01.02.2022 | Presseinfo Nr. 8

Der Arbeitsmarkt im Kreis Euskirchen Ende Januar 2022

Im Januar stiegen die Arbeitslosenzahlen saisonbedingt an. Insgesamt waren 5.775 Menschen arbeitslos, das waren 136 oder 2,4 Prozent mehr als im Vormonat. Der Bestand der Arbeitslosen lag mit einem Minus von 647 oder 10,1 Prozent unter dem Niveau des Vorjahresmonats. Die aktuelle Arbeitslosenquote stieg um 0,1 Prozentpunkte und betrug im Januar 5,4 Prozent.

• Arbeitslosenzahlen erwartungsgemäß gestiegen

• Ende Januar waren 5.775 Menschen aus den Kreis Euskirchen arbeitslos. Das sind 136 oder 2,4 Prozent mehr als im Dezember 2021.

• Die Arbeitslosenquote im Kreis Euskirchen lag bei 5,4 Prozent 

• 899 Zugänge in Arbeitslosigkeit Zum Vormonat 36 oder 3,9 Prozent weniger Zugänge in Arbeitslosigkeit. Davon erfolgten 451 Zugänge aus Erwerbstätigkeit (+87 oder +23,9 Prozent zum Vormonat)

• 762 Menschen beendeten ihre Arbeitslosigkeit Minus 282 oder -27,0 Prozent im Vergleich zum Vormonat. Davon begannen 269 Menschen eine Erwerbstätigkeit (-64 oder -19,2 Prozent zum Vormonat)

• Zahl der neu gemeldeten Stellen gesunken Der Agentur für Arbeit wurden im Januar 296 Arbeitsstellen gemeldet, das sind 110 oder 27,1 Prozent weniger Stellen als im Vormonat und 105 oder 55,0 Prozent mehr als im Januar 2021.

Gesamtentwicklung

Im Januar stiegen die Arbeitslosenzahlen saisonbedingt an. Insgesamt waren 5.775 Menschen arbeitslos, das waren 136 oder 2,4 Prozent mehr als im Vormonat. Der Bestand der Arbeitslosen lag mit einem Minus von 647 oder 10,1 Prozent unter dem Niveau des Vorjahresmonats. Die aktuelle Arbeitslosenquote stieg um 0,1 Prozentpunkte und betrug im Januar 5,4 Prozent.

„Der Anstieg der Arbeitslosenzahlen in einem Januar ist saisonbedingt üblich und im Ausmaß unauffällig. Regelmäßig führen im Januar das Auslaufen befristeter Arbeitsverträge zum Jahresende, die Beendigung von 3 ½-jährigen Berufsausbildungen sowie die in den Wintermonaten übliche Freisetzung in witterungsabhängigen Außenberufen, zu einem Anstieg der Arbeitslosenzahlen“, so Rainer Imkamp, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Brühl.

Der Arbeitsmarkt befinde sich aber insgesamt in einer stabilen Verfassung, auch wenn in den kommenden Wochen saisontypisch mit einer weiteren Steigerung der Arbeitslosigkeit gerechnet werden müsse.

„Die Startvoraussetzungen auf dem Arbeitsmarkt für das gerade erst begonnene Jahr 2022 sind vergleichsweise gut. Dennoch gehe ich zumindest für die nächsten beiden Monate von einem weiteren saisonbedingten Anstieg der Arbeitslosigkeit im Monatsvergleich aus. Wichtiger ist aber meines Erachtens, dass Vieles dafürspricht, dass der positive Trend – trotz der steigenden Inzidenzen mit der Omikron-Variante - auf dem Arbeitsmarkt erst einmal erhalten bleiben wird.“

Dem gemeinsamen Arbeitgeberservice von Arbeitsagentur und Jobcenter wurden im Januar 296 Stellen gemeldet. Das sind zwar 110 oder 27,1 Prozent weniger als im Dezember 2021 aber 105 oder 55,0 Prozent mehr als im Januar des letzten Jahres. Insgesamt habe die Arbeitsagentur im aktuell 1.875 unbesetzte Stellen im Kreis Euskirchen im Bestand. „Die Betriebe sind jetzt wieder verstärkt auf der Suche nach ausgewiesenen Fachkräften bzw. Spezialisten, die im Kreis Euskirchen, sowohl bei den bei uns registrierten arbeitslosen Menschen als auch bei potentiellen Berufswechslern, zunehmend schwieriger zu finden sind. Dieses Problem wird sich in den kommenden Jahren verschärfen. Die gut qualifizierte Generation der Babyboomer wird den Arbeitsmarkt in den kommenden Jahren verlassen, diese Lücke zu schließen wird eine große Herausforderung.  Das 2019 in Kraft getretene Qualifizierungschancengesetz bietet uns die Möglichkeit – bei uns arbeitslos gemeldete Menschen und in einem viel größeren Rahmen als bislang Beschäftigte in den Betrieben – passgenau für die Anforderungen des Marktes zu qualifizieren“, so Imkamp.

Konjunkturelle Kurzarbeit

Für den Dezember 2021 legte die Statistik nun die endgültigen Daten zu den Anzeigen und betroffenen Personen vor. Danach zeigten im Dezember insgesamt 15 Unternehmen aus dem Kreis Euskirchen Kurzarbeit an. Im Dezember 2020 waren es 142 (für 1.062 darin aufgeführte Personen). In den Anzeigen wurden der Arbeitsagentur für Dezember 2021 insgesamt 107 Personen genannt.

Für den Januar 2022 erfasste die Statistik vorläufige Zahlen für den Zeitraum 01. Januar bis 26. Januar 2022. Demzufolge zeigten im Januar insgesamt 16 Unternehmen Kurzarbeit an. In den Anzeigen wurden für Januar insgesamt 383 Personen genannt. 

*Die Betriebe müssen vor Beginn von Kurzarbeit eine schriftliche Anzeige bei der zuständigen Agentur für Arbeit (Betriebssitz) erstatten; dies hat spätestens bis zum Ende des Monats zu erfolgen, für den erstmalig Leistungen bezogen werden sollen. Für Saison-Kurzarbeit gibt es keine Anzeigepflicht mehr. Anzeigen sind nur noch für konjunkturelle Kurzarbeit (§ 96 SGB III) sowie für Transferkurzarbeit (§ 111 SGB III) abzugeben.

Nach Bewilligung der Anzeige durch die Agentur für Arbeit kann der Betrieb für jeden Kalendermonat, in dem Kurzarbeit stattfand, einen Antrag auf Kurzarbeitergeld stellen; dies hat innerhalb einer Ausschlussfrist von drei Kalendermonaten zu erfolgen. Die für die Zahlung notwendigen Angaben werden in einer Abrechnungsliste vermerkt, die durch die Agentur für Arbeit anschließend dahingehend geprüft wird, ob ein Leistungsanspruch besteht, bewilligt und ausgezahlt werden kann. 

Unterbeschäftigung

Insgesamt konnten 6.687 Menschen aus dem Kreis Euskirchen zum Zähltag im Januar keiner regulären Beschäftigung nachgehen (sogenannte Unterbeschäftigung*). Damit lag die Zahl der Menschen ohne Beschäftigung mit 85 oder 1,3 Prozent über dem Wert des Vormonats aber um 723 oder 9,8 Prozent unter dem des Vorjahresmonats. Der Entlastungseffekt durch arbeitsmarktpolitische Aktivitäten ist weiterhin beachtlich. Ohne die Entlastung hätte die Arbeitslosenquote im Kreis Euskirchen im Januar bei 6,2 anstatt bei 5,4 Prozent gelegen.

*) Der Begriff der Unterbeschäftigung erweitert den Begriff der Arbeitslosigkeit und bildet das Defizit an regulärer Beschäftigung umfassender ab. Zusätzlich zu den registrierten Arbeitslosen zählt die Statistik der Bundesagentur für Arbeit zur Unterbeschäftigung die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in bestimmten arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen (z.B. Berufliche Weiterbildung, Arbeitsgelegenheiten oder in Aktivierungs- und berufliche Eingliederung) sowie Personen in bestimmten rechtlichen Sonderstatus (z.B. Vorruhestandsähnliche Regelungen, Arbeitsunfähigkeit). Würden diese Personen nicht an der jeweiligen Maßnahme teilnehmen oder unter den jeweiligen Sonderstatus fallen, läge die Arbeitslosigkeit entsprechend höher. Die ausgewiesenen Daten zur Unterbeschäftigung sind vorläufig und hochgerechnet.

Arbeitslosigkeit nach Rechtskreisen

In der Arbeitslosenversicherung (SGB III) wurden im Vergleich zum Vormonat insgesamt 147 oder 7,2 Prozent mehr Arbeitslose aus dem Kreis Euskirchen gezählt. Insgesamt betreut die Brühler Arbeitsagentur damit aktuell 2.191 Kunden aus dem Kreis Euskirchen. Im Vergleich zum Vorjahr wurden 683 oder +23,8 Prozent weniger Arbeitslose verzeichnet. 

Die Zahl der vom Jobcenter EU - aktiv (gemeinsame Einrichtung des Kreises Euskirchen und der Arbeitsagentur) betreuten Arbeitslosen in der Grundsicherung (SGB II) ist im Januar um 11 oder 0,3 Prozent gesunken. Aktuell sind 3.584 Frauen und Männer beim Jobcenter EU-aktiv arbeitslos gemeldet. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Zahl um 36 oder 1,0 Prozent gestiegen.

Arbeitslosenquote

Die Arbeitslosenquote auf Basis aller zivilen Erwerbspersonen stieg im Januar um 0,1 Prozentpunkte und beträgt aktuell 5,4 Prozent. Im Januar 2021 betrug die Arbeitslosenquote im Kreis Euskirchen noch 6,1 Prozent. 

Arbeitslosmeldungen und Arbeitsaufnahmen 

Im Januar meldeten sich 899 Männer und Frauen arbeitslos, 36 oder 3,9 Prozent weniger als im Vormonat und 154 oder 14,6 Prozent weniger als im gleichen Monat des Vorjahres. Die Zahl der Personen, die sich unmittelbar nach Verlust ihres Arbeitsplatzes arbeitslos meldeten, betrug im aktuellen Monat 451, das sind 87 oder 23,9 Prozent mehr als im Vormonat (zum Vorjahr: -99 oder -18,0 Prozent). Bis zum Zähltag im Januar meldeten sich insgesamt 151 Personen nach einer Ausbildung oder sonstigen Maßnahme arbeitslos. Im Vergleich zum Vormonat wurden hier 55 oder 26,7 Prozent weniger gezählt (zum Vorjahr: +5 oder +3,4 Prozent).

Den im Januar arbeitslos gewordenen Menschen standen im gleichen Zeitraum 762 Männer und Frauen gegenüber, die ihre Arbeitslosigkeit beenden konnten, 282 oder 27,0 Prozent weniger als im letzten Monat und 118 oder 13,4 Prozent weniger als im Vorjahresmonat. 269 Personen und damit 64 oder 19,2 Prozent weniger als im letzten Monat (-9 oder -3,2 Prozent zum Vorjahresmonat) nahmen eine abhängige Beschäftigung auf. Insgesamt 125 Menschen (-75 oder -37,5 Prozent zum Vormonat; -28 oder -18,3 Prozent zum Vorjahresmonat) begannen eine Ausbildung oder sonstige Maßnahme. 

Veränderung der Arbeitslosigkeit nach Personengruppen

Junge Arbeitslose unter 25 Jahren

Die Arbeitslosigkeit in der Altersgruppe der 15 bis unter 25 Jahre jungen Menschen stieg leicht auf 431. Davon entfielen 167 auf die Arbeitslosenversicherung (SGB III) und 264 auf die Grundsicherung (SGB II). Das waren 7 oder 1,7 Prozent mehr als im Vormonat (Veränderung SGB III zum Vormonat: +1 oder +0,6 Prozent, SGB II: +6 oder +2,3 Prozent). Im Vergleich zum Vorjahresmonat ist die Zahl der arbeitslosen Jugendlichen unter 25 Jahren um 109 oder 20,2 Prozent gesunken (Veränderung SGB III zum Vorjahresmonat: -76 oder -31,3 Prozent, SGB II: -33 oder -11,1 Prozent).

Langzeitarbeitslose

Insgesamt 2.748 (davon SGB III: 446, SGB II: 2.302) Menschen waren länger als zwölf Monate ohne Beschäftigung; +38 oder +1,4 Prozent zum Vormonat (davon SGB III: +26 oder +6,2 Prozent, SGB II: +12 oder +0,5 Prozent). Im Vergleich zum Vorjahresmonat wurden 247 oder 9,9 Prozent (SGB III: -124 oder -21,8 Prozent, SGB II: +371 oder +19,2 Prozent) mehr Langzeitarbeitslose gezählt.

Ältere Arbeitslose 

Insgesamt 2.277 (davon SGB III: 1.132, SGB II: 1.145) ältere Menschen über 50 Jahre waren im Januar im Kreis Euskirchen arbeitslos gemeldet. Die Betroffenheit stieg gegenüber dem Vormonat um 79 oder 3,6 Prozent (SGB III: +79 oder +7,5 Prozent, SGB II: keine Veränderung zum Vormonat). Das sind 69 oder 2,9 Prozent ältere Männer und Frauen weniger als im letzten Jahr (SGB III: -215 oder -16,0 Prozent, SGB II: +146 oder +14,6 Prozent). 

Stellenangebote 

Arbeitgeber meldeten im Januar 296 neue Arbeitsstellen, das waren 110 oder 27,1 Prozent weniger als im letzten Monat aber 105 oder 55,0 Prozent mehr als vor einem Jahr. Derzeit hat die Agentur für Arbeit Brühl 1.875 Arbeitsstellen aus dem Kreis Euskirchen im Bestand, gegenüber dem letzten Monat ist dies ein Plus von 31 oder 1,7 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahresmonat gab es 483 Stellen mehr (+34,7 Prozent). 

Aktive Arbeitsmarktpolitik

306 Menschen bereiteten sich durch die Teilnahme an einer beruflichen Weiterbildung auf eine Beschäftigung im ersten Arbeitsmarkt vor, -11 oder -3,5 Prozent zum Vormonat. Im Vergleich zum Vorjahresmonat waren dies -20 oder -6,1 Prozent. 101 Menschen nahmen an Maßnahmen zur Aktivierung und beruflichen Eingliederung teil (-27 oder -21,1 Prozent zum Vormonat, -66 oder -39,5 Prozent zum Vorjahresmonat), 156 Menschen wurden in ihrer Aufnahme einer Erwerbstätigkeit gefördert (-10 oder -6,0 Prozent gegenüber Vormonat und -12 oder -7,1 Prozent zum Vorjahresmonat).

Pressesprecher der Agentur für Arbeit Brühl

Frau Nicole Cuvelier