30.06.2021 | Presseinfo Nr. 80

Der Arbeitsmarkt im Kreis Euskirchen Ende Juni 2021

Im Juni sanken die Arbeitslosenzahlen saisonbedingt weiter. Insgesamt waren 6.314 Menschen arbeitslos, das waren 146 oder 2,3 Prozent weniger als im Vormonat. Der Bestand der Arbeitslosen lag mit einem Minus von 69 oder 1,1 Prozent unter dem Niveau des Vorjahresmonats. Die aktuelle Arbeitslosenquote sank um 0,1 Prozentpunkte und betrug im Juni 6,0 Prozent.

  • Arbeitslosenzahlen sinken weiter
  • Ende Juni waren 6.314 Menschen aus dem Kreis Euskirchen arbeitslos. Das sind 146 oder 2,3 Prozent weniger als im Mai 2021.
  • Die Arbeitslosenquote im Kreis Euskirchen lag bei 6,0 Prozent
  • 863 Zugänge in Arbeitslosigkeit. Zum Vormonat 80 oder 8,5 Prozent weniger Zugänge in Arbeitslosigkeit. Davon erfolgten 326 Zugänge aus Erwerbstätigkeit (-90 oder -21,6 Prozent zum Vormonat)
  • 991 Menschen beendeten ihre Arbeitslosigkeit. Plus 43 oder +4,5 Prozent im Vergleich zum Vormonat. Davon begannen 385 Menschen eine Erwerbstätigkeit (+12 oder +3,2 Prozent zum Vormonat)
  • Zahl der neu gemeldeten Stellen gestiegen. Der Agentur für Arbeit wurden im Juni 417 Arbeitsstellen im Kreis Euskirchen gemeldet, das sind 24 oder 6,1 Prozent mehr Stellen als im Vormonat und 212 oder 103,4 Prozent mehr als im Juni 2020.

Gesamtentwicklung

Im Juni sanken die Arbeitslosenzahlen saisonbedingt weiter. Insgesamt waren 6.314 Menschen arbeitslos, das waren 146 oder 2,3 Prozent weniger als im Vormonat. Der Bestand der Arbeitslosen lag mit einem Minus von 69 oder 1,1 Prozent unter dem Niveau des Vorjahresmonats. Die aktuelle Arbeitslosenquote sank um 0,1 Prozentpunkte und betrug im Juni 6,0 Prozent.
„Im Juni hat sich die Arbeitslosigkeit im Kreis Euskirchen weiter positiv entwickelt. In der Krise bestätigte sich der robuste Arbeitsmarkt und inzwischen sehen wir positive Tendenzen. Gleichwohl aber ist die Arbeitslosigkeit verglichen mit der Vor-Corona-Zeit hoch und würde noch höher ausfallen, würden die Unternehmen nicht weiterhin – der jeweiligen Arbeits- und Auftragslage entsprechend – rege Gebrauch vom Kurzarbeitergeld machen“, so Rainer Imkamp, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Brühl.
„Die deutlichen Lockerungen der pandemiebedingten Einschränkungen und die spürbare Belebung der Wirtschaft bewegt die Unternehmen in der Region jetzt wieder dazu, mehr freie Arbeitsstellen zu melden. Beispielhaft dafür sind hier die Stellenmeldungen der Gastronomie, Verkehr und Lagerei sowie für das verarbeitende Gewerbe. Außerdem können die Unternehmen, die ihre Mitarbeitenden durch die Möglichkeit der Kurzarbeit nicht entlassen mussten, jetzt schnell auf die anspringende Konjunktur reagieren“, so Imkamp weiter. Im Juni wurden 417 neue Stellen gemeldet, +212 oder +103,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.
„Wo Kurzarbeit zurückgefahren wird, können auch neue Jobchancen für arbeitslose Menschen entstehen. Die Unternehmen starten jetzt mit eingespieltem Personal, auf dieser Grundlage kann sich der Bedarf nach neuen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern entwickeln. Da die Unternehmen nicht mehr in der Kurzarbeit sind, können sie nun auch einstellen.“
Im Kreis Euskirchen sind kurz vor dem Beginn der Sommerferien noch 280 gemeldete duale Ausbildungsstellen offen. Dem stehen 277 Jugendliche gegenüber, die noch keinen Ausbildungsplatz oder eine Alternative gefunden haben. Für die Firmen sind dies 277 potentielle Fachkräfte von morgen, so Imkamp. „Deshalb - und weil die Zeit drängt, die Sommerferien bald beginnen, gleichzeitig aber auch viele Unternehmen noch freie Ausbildungsstellen melden, bieten wir auch in den Ferien unterschiedliche Online-Veranstaltungen an und beraten junge ausbildungsinteressierte Menschen zu ihren individuellen Chancen und beruflichen Perspektiven und unterstützen sie bei der Suche nach einem passenden Ausbildungsplatz. Unser Sommercamp der Berufsberatung startet am 05.07.2021 und bietet unter anderem Bewerbungstrainings, tolle Coachings zu verschiedensten Themen wie z.B. Business-Knigge, Selbstreflektion und Selbstbewusstsein und vieles mehr rund um den Einstieg ins Berufsleben. Es gibt auch virtuelle Veranstaltungen, direkt mit verschiedenen Arbeitgebern. Einfach Anmelden, vorbeikommen und vielleicht direkt den passenden Ausbildungsbetrieb finden“, wirbt der Ausbildungsmarktexperte.
Das Angebot zum Sommercamp 2021 finden interessierte Jugendliche und deren Eltern hier:
https://www.arbeitsagentur.de/vor-ort/bruehl/ausbildungswoche

Übrigens: regelmäßig reinschauen lohnt sich immer, das Angebot wird regelmäßig ausgebaut. Für alle Fragen die unbeantwortet bleiben, haben wir eine zusätzliche regionale Hotline eingerichtet: 02251 797979. Hier können Jugendliche direkt mit einer Berufsberaterin oder einem Berufsberater sprechen.

Ausbildungsmarkt
Von Oktober 2020 bis Juni 2021 meldeten sich bei den Agenturen für Arbeit Brühl 839 Bewerberinnen und Bewerber aus dem Kreis Euskirchen für eine Ausbildungsstelle. Das waren 133 weniger als im Vorjahreszeitraum. 277 Bewerberinnen und Bewerber sind noch unversorgt. Gleichzeitig waren 630 Ausbildungsstellen gemeldet, 103 weniger als vor einem Jahr. Von den gemeldeten Ausbildungsstellen waren 280 im Juni noch unbesetzt.

Konjunkturelle Kurzarbeit
Für den Mai 2021 legte die Statistik nun die endgültigen Daten zu den Anzeigen und betroffenen Personen vor. Danach zeigten im Mai insgesamt 17 Unternehmen aus dem Kreis Euskirchen Kurzarbeit an. In den Anzeigen wurden der Arbeitsagentur für Mai 2021 insgesamt 380 Personen genannt. Im Mai 2020 waren es 128 Unternehmen für 1.505 darin aufgeführte Personen. Für den Juni 2021 erfasste die Statistik vorläufige Zahlen für den Zeitraum 01. Juni bis 24.06.2021. Demzufolge zeigten im Juni insgesamt 10 Unternehmen Kurzarbeit an. In den Anzeigen wurden für Juni voraussichtlich insgesamt 46 Personen genannt.
*Die Betriebe müssen vor Beginn von Kurzarbeit eine schriftliche Anzeige bei der zuständigen Agentur für Arbeit (Betriebssitz) erstatten; dies hat spätestens bis zum Ende des Monats zu erfolgen, für den erstmalig Leistungen bezogen werden sollen. Für Saison-Kurzarbeit gibt es keine Anzeigepflicht mehr. Anzeigen sind nur noch für konjunkturelle Kurzarbeit (§ 96 SGB III) sowie für Transferkurzarbeit (§ 111 SGB III) abzugeben.
Nach Bewilligung der Anzeige durch die Agentur für Arbeit kann der Betrieb für jeden Kalendermonat, in dem Kurzarbeit stattfand, einen Antrag auf Kurzarbeitergeld stellen; dies hat innerhalb einer Ausschlussfrist von drei Kalendermonaten zu erfolgen. Die für die Zahlung notwendigen Angaben werden in einer Abrechnungsliste vermerkt, die durch die Agentur für Arbeit anschließend dahingehend geprüft wird, ob ein Leistungsanspruch besteht, bewilligt und ausgezahlt werden kann

Unterbeschäftigung
Insgesamt konnten 7.268 Menschen aus dem Kreis Euskirchen zum Zähltag im Juni keiner regulären Beschäftigung nachgehen (sogenannte Unterbeschäftigung*). Damit lag die Zahl der Menschen ohne Beschäftigung mit 202 oder 2,7 Prozent unter dem Wert des Vormonats und um 293 oder 3,9 Prozent unter dem des Vorjahresmonats. Der Entlastungseffekt durch arbeitsmarktpolitische Aktivitäten ist weiterhin beachtlich. Ohne die Entlastung hätte die Arbeitslosenquote im Kreis Euskirchen im Juni bei 6,8 anstatt bei 6,0 Prozent gelegen.
*) Der Begriff der Unterbeschäftigung erweitert den Begriff der Arbeitslosigkeit und bildet das Defizit an regulärer Beschäftigung umfassender ab. Zusätzlich zu den registrierten Arbeitslosen zählt die Statistik der Bundesagentur für Arbeit zur Unterbeschäftigung die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in bestimmten arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen (z.B. Berufliche Weiterbildung, Arbeitsgelegenheiten oder in Aktivierungs- und berufliche Eingliederung) sowie Personen in bestimmten rechtlichen Sonderstatus (z.B. Vorruhestandsähnliche Regelungen, Arbeitsunfähigkeit). Würden diese Personen nicht an der jeweiligen Maßnahme teilnehmen oder unter den jeweiligen Sonderstatus fallen, läge die Arbeitslosigkeit entsprechend höher. Die ausgewiesenen Daten zur Unterbeschäftigung sind vorläufig und hochgerechnet.

Arbeitslosigkeit nach Rechtskreisen
In der Arbeitslosenversicherung (SGB III) wurden im Vergleich zum Vormonat insgesamt 90 oder 3,5 Prozent weniger Arbeitslose aus dem Kreis Euskirchen gezählt. Insgesamt betreut die Brühler Arbeitsagentur damit aktuell 2.510 Kunden aus dem Kreis Euskirchen. Im Vergleich zum Vorjahr wurden 382 oder 13,2 Prozent weniger Arbeitslose verzeichnet.
Die Zahl der vom Jobcenter EU-aktiv (gemeinsame Einrichtung des Kreises Euskirchen und der Arbeitsagentur) betreuten Arbeitslosen in der Grundsicherung (SGB II) ist im Juni um 56 oder 1,5 Prozent gesunken. Aktuell sind 3.804 Frauen und Männer beim Jobcenter EU-aktiv arbeitslos gemeldet. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Zahl um 313 oder 9,0 Prozent gestiegen.

Arbeitslosenquote
Die Arbeitslosenquote auf Basis aller zivilen Erwerbspersonen sank im Juni um 0,1 Prozentpunkte und beträgt aktuell 6,0 Prozent. Im Juni 2020 betrug die Arbeitslosenquote im Kreis Euskirchen auch 6,0 Prozent.

Arbeitslosmeldungen und Arbeitsaufnahmen
Im Juni meldeten sich 863 Männer und Frauen arbeitslos, 80 oder 8,5 Prozent weniger als im Vormonat und 63 oder 7,9 Prozent mehr als im gleichen Monat des Vorjahres. Die Zahl der Personen, die sich unmittelbar nach Verlust ihres Arbeitsplatzes arbeitslos meldeten, betrug im aktuellen Monat 326, das sind 90 oder 21,6 Prozent mehr als im Vormonat (zum Vorjahr: +55 oder +14,4 Prozent). Bis zum Zähltag im Juni meldeten sich insgesamt 247 Personen nach einer Ausbildung oder sonstigen Maßnahme arbeitslos. Im Vergleich zum Vormonat wurden hier 43 oder 21,1 Prozent mehr gezählt (zum Vorjahr: +76 oder +44,4 Prozent).
Den im Juni arbeitslos gewordenen Menschen standen im gleichen Zeitraum 991 Männer und Frauen gegenüber, die ihre Arbeitslosigkeit beenden konnten, 43 oder 4,5 Prozent mehr als im letzten Monat und 174 oder 21,3 Prozent mehr als im Vorjahresmonat. 385 Personen und damit 12 oder 3,2 Prozent mehr als im letzten Monat (-22 oder -5,4 Prozent zum Vorjahresmonat) nahmen eine abhängige Beschäftigung auf. Insgesamt 202 Menschen (+21 oder +11,6 Prozent zum Vormonat; +76 oder +60,3 Prozent zum Vorjahresmonat) begannen eine Ausbildung oder sonstige Maßnahme.

Veränderung der Arbeitslosigkeit nach Personengruppen

Junge Arbeitslose unter 25 Jahren
Die Arbeitslosigkeit in der Altersgruppe der 15 bis unter 25 Jahre jungen Menschen sank auf 513. Davon entfielen 221 auf die Arbeitslosenversicherung (SGB III) und 292 auf die Grundsicherung (SGB II). Das waren 9 oder 1,7 Prozent weniger als im Vormonat (Veränderung SGB III zum Vormonat: +1 oder +0,5 Prozent, SGB II: -10 oder -3,3 Prozent). Im Vergleich zum Vorjahresmonat ist die Zahl der arbeitslosen Jugendlichen unter 25 Jahren um 150 oder 22,6 Prozent gesunken (Veränderung SGB III zum Vorjahresmonat: -102 oder -31,6 Prozent, SGB II: -48 oder -14,1 Prozent).

Langzeitarbeitslose
Insgesamt 2.747 (davon SGB III: 518, SGB II: 2.229) Menschen waren länger als zwölf Monate ohne Beschäftigung; +13 oder +0,5 Prozent zum Vormonat (davon SGB III: -7 oder -1,3 Prozent, SGB II: +20 oder +0,9 Prozent). Im Vergleich zum Vorjahresmonat wurden 673 oder 32,4 Prozent (SGB III: +110 oder +27,0 Prozent, SGB II: +563 oder +33,8 Prozent) mehr Langzeitarbeitslose gezählt.

Ältere Arbeitslose
Insgesamt 2.318 (davon SGB III: 1.218, SGB II: 1.100) ältere Menschen über 50 Jahre waren im Juni im Kreis Euskirchen arbeitslos gemeldet. Die Betroffenheit sank gegenüber dem Vormonat um 49 oder 2,1 Prozent (SGB III: -36 oder -2,9 Prozent, SGB II: -13 oder +1,2 Prozent). Das sind 123 oder 5,6 Prozent ältere Männer und Frauen mehr als im letzten Jahr (SGB III: -46 oder -3,6 Prozent, SGB II: +169 oder +18,2 Prozent).

Stellenangebote
Arbeitgeber meldeten im Juni 417 neue Arbeitsstellen, das waren 24 oder 6,1 Prozent mehr als im letzten Monat und 212 oder 103,4 Prozent mehr als vor einem Jahr. Derzeit hat die Agentur für Arbeit Brühl 1.575 Arbeitsstellen aus dem Kreis Euskirchen im Bestand, gegenüber dem letzten Monat ist dies ein Plus von 70 oder 4,7 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahresmonat gab es 272 Stellen mehr (+20,9 Prozent).

Aktive Arbeitsmarktpolitik
309 Menschen bereiteten sich durch die Teilnahme an einer beruflichen Weiterbildung auf eine Beschäftigung im ersten Arbeitsmarkt vor, -12 oder -3,7 Prozent zum Vormonat. Im Vergleich zum Vorjahresmonat waren dies +57 oder +15,6 Prozent. 105 Menschen nahmen an Maßnahmen zur Aktivierung und beruflichen Eingliederung teil (-52 oder -33,1 Prozent zum Vormonat, -88 oder -45,6 Prozent zum Vorjahresmonat), 156 Menschen wurden in ihrer Aufnahme einer Erwerbstätigkeit gefördert (+4 oder +2,6 Prozent gegenüber Vormonat und -29 oder -15,7 Prozent zum Vorjahresmonat).
 

Pressesprecher der Agentur für Arbeit Brühl

Frau Nicole Cuvelier