31.03.2021 | Presseinfo Nr. 75

Der Arbeitsmarkt im Kreis Euskirchen Ende März 2021

Im März sanken die Arbeitslosenzahlen saisonbedingt leicht. Insgesamt waren 6.499 Menschen arbeitslos, das waren 44 oder 0,7 Prozent weniger als im Vormonat. Der Bestand der Arbeitslosen lag mit einem Plus von 1.072 oder 19,8 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats. Die aktuelle Arbeitslosenquote sank um 0,1 Prozentpunkte und betrug im März 6,1 Prozent.

• Arbeitslosenzahlen leicht gesunken

• Ende März waren 6.499 Menschen aus den Kreis Euskirchen arbeitslos. Das sind 44 oder 0,7 Prozent weniger als im Februar 2021.

• Die Arbeitslosenquote im Kreis Euskirchen lag bei 6,1 Prozent 

• 888 Zugänge in Arbeitslosigkeit. Zum Vormonat 102 oder 10,3 Prozent weniger Zugänge in Arbeitslosigkeit. Davon erfolgten 427 Zugänge aus Erwerbstätigkeit  (-39 oder -8,4 Prozent zum Vormonat)

• 955 Menschen beendeten ihre Arbeitslosigkeit. Plus 86 oder +9,9 Prozent im Vergleich zum Vormonat. Davon begannen 359 Menschen eine Erwerbstätigkeit (+33 oder +10,1 Prozent zum Vormonat)

• Zahl der neu gemeldeten Stellen gestiegen. Der Agentur für Arbeit wurden im März 264 Arbeitsstellen gemeldet, das sind 83 oder 23,9 Prozent weniger Stellen als im Vormonat und 53 oder 16,7 Prozent weniger als im März 2020.

Gesamtentwicklung

Im März sanken die Arbeitslosenzahlen saisonbedingt leicht. Insgesamt waren 6.499 Menschen arbeitslos, das waren 44 oder 0,7 Prozent weniger als im Vormonat. Der Bestand der Arbeitslosen lag mit einem Plus von 1.072 oder 19,8 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats. Die aktuelle Arbeitslosenquote sank um 0,1 Prozentpunkte und betrug im März 6,1 Prozent.

„Die Arbeitslosenzahlen im März sind leicht gesunken. Wir sehen also eine beginnende Frühjahresbelebung. Angesichts der dritten Welle, in der wir uns aktuell befinden, rechne ich jedoch auch in diesem Jahr mit keiner allzu großen Belebung am Arbeitsmarkt, ich hege aber die Hoffnung, dass wir auch keine großen Einbrüche zu befürchten haben“, so Rainer Imkamp, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Brühl.

Auch der „Corona-Effekt“, also die im Vergleich zum Vorjahr im Zuge der Corona-Pandemie zusätzlich entstandene Arbeitslosigkeit, nahm im März ab. Im März waren im Kreis Euskirchen 1.072 Menschen mehr arbeitslos als vor einem Jahr. Das waren 19,8 Prozent – ein 1,4 Prozentpunkte weniger als noch im Februar. Auswirkungen der Pandemie zeigten sich weiter bei der Arbeitskräftenachfrage. Denn anders als für das Frühjahr zu erwarten war, sank die Zahl der neu gemeldeten Stellen im Zugang um 23,9 Prozent oder 83 auf einen Zugang von 264 Stellen. Das ist immer noch auf einem stabilen, aber niedrigen Niveau. Der Bestand lag mit 1.348 Stellen 8 Prozent oder beinahe 120 Stellen unter dem des Vorjahres.

„Seit mehr als einem Jahr lebt Deutschland und der Rest der Welt mit der Corona-Pandemie. Nach über zwölf Monaten sind wir immer noch im Krisenmodus, denn einen Masterplan zur Bewältigung dieser Krise hat leider niemand. Umso wichtiger ist es - auch für uns als Bundesagentur für Arbeit - die richtigen Weichen zu stellen. Mehr denn je, werden wir und unsere Leistungen gebraucht. Dieser Verantwortung sind wir uns bewusst. Dass der Arbeitsmarkt im Kreis Euskirchen bzw. bundesweit angesichts der größten Krise der Nachkriegsgeschichte insgesamt vergleichsweise stabil und widerstandsfähig geblieben ist, verdanken wir vor allem der Kurzarbeit“, so Imkamp weiter. „Auch, wenn wir aktuell unseren Fokus darauf richten, die Unternehmen mit der schnellen Auszahlung des Kurzarbeitergeldes zu unterstützen und unseren arbeitslosen Kundinnen und Kunden auch kontaktlos ein möglichst großes Dienstleistungsportfolio anbieten zu können, so haben wir die zukünftigen Herausforderungen fest im Blick. Denn nach der Pandemie werden wir wieder zunehmend über den Fachkräftebedarf sprechen“, ist sich Imkamp sicher.  Der Appell des Arbeitsmarktexperten an die Unternehmen ist deutlich: „Auch die Unternehmen müssen schon jetzt die richtigen Weichen stellen. Mit der Qualifizierung ihrer Beschäftigten und der Ausbildung des eigenen Fachkräftenachwuchses tun sie gut daran, Fachkräfteengpässe zu vermeiden.“ Die Arbeitsagentur Brühl könne hierbei finanziell unterstützen. 

Eine Herausforderung sieht Imkamp in der wachsenden Zahl der Langzeitarbeitslosen im Kreis Euskirchen. Im Vergleich zum Vorjahr ist ihre Zahl um rund 705 Personen gestiegen. Insgesamt sind jetzt rund 2.580 Menschen länger als ein Jahr arbeitslos. Aktuell nehme die Langzeitarbeitslosigkeit aus zwei Gründen zu: „Zum einen, da Menschen, die kurz vor dem Beginn der Pandemie arbeitslos geworden sind, im vergangenen Jahr schlechtere Chancen hatten, schnell wieder eine neue Arbeit zu finden. Sie bleiben jetzt länger arbeitslos als dies vor Corona vielleicht der Fall gewesen wäre. Zum anderen konnten in den vergangenen Jahren auch viele zuvor langzeitarbeitslose Menschen wieder in das Arbeitsleben einsteigen. Die Nachfrage nach Arbeitskräften war gut und wir konnten mit Qualifizierungsmaßnahmen auch viele Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer erfolgreich unterstützen. Das fällt derzeit schwerer. Wir haben gute Förderangebote, die sich in den vergangenen Jahren bewährt haben; Bildungsanbieter haben schnell auf die Einschränkungen reagiert und ihre Angebote auch auf alternativen Durchführungsformen umgestellt. Für alle, jede und jeden, die sich weiterbilden wollen, finden wir das passende Angebot!“ Hier würde die BA, nach Aussage des Leiters der Arbeitsagentur Brühl, auch noch einmal intensiver investieren.

Konjunkturelle Kurzarbeit

Für den Februar 2021 legte die Statistik nun die endgültigen Daten zu den Anzeigen und betroffenen Personen vor. Danach zeigten im Februar insgesamt 90 Unternehmen aus dem Kreis Euskirchen Kurzarbeit an. Im Februar 2019 waren es weniger als drei (für weniger als drei darin aufgeführte Personen). In den Anzeigen wurden der Arbeitsagentur für Februar 2021 insgesamt 553 Personen genannt.

Für den März 2021 erfasste die Statistik vorläufige Zahlen für den Zeitraum 01. März bis 25. März 2021. Demzufolge zeigten im März insgesamt 19 Unternehmen Kurzarbeit an. In den Anzeigen wurden für März voraussichtlich insgesamt 67 Personen genannt. 

*Die Betriebe müssen vor Beginn von Kurzarbeit eine schriftliche Anzeige bei der zuständigen Agentur für Arbeit (Betriebssitz) erstatten; dies hat spätestens bis zum Ende des Monats zu erfolgen, für den erstmalig Leistungen bezogen werden sollen. Für Saison-Kurzarbeit gibt es keine Anzeigepflicht mehr. Anzeigen sind nur noch für konjunkturelle Kurzarbeit (§ 96 SGB III) sowie für Transferkurzarbeit (§ 111 SGB III) abzugeben.

Nach Bewilligung der Anzeige durch die Agentur für Arbeit kann der Betrieb für jeden Kalendermonat, in dem Kurzarbeit stattfand, einen Antrag auf Kurzarbeitergeld stellen; dies hat innerhalb einer Ausschlussfrist von drei Kalendermonaten zu erfolgen. Die für die Zahlung notwendigen Angaben werden in einer Abrechnungsliste vermerkt, die durch die Agentur für Arbeit anschließend dahingehend geprüft wird, ob ein Leistungsanspruch besteht, bewilligt und ausgezahlt werden kann  

Unterbeschäftigung

Insgesamt konnten 7.564 Menschen aus dem Kreis Euskirchen zum Zähltag im März keiner regulären Beschäftigung nachgehen (sogenannte Unterbeschäftigung*). Damit lag die Zahl der Menschen ohne Beschäftigung mit 6 oder 0,1 Prozent unter dem Wert des Vormonats und um 666 oder +9,7 Prozent über dem des Vorjahresmonats. Der Entlastungseffekt durch arbeitsmarktpolitische Aktivitäten ist weiterhin beachtlich. Ohne die Entlastung hätte die Arbeitslosenquote im Kreis Euskirchen im März bei 7,1 anstatt bei 6,1 Prozent gelegen.

*) Der Begriff der Unterbeschäftigung erweitert den Begriff der Arbeitslosigkeit und bildet das Defizit an regulärer Beschäftigung umfassender ab. Zusätzlich zu den registrierten Arbeitslosen zählt die Statistik der Bundesagentur für Arbeit zur Unterbeschäftigung die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in bestimmten arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen (z.B. Berufliche Weiterbildung, Arbeitsgelegenheiten oder in Aktivierungs- und berufliche Eingliederung) sowie Personen in bestimmten rechtlichen Sonderstatus (z.B. Vorruhestandsähnliche Regelungen, Arbeitsunfähigkeit). Würden diese Personen nicht an der jeweiligen Maßnahme teilnehmen oder unter den jeweiligen Sonderstatus fallen, läge die Arbeitslosigkeit entsprechend höher. Die ausgewiesenen Daten zur Unterbeschäftigung sind vorläufig und hochgerechnet.

Arbeitslosigkeit nach Rechtskreisen

In der Arbeitslosenversicherung (SGB III) wurden im Vergleich zum Vormonat insgesamt 122 oder 4,2 Prozent weniger Arbeitslose aus dem Kreis Euskirchen gezählt. Insgesamt betreut die Brühler Arbeitsagentur damit aktuell 2.796 Kunden aus dem Kreis Euskirchen. Im Vergleich zum Vorjahr wurden 470 oder +20,2 Prozent mehr Arbeitslose verzeichnet. 

Die Zahl der vom Jobcenter EU-aktiv (gemeinsame Einrichtung des Kreises Euskirchen und der Arbeitsagentur) betreuten Arbeitslosen in der Grundsicherung (SGB II) ist im März um 78 oder 2,2 Prozent gestiegen. Aktuell sind 3.703 Frauen und Männer beim Jobcenter EU-aktiv arbeitslos gemeldet. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Zahl um 602 oder 19,4 Prozent gestiegen.

Arbeitslosenquote

Die Arbeitslosenquote auf Basis aller zivilen Erwerbspersonen sank im März um 0,1 Prozentpunkte und beträgt aktuell 6,1 Prozent. Im März 2020 betrug die Arbeitslosenquote im Kreis Euskirchen noch 5,0 Prozent. 

Arbeitslosmeldungen und Arbeitsaufnahmen 

Im März meldeten sich 888 Männer und Frauen arbeitslos, 102 oder 10,3 Prozent weniger als im Vormonat und 260 oder 22,6 Prozent weniger als im gleichen Monat des Vorjahres. Die Zahl der Personen, die sich unmittelbar nach Verlust ihres Arbeitsplatzes arbeitslos meldeten, betrug im aktuellen Monat 427, das sind 39 oder 8,4 Prozent weniger als im Vormonat (zum Vorjahr: -47 oder -9,9 Prozent). Bis zum Zähltag im März meldeten sich insgesamt 155 Personen nach einer Ausbildung oder sonstigen Maßnahme arbeitslos. Im Vergleich zum Vormonat wurden hier 107 oder 40,8 Prozent weniger gezählt (zum Vorjahr: -154 oder -49,8 Prozent).

Den im März arbeitslos gewordenen Menschen standen im gleichen Zeitraum 955 Männer und Frauen gegenüber, die ihre Arbeitslosigkeit beenden konnten, 86 oder 9,9 Prozent mehr als im letzten Monat aber 177 oder 15,6 Prozent weniger als im Vorjahresmonat. 359 Personen und damit 33 oder 10,1 Prozent mehr als im letzten Monat (-54 oder -13,1 Prozent zum Vorjahresmonat) nahmen eine abhängige Beschäftigung auf. Insgesamt 190 Menschen (+28 oder +17,3 Prozent zum Vormonat; -68 oder -26,4 Prozent zum Vorjahresmonat) begannen eine Ausbildung oder sonstige Maßnahme. 

Veränderung der Arbeitslosigkeit nach Personengruppen

Junge Arbeitslose unter 25 Jahren

Die Arbeitslosigkeit in der Altersgruppe der 15 bis unter 25 Jahre jungen Menschen sank auf 592. Davon entfielen 277 auf die Arbeitslosenversicherung (SGB III) und 315 auf die Grundsicherung (SGB II). Das waren 14 oder 2,3 Prozent weniger als im Vormonat (Veränderung SGB III zum Vormonat: -29 oder -9,5 Prozent, SGB II: +15 oder +5,0 Prozent). Im Vergleich zum Vorjahresmonat ist die Zahl der arbeitslosen Jugendlichen unter 25 Jahren um 83 oder +16,3 Prozent gestiegen (Veränderung SGB III zum Vorjahresmonat: +43 oder +18,4 Prozent, SGB II: +40 oder +14,5 Prozent).

Langzeitarbeitslose

Insgesamt 2.580 (davon SGB III: 528, SGB II: 2.052) Menschen waren länger als zwölf Monate ohne Beschäftigung; +36 oder +1,4 Prozent zum Vormonat (davon SGB III: -21 oder -3,8 Prozent, SGB II: +57 oder +2,9 Prozent). Im Vergleich zum Vorjahresmonat wurden 705 oder 37,6 Prozent (SGB III: +186 oder +54,4 Prozent, SGB II: +519 oder +33,9 Prozent) mehr Langzeitarbeitslose gezählt.

Ältere Arbeitslose 

Insgesamt 2.357 (davon SGB III: 1.301, SGB II: 1.056) ältere Menschen über 50 Jahre waren im März im Kreis Euskirchen arbeitslos gemeldet. Die Betroffenheit stieg minimal gegenüber dem Vormonat um 1 oder 0,0 Prozent (SGB III: -24 oder -1,8 Prozent, SGB II: +25 oder +2,4 Prozent). Das sind 399 oder 20,4 Prozent ältere Männer und Frauen mehr als im letzten Jahr (SGB III: +183 oder +16,4 Prozent, SGB II: +216 oder +25,7 Prozent). 

Stellenangebote 

Arbeitgeber meldeten im März 264 neue Arbeitsstellen, das waren 83 oder 23,9 Prozent weniger als im letzten Monat und 53 oder 16,7 Prozent weniger als vor einem Jahr. Derzeit hat die Agentur für Arbeit Brühl 1.348 Arbeitsstellen aus dem Kreis Euskirchen im Bestand, gegenüber dem letzten Monat ist dies ein Minus von 48 oder 3,4 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahresmonat gab es 117 Stellen weniger (-8,0 Prozent). 

Aktive Arbeitsmarktpolitik

325 Menschen bereiteten sich durch die Teilnahme an einer beruflichen Weiterbildung auf eine Beschäftigung im ersten Arbeitsmarkt vor, -4 oder -1,2 Prozent zum Vormonat. Im Vergleich zum Vorjahresmonat waren dies -74 oder -18,5 Prozent. 183 Menschen nahmen an Maßnahmen zur Aktivierung und beruflichen Eingliederung teil (+24 oder +15,1 Prozent zum Vormonat, -120 oder -39,6 Prozent zum Vorjahresmonat), 164 Menschen wurden in ihrer Aufnahme einer Erwerbstätigkeit gefördert (+5 oder +3,1 Prozent gegenüber Vormonat und -35 oder -17,6 Prozent zum Vorjahresmonat).

Pressesprecher der Agentur für Arbeit Brühl

Frau Nicole Cuvelier