29.04.2021 | Presseinfo Nr. 78

Der Arbeitsmarkt im Rhein-Erft-Kreis Ende April 2021

Im April sanken die Arbeitslosenzahlen saisonbedingt weiter. Insgesamt waren 18.535 Menschen arbeitslos, das waren 269 oder 1,4 Prozent weniger als im Vormonat. Der Bestand der Arbeitslosen lag mit einem Plus von 760 oder 4,3 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats. Die aktuelle Arbeitslosenquote sank um 0,1 Prozentpunkte und betrug im April 7,2 Prozent.

  •  Arbeitslosenzahlen weiter gesunken
  • Ende April waren 18.535 Menschen aus den Rhein-Erft-Kreis arbeitslos. Das sind 269 oder 1,4 Prozent weniger als im März 2021.
  • Die Arbeitslosenquote im Rhein-Erft-Kreis lag bei 7,2 Prozent
  • 2.650 Zugänge in Arbeitslosigkeit. Zum Vormonat 194 oder 7,9 Prozent mehr Zugänge in Arbeitslosigkeit. Davon erfolgten 1.137 Zugänge aus Erwerbstätigkeit (+155 oder +15,8 Prozent zum Vormonat)
  • 2.915 Menschen beendeten ihre Arbeitslosigkeit. Plus 197 oder +7,2 Prozent im Vergleich zum Vormonat. Davon begannen 1.128 Menschen eine Erwerbstätigkeit (+116 oder +11,5 Prozent zum Vormonat)
  • Zahl der neu gemeldeten Stellen gestiegen. Der Agentur für Arbeit wurden im April 675 Arbeitsstellen gemeldet, das sind 74 oder 9,9 Prozent weniger Stellen als im Vormonat aber 315 oder 87,5 Prozent mehr als im April 2020.

Gesamtentwicklung
Im April sanken die Arbeitslosenzahlen saisonbedingt weiter. Insgesamt waren 18.535 Menschen arbeitslos, das waren 269 oder 1,4 Prozent weniger als im Vormonat. Der Bestand der Arbeitslosen lag mit einem Plus von 760 oder 4,3 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats. Die aktuelle Arbeitslosenquote sank um 0,1 Prozentpunkte und betrug im April 7,2 Prozent.
„Der Rückgang der Arbeitslosigkeit ist mit dem Start in die Saison – beispielsweise im Baugewerbe, aber in vorherigen Jahren auch in der Gastronomie und Tourismusbranche - üblich. Aktuell profitieren die letztgenannten Branchen – angesichts der vorherrschenden Corona-Beschränkungen - noch nicht von der Frühjahresbelebung. Daher fällt der Rückgang auch schwächer aus als beispielsweise im April 2019, wo die Arbeitslosenzahlen noch um fast 4 Prozent sanken. Die steigenden Abmeldungen aus Arbeitslosigkeit in Erwerbstätigkeit zeigen dennoch, dass eine leichte Frühjahresbelebung im Gange ist. Ich bin optimistisch, dass sich die Zahl der arbeitslosen Menschen bis zum Sommer noch weiter reduziert. Einen großen Rückgang können wir in diesem Frühjahr nicht erwarten. In Anbetracht der Lage, können wir uns darüber freuen, dass sich der Arbeitsmarkt im Rhein-Erft-Kreis in dieser Krise derart robust zeigt. Für die Zeit nach der Krise rechne ich fest mit einem gehörigen Aufschwung. Die Nachfrage aus anderen Ländern wird weiter zunehmen und unsere Industrie wird davon profitieren“, so Rainer Imkamp, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Brühl.
Nordrhein-Westfalen hat am Dienstag, 27. April 2021, in einem virtuellen Festakt mit den Anrainer-Kommunen, den Kammern und Gewerkschaften einen Reviervertrag geschlossen, der den Ausstieg aus der Braunkohle regelt und indem sich die Unterzeichner verpflichten, den Strukturwandel gemeinsam zu gestalten. Ablaufen wird dieser Strukturwandel nicht ohne Veränderungen auf dem Arbeitsmarkt. Dass die drei Arbeitsagenturen im Rheinischen Revier darauf vorbereitet sind, verdeutlichte Rainer Imkamp als Leiter der Revieragentur Brühl bei einer Podiumsdiskussion über „Zukunftsperspektiven für Beschäftigung“ während dieses Festaktes. Er warb dafür, die Beratungsangebote der Arbeitsagenturen im Rheinischen Revier frühzeitig in Anspruch zu nehmen: „Die Arbeitsagenturen Aachen-Düren, Brühl und Mönchengladbach haben die gemeinsame Ziele, die Schaffung neuer Arbeitsplätze zu unterstützen bzw. sich für den Erhalt von Arbeitsplätzen einzusetzen und Beschäftigte so frühzeitig zu beraten und in neue Jobs zu vermitteln, dass sie die vielfältigen Chancen, die der Strukturwandel im Rheinischen Revier mit sich bringt nutzen können und keine Brüche in ihren Lebensläufen zu befürchten haben. Das Qualifizierungschancengesetz bietet uns hierbei einen großen Handlungsspielraum. Um die anstehende Jahrhundertaufgabe und Jahrhundertchance positiv mitzugestalten, haben wir fürs Revier nicht zuletzt mit den neuen Teams der Berufsberatung im Erwerbsleben die dafür benötigten Strukturen ergänzt. Damit bieten wir die Dienstleistung der Berufsberatung nicht nur für Berufseinsteiger, sondern nun auch speziell für Berufsumsteiger, beziehungsweise Menschen an, die sich weiterentwickeln wollen, erreichbar über die jeweilige Arbeitsagentur vor Ort. “

Konjunkturelle Kurzarbeit
Für den März 2021 legte die Statistik nun die endgültigen Daten zu den Anzeigen und betroffenen Personen vor. Danach zeigten im März insgesamt 75 Unternehmen aus dem Rhein-Erft-Kreis Kurzarbeit an. Im März 2020 waren es 514 für 6.084 darin aufgeführte Personen. In den Anzeigen wurden der Arbeitsagentur für März 2021 insgesamt 569 Personen genannt.
Für den April 2021 erfasste die Statistik vorläufige Zahlen für den Zeitraum 01. April bis 25. April 2021. Demzufolge zeigten im April insgesamt 40 Unternehmen Kurzarbeit an. In den Anzeigen wurden für April voraussichtlich insgesamt 537 Personen genannt.

*Die Betriebe müssen vor Beginn von Kurzarbeit eine schriftliche Anzeige bei der zuständigen Agentur für Arbeit (Betriebssitz) erstatten; dies hat spätestens bis zum Ende des Monats zu erfolgen, für den erstmalig Leistungen bezogen werden sollen. Für Saison-Kurzarbeit gibt es keine Anzeigepflicht mehr. Anzeigen sind nur noch für konjunkturelle Kurzarbeit (§ 96 SGB III) sowie für Transferkurzarbeit (§ 111 SGB III) abzugeben.
Nach Bewilligung der Anzeige durch die Agentur für Arbeit kann der Betrieb für jeden Kalendermonat, in dem Kurzarbeit stattfand, einen Antrag auf Kurzarbeitergeld stellen; dies hat innerhalb einer Ausschlussfrist von drei Kalendermonaten zu erfolgen. Die für die Zahlung notwendigen Angaben werden in einer Abrechnungsliste vermerkt, die durch die Agentur für Arbeit anschließend dahingehend geprüft wird, ob ein Leistungsanspruch besteht, bewilligt und ausgezahlt werden kann


Unterbeschäftigung
Insgesamt konnten 21.848 Menschen aus dem Rhein-Erft-Kreis zum Zähltag im April keiner regulären Beschäftigung nachgehen (sogenannte Unterbeschäftigung*). Damit lag die Zahl der Menschen ohne Beschäftigung mit 364 oder 1,6 Prozent unter dem Wert des Vormonats und um 638 oder +3,0 Prozent über dem des Vorjahresmonats. Der Entlastungseffekt durch arbeitsmarktpolitische Aktivitäten ist weiterhin beachtlich. Ohne die Entlastung hätte die Arbeitslosenquote im Rhein-Erft-Kreis im April bei 8,3 anstatt bei 7,2 Prozent gelegen.

*) Der Begriff der Unterbeschäftigung erweitert den Begriff der Arbeitslosigkeit und bildet das Defizit an regulärer Beschäftigung umfassender ab. Zusätzlich zu den registrierten Arbeitslosen zählt die Statistik der Bundesagentur für Arbeit zur Unterbeschäftigung die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in bestimmten arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen (z.B. Berufliche Weiterbildung, Arbeitsgelegenheiten oder in Aktivierungs- und berufliche Eingliederung) sowie Personen in bestimmten rechtlichen Sonderstatus (z.B. Vorruhestandsähnliche Regelungen, Arbeitsunfähigkeit). Würden diese Personen nicht an der jeweiligen Maßnahme teilnehmen oder unter den jeweiligen Sonderstatus fallen, läge die Arbeitslosigkeit entsprechend höher. Die ausgewiesenen Daten zur Unterbeschäftigung sind vorläufig und hochgerechnet.

Arbeitslosigkeit nach Rechtskreisen
In der Arbeitslosenversicherung (SGB III) wurden im Vergleich zum Vormonat insgesamt 430 oder 5,6 Prozent weniger Arbeitslose aus dem Rhein-Erft-Kreis gezählt. Insgesamt betreut die Brühler Arbeitsagentur damit aktuell 7.258 Kunden aus dem Rhein-Erft-Kreis. Im Vergleich zum Vorjahr wurden 375 oder +5,4 Prozent mehr Arbeitslose verzeichnet.

Die Zahl der vom Jobcenter Rhein-Erft (gemeinsame Einrichtung des Rhein-Erft-Kreises und der Arbeitsagentur) betreuten Arbeitslosen in der Grundsicherung (SGB II) ist im April um 161 oder 1,4 Prozent gestiegen. Aktuell sind 11.277 Frauen und Männer beim Jobcenter Rhein-Erft arbeitslos gemeldet. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Zahl um 1.480 oder 27,5 Prozent gestiegen.

Arbeitslosenquote
Die Arbeitslosenquote auf Basis aller zivilen Erwerbspersonen sank im April um 0,1 Prozentpunkte und beträgt aktuell 7,2 Prozent. Im März 2020 betrug die Arbeitslosenquote im Rhein-Erft-Kreis noch 6,2 Prozent.

Arbeitslosmeldungen und Arbeitsaufnahmen
Im April meldeten sich 2.650 Männer und Frauen arbeitslos, 194 oder 7,9 Prozent mehr als im Vormonat aber 1.442 oder 35,2 Prozent weniger als im gleichen Monat des Vorjahres. Die Zahl der Personen, die sich unmittelbar nach Verlust ihres Arbeitsplatzes arbeitslos meldeten, betrug im aktuellen Monat 1.137, das sind 155 oder 15,8 Prozent mehr als im Vormonat (zum Vorjahr: -915 oder -44,6 Prozent). Bis zum Zähltag im April meldeten sich insgesamt 674 Personen nach einer Ausbildung oder sonstigen Maßnahme arbeitslos. Im Vergleich zum Vormonat wurden hier 11 oder 1,7 Prozent mehr gezählt (zum Vorjahr: -123 oder -15,4 Prozent).

Den im April arbeitslos gewordenen Menschen standen im gleichen Zeitraum 2.915 Männer und Frauen gegenüber, die ihre Arbeitslosigkeit beenden konnten, 197 oder 7,2 Prozent mehr als im letzten Monat und 767 oder 35,7 Prozent mehr als im Vorjahresmonat. 1.128 Personen und damit 116 oder 11,5 Prozent mehr als im letzten Monat (+301 oder +36,4 Prozent zum Vorjahresmonat) nahmen eine abhängige Beschäftigung auf. Insgesamt 679 Menschen (+21 oder +3,2 Prozent zum Vormonat; +270 oder +66,0 Prozent zum Vorjahresmonat) begannen eine Ausbildung oder sonstige Maßnahme.

Veränderung der Arbeitslosigkeit nach Personengruppen

Junge Arbeitslose unter 25 Jahren
Die Arbeitslosigkeit in der Altersgruppe der 15 bis unter 25 Jahre jungen Menschen sank auf 1.525. Davon entfielen 748 auf die Arbeitslosenversicherung (SGB III) und 780 auf die Grundsicherung (SGB II). Das waren 104 oder 6,4 Prozent weniger als im Vormonat (Veränderung SGB III zum Vormonat: -95 oder -11,3 Prozent, SGB II: -9 oder -1,1 Prozent). Im Vergleich zum Vorjahresmonat ist die Zahl der arbeitslosen Jugendlichen unter 25 Jahren um 146 oder 8,7 Prozent gesunken (Veränderung SGB III zum Vorjahresmonat: +3 oder +0,4 Prozent, SGB II: -149 oder -16,0 Prozent).

Langzeitarbeitslose
Insgesamt 8.130 (davon SGB III: 1.270, SGB II: 6.860) Menschen waren länger als zwölf Monate ohne Beschäftigung; +267 oder +3,4 Prozent zum Vormonat (davon SGB III: -42 oder -3,2 Prozent, SGB II: +309 oder +4,7 Prozent). Im Vergleich zum Vorjahresmonat wurden 2.035 oder 33,4 Prozent (SGB III: +555 oder +77,6 Prozent, SGB II: +1.480 oder +27,5 Prozent) mehr Langzeitarbeitslose gezählt.

Ältere Arbeitslose
Insgesamt 6.474 (davon SGB III: 2.963, SGB II: 3.511) ältere Menschen über 50 Jahre waren im April im Rhein-Erft-Kreis arbeitslos gemeldet. Die Betroffenheit stieg gegenüber dem Vormonat um 4 oder 0,1 Prozent (SGB III: -96 oder -3,1 Prozent, SGB II: +100 oder +2,9 Prozent). Das sind 550 oder 9,3 Prozent ältere Männer und Frauen mehr als im letzten Jahr (SGB III: +301 oder +11,3 Prozent, SGB II: +249 oder +7,6 Prozent).

Stellenangebote
Arbeitgeber meldeten im April 675 neue Arbeitsstellen, das waren 74 oder 9,9 Prozent weniger als im letzten Monat aber 315 oder 87,5 Prozent mehr als vor einem Jahr. Derzeit hat die Agentur für Arbeit Brühl 3.525 Arbeitsstellen aus dem Rhein-Erft-Kreis im Bestand, gegenüber dem letzten Monat ist dies ein Plus von 92 oder 2,7 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahresmonat gab es 162 Stellen weniger (-4,4 Prozent).

Aktive Arbeitsmarktpolitik
919 Menschen bereiteten sich durch die Teilnahme an einer beruflichen Weiterbildung auf eine Beschäftigung im ersten Arbeitsmarkt vor, -20 oder -2,1 Prozent zum Vormonat. Im Vergleich zum Vorjahresmonat waren dies +103 oder +12,6 Prozent. 950 Menschen nahmen an Maßnahmen zur Aktivierung und beruflichen Eingliederung teil (-39 oder -3,9 Prozent zum Vormonat, +211 oder +28,6 Prozent zum Vorjahresmonat), 404 Menschen wurden in ihrer Aufnahme einer Erwerbstätigkeit gefördert (-16 oder -3,8 Prozent gegenüber Vormonat und +20 oder +5,2 Prozent zum Vorjahresmonat).

Pressesprecher der Agentur für Arbeit Brühl

Frau Nicole Cuvelier