch 6,2 Prozent. 

Arbeitslosmeldungen und Arbeitsaufnahmen 

Im März meldeten sich 2.456 Männer und Frauen arbeitslos, 384 oder 13,5 Prozent weniger als im Vormonat und 688 oder 21,9 Prozent weniger als im gleichen Monat des Vorjahres. Die Zahl der Personen, die sich unmittelbar nach Verlust ihres Arbeitsplatzes arbeitslos meldeten, betrug im aktuellen Monat 982, das sind 306 oder 23,8 Prozent weniger als im Vormonat (zum Vorjahr: -230 oder -19,0 Prozent). Bis zum Zähltag im März meldeten sich insgesamt 658 Personen nach einer Ausbildung oder sonstigen Maßnahme arbeitslos. Im Vergleich zum Vormonat wurden hier 51 oder 8,4 Prozent mehr gezählt (zum Vorjahr: -70 oder -9,6 Prozent).

Den im März arbeitslos gewordenen Menschen standen im gleichen Zeitraum 2.718 Männer und Frauen gegenüber, die ihre Arbeitslosigkeit beenden konnten, 110 oder 4,2 Prozent mehr als im letzten Monat aber 400 oder 12,8 Prozent weniger als im Vorjahresmonat. 1.012 Personen und damit 79 oder 8,5 Prozent mehr als im letzten Monat (+18 oder +1,8 Prozent zum Vorjahresmonat) nahmen eine abhängige Beschäftigung auf. Insgesamt 658 Menschen (+51 oder +8,4 Prozent zum Vormonat; -70 oder -9,6 Prozent zum Vorjahresmonat) begannen eine Ausbildung oder sonstige Maßnahme. 

Veränderung der Arbeitslosigkeit nach Personengruppen

Junge Arbeitslose unter 25 Jahren

Die Arbeitslosigkeit in der Altersgruppe der 15 bis unter 25 Jahre jungen Menschen sank auf 1.632. Davon entfielen 843 auf die Arbeitslosenversicherung (SGB III) und 789 auf die Grundsicherung (SGB II). Das waren 58 oder 3,4 Prozent weniger als im Vormonat (Veränderung SGB III zum Vormonat: -48 oder -5,4 Prozent, SGB II: -10 oder -1,3 Prozent). Im Vergleich zum Vorjahresmonat ist die Zahl der arbeitslosen Jugendlichen unter 25 Jahren um 210 oder +14,8 Prozent gestiegen (Veränderung SGB III zum Vorjahresmonat: +258 oder +44,1 Prozent, SGB II: -48 oder -5,7 Prozent).

Langzeitarbeitslose

Insgesamt 7.863 (davon SGB III: 1.312, SGB II: 6.551) Menschen waren länger als zwölf Monate ohne Beschäftigung; +102 oder +1,3 Prozent zum Vormonat (davon SGB III: -70 oder -5,1 Prozent, SGB II: +172 oder +2,7 Prozent). Im Vergleich zum Vorjahresmonat wurden 2.033 oder 34,9 Prozent (SGB III: +648 oder +97,6 Prozent, SGB II: +1.385 oder +26,8 Prozent) mehr Langzeitarbeitslose gezählt.

Ältere Arbeitslose 

Insgesamt 6.470 (davon SGB III: 3.059, SGB II: 3.411) ältere Menschen über 50 Jahre waren im März im Rhein-Erft-Kreis arbeitslos gemeldet. Die Betroffenheit sank gegenüber dem Vormonat um 66 oder 1,0 Prozent (SGB III: -124 oder -3,9 Prozent, SGB II: +58 oder +1,7 Prozent). Das sind 1.090 oder 20,3 Prozent ältere Männer und Frauen mehr als im letzten Jahr (SGB III: +678 oder +28,5 Prozent, SGB II: +412 oder +13,7 Prozent). 

Stellenangebote 

Arbeitgeber meldeten im März 749 neue Arbeitsstellen, das waren 37 oder 4,7 Prozent weniger als im letzten Monat aber 117 oder 18,5 Prozent mehr als vor einem Jahr. Derzeit hat die Agentur für Arbeit Brühl 3.433 Arbeitsstellen aus dem Rhein-Erft-Kreis im Bestand, gegenüber dem letzten Monat ist dies ein Plus von 186 oder 5,7 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahresmonat gab es 600 Stellen weniger (-14,9 Prozent). 

Aktive Arbeitsmarktpolitik

931 Menschen bereiteten sich durch die Teilnahme an einer beruflichen Weiterbildung auf eine Beschäftigung im ersten Arbeitsmarkt vor, +41 oder +4,6 Prozent zum Vormonat. Im Vergleich zum Vorjahresmonat waren dies +33 oder +3,7 Prozent. 1.031 Menschen nahmen an Maßnahmen zur Aktivierung und beruflichen Eingliederung teil (+112 oder +12,2 Prozent zum Vormonat, +42 oder +4,2 Prozent zum Vorjahresmonat), 416 Menschen wurden in ihrer Aufnahme einer Erwerbstätigkeit gefördert (+22 oder +5,6 Prozent gegenüber Vormonat und -2 oder -0,5 Prozent zum Vorjahresmonat).