30.06.2021 | Presseinfo Nr. 81

Der Arbeitsmarkt im Rhein-Erft-Kreis Ende Juni 2021

Im Juni sanken die Arbeitslosenzahlen saisonbedingt weiter. Insgesamt waren 18.174 Menschen arbeitslos, das waren 175 oder 1,0 Prozent weniger als im Vormonat. Der Bestand der Arbeitslosen lag mit einem Minus von 759 oder 4,0 Prozent unter dem Niveau des Vorjahresmonats. Die aktuelle Arbeitslosenquote sank um 0,1 Prozentpunkte und betrug im Juni 7,0 Prozent.

  • Arbeitslosenzahlen sinken weiter
  • Ende Juni waren 18.174 Menschen aus dem Rhein-Erft-Kreis arbeitslos. Das sind 175 oder 1,0 Prozent weniger als im Mai 2021.
  • Die Arbeitslosenquote im Rhein-Erft-Kreis lag bei 7,0 Prozent
  • 2.680 Zugänge in Arbeitslosigkeit. Zum Vormonat 196 oder 7,9 Prozent mehr Zugänge in Arbeitslosigkeit. Davon erfolgten 1.055 Zugänge aus Erwerbstätigkeit (+91 oder +8,6 Prozent zum Vormonat)
  • 2.862 Menschen beendeten ihre Arbeitslosigkeit. Plus 211 oder +8,0 Prozent im Vergleich zum Vormonat. Davon begannen 1.165 Menschen eine Erwerbstätigkeit (+162 oder +16,2 Prozent zum Vormonat)
  • Zahl der neu gemeldeten Stellen gestiegen. Der Agentur für Arbeit wurden im Juni 812 Arbeitsstellen gemeldet, das sind 81 oder 11,1 Prozent mehr Stellen als im Vormonat und 316 oder 63,7 Prozent mehr als im Juni 2020.

Gesamtentwicklung

Im Juni sanken die Arbeitslosenzahlen saisonbedingt weiter. Insgesamt waren 18.174 Menschen arbeitslos, das waren 175 oder 1,0 Prozent weniger als im Vormonat. Der Bestand der Arbeitslosen lag mit einem Minus von 759 oder 4,0 Prozent unter dem Niveau des Vorjahresmonats. Die aktuelle Arbeitslosenquote sank um 0,1 Prozentpunkte und betrug im Juni 7,0 Prozent.
„Im Juni hat sich die Arbeitslosigkeit im Rhein-Erft-Kreis weiter positiv entwickelt. In der Krise bestätigte sich der robuste Arbeitsmarkt und inzwischen sehen wir positive Tendenzen. Gleichwohl aber ist die Arbeitslosigkeit verglichen mit der Vor-Corona-Zeit hoch und würde noch höher ausfallen, würden die Unternehmen nicht weiterhin – der jeweiligen Arbeits- und Auftragslage entsprechend – rege Gebrauch vom Kurzarbeitergeld machen“, so Rainer Imkamp, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Brühl.
„Die deutlichen Lockerungen der pandemiebedingten Einschränkungen und die spürbare Belebung der Wirtschaft bewegt die Unternehmen in der Region jetzt wieder dazu, mehr freie Arbeitsstellen zu melden. Beispielhaft dafür sind hier die Stellenmeldungen der Gastronomie, Verkehr und Lagerei sowie für das verarbeitende Gewerbe. Außerdem können die Unternehmen, die ihre Mitarbeitenden durch die Möglichkeit der Kurzarbeit nicht entlassen mussten, jetzt schnell auf die anspringende Konjunktur reagieren “, so Imkamp weiter.
Im Juni wurden 812 neue Stellen gemeldet, +316 oder +63,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. „Wo Kurzarbeit zurückgefahren wird, können auch neue Jobchancen für arbeitslose Menschen entstehen. Die Unternehmen starten jetzt mit eingespieltem Personal, auf dieser Grundlage kann sich der Bedarf nach neuen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern entwickeln. Da die Unternehmen nicht mehr in der Kurzarbeit sind, können sie nun auch einstellen.“
Im Rhein-Erft-Kreis sind kurz vor dem Beginn der Sommerferien noch 726 gemeldete duale Ausbildungsstellen offen. Dem stehen 635 Jugendliche gegenüber, die noch keinen Ausbildungsplatz oder eine Alternative gefunden haben. Für die Firmen sind dies 635 potentielle Fachkräfte von morgen, so Imkamp. „Deshalb - und weil die Zeit drängt, die Sommerferien bald beginnen, gleichzeitig aber auch viele Unternehmen noch freie Ausbildungsstellen melden, bieten wir auch in den Ferien unterschiedliche Online-Veranstaltungen an und beraten junge ausbildungsinteressierte Menschen zu ihren individuellen Chancen und beruflichen Perspektiven und unterstützen sie bei der Suche nach einem passenden Ausbildungsplatz. Unser Sommercamp der Berufsberatung startet am 05.07.2021 und bietet unter anderem Bewerbungstrainings, tolle Coachings zu verschiedensten Themen wie z.B. Business-Knigge, Selbstreflektion und Selbstbewusstsein und vieles mehr rund um den Einstieg ins Berufsleben. Es gibt auch virtuelle Veranstaltungen, direkt mit verschiedenen Arbeitgebern. Einfach Anmelden, vorbeikommen und vielleicht direkt den passenden Ausbildungsbetrieb finden“, wirbt der Ausbildungsmarktexperte.
Das Angebot zum Sommercamp 2021 finden interessierte Jugendliche und deren Eltern hier:
https://www.arbeitsagentur.de/vor-ort/bruehl/ausbildungswoche

Übrigens: regelmäßig reinschauen lohnt sich immer, das Angebot wird regelmäßig ausgebaut. Für alle Fragen die unbeantwortet bleiben, haben wir eine zusätzliche regionale Hotline eingerichtet: 02251 797979. Hier können Jugendliche direkt mit einer Berufsberaterin oder einem Berufsberater sprechen.

Ausbildungsmarkt
Von Oktober 2020 bis Juni 2021 meldeten sich bei den Agenturen für Arbeit Brühl 1.875 Bewerberinnen und Bewerber aus dem Rhein-Erft-Kreis für eine Ausbildungsstelle. Das waren 183 weniger als im Vorjahreszeitraum. 635 Bewerberinnen und Bewerber sind noch unversorgt. Gleichzeitig waren 1.566 Ausbildungsstellen gemeldet, 477 weniger als vor einem Jahr. Von den gemeldeten Ausbildungsstellen waren 726 im Juni noch unbesetzt.

Konjunkturelle Kurzarbeit
Für den Mai 2021 legte die Statistik nun die endgültigen Daten zu den Anzeigen und betroffenen Personen vor. Danach zeigten im Mai insgesamt 47 Unternehmen aus dem Rhein-Erft-Kreis Kurzarbeit an. In den Anzeigen wurden der Arbeitsagentur für Mai 2021 insgesamt 285 Personen genannt. Im Mai 2020 waren es 447 Unternehmen für 5.064 darin aufgeführte Personen. Für den Juni 2021 erfasste die Statistik vorläufige Zahlen für den Zeitraum 01. bis 24. Juni 2021. Demzufolge zeigten im Juni insgesamt 22 Unternehmen Kurzarbeit an. In den Anzeigen wurden für Juni voraussichtlich insgesamt 119 Personen genannt.
*Die Betriebe müssen vor Beginn von Kurzarbeit eine schriftliche Anzeige bei der zuständigen Agentur für Arbeit (Betriebssitz) erstatten; dies hat spätestens bis zum Ende des Monats zu erfolgen, für den erstmalig Leistungen bezogen werden sollen. Für Saison-Kurzarbeit gibt es keine Anzeigepflicht mehr. Anzeigen sind nur noch für konjunkturelle Kurzarbeit (§ 96 SGB III) sowie für Transferkurzarbeit (§ 111 SGB III) abzugeben.
Nach Bewilligung der Anzeige durch die Agentur für Arbeit kann der Betrieb für jeden Kalendermonat, in dem Kurzarbeit stattfand, einen Antrag auf Kurzarbeitergeld stellen; dies hat innerhalb einer Ausschlussfrist von drei Kalendermonaten zu erfolgen. Die für die Zahlung notwendigen Angaben werden in einer Abrechnungsliste vermerkt, die durch die Agentur für Arbeit anschließend dahingehend geprüft wird, ob ein Leistungsanspruch besteht, bewilligt und ausgezahlt werden kann.

Unterbeschäftigung
Insgesamt konnten 21.277 Menschen aus dem Rhein-Erft-Kreis zum Zähltag im Juni keiner regulären Beschäftigung nachgehen (sogenannte Unterbeschäftigung*). Damit lag die Zahl der Menschen ohne Beschäftigung mit 275 oder 1,3 Prozent unter dem Wert des Vormonats und um 805 oder 3,6 Prozent unter dem des Vorjahresmonats. Der Entlastungseffekt durch arbeitsmarktpolitische Aktivitäten ist weiterhin beachtlich. Ohne die Entlastung hätte die Arbeitslosenquote im Rhein-Erft-Kreis im Juni bei 8,1 anstatt bei 7,0 Prozent gelegen.
*) Der Begriff der Unterbeschäftigung erweitert den Begriff der Arbeitslosigkeit und bildet das Defizit an regulärer Beschäftigung umfassender ab. Zusätzlich zu den registrierten Arbeitslosen zählt die Statistik der Bundesagentur für Arbeit zur Unterbeschäftigung die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in bestimmten arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen (z.B. Berufliche Weiterbildung, Arbeitsgelegenheiten oder in Aktivierungs- und berufliche Eingliederung) sowie Personen in bestimmten rechtlichen Sonderstatus (z.B. Vorruhestandsähnliche Regelungen, Arbeitsunfähigkeit). Würden diese Personen nicht an der jeweiligen Maßnahme teilnehmen oder unter den jeweiligen Sonderstatus fallen, läge die Arbeitslosigkeit entsprechend höher. Die ausgewiesenen Daten zur Unterbeschäftigung sind vorläufig und hochgerechnet.

Arbeitslosigkeit nach Rechtskreisen
In der Arbeitslosenversicherung (SGB III) wurden im Vergleich zum Vormonat insgesamt 430 oder 6,2 Prozent weniger Arbeitslose aus dem Rhein-Erft-Kreis gezählt. Insgesamt betreut die Brühler Arbeitsagentur damit aktuell 6.537 Kunden aus dem Rhein-Erft-Kreis. Im Vergleich zum Vorjahr wurden 1.017 oder 13,5 Prozent weniger Arbeitslose verzeichnet.
Die Zahl der vom Jobcenter Rhein-Erft (gemeinsame Einrichtung des Rhein-Erft-Kreises und der Arbeitsagentur) betreuten Arbeitslosen in der Grundsicherung (SGB II) ist im Juni um 255 oder 2,2 Prozent gestiegen. Aktuell sind 11.637 Frauen und Männer beim Jobcenter Rhein-Erft arbeitslos gemeldet. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Zahl um 258 oder 2,3 Prozent gestiegen.

Arbeitslosenquote
Die Arbeitslosenquote auf Basis aller zivilen Erwerbspersonen sank im Juni um 0,1 Prozentpunkte und beträgt aktuell 7,0 Prozent. Im Juni 2020 betrug die Arbeitslosenquote im Rhein-Erft-Kreis 7,3 Prozent.

Arbeitslosmeldungen und Arbeitsaufnahmen
Im Juni meldeten sich 2.680 Männer und Frauen arbeitslos, 196 oder 7,9 Prozent mehr als im Vormonat und 370 oder 16,0 Prozent mehr als im gleichen Monat des Vorjahres. Die Zahl der Personen, die sich unmittelbar nach Verlust ihres Arbeitsplatzes arbeitslos meldeten, betrug im aktuellen Monat 1.155, das sind 91 oder 8,6 Prozent mehr als im Vormonat (zum Vorjahr: +38 oder +3,4 Prozent). Bis zum Zähltag im Juni meldeten sich insgesamt 645 Personen nach einer Ausbildung oder sonstigen Maßnahme arbeitslos. Im Vergleich zum Vormonat wurden hier 41 oder 6,8 Prozent mehr gezählt (zum Vorjahr: +130 oder +25,2 Prozent).
Den im Juni arbeitslos gewordenen Menschen standen im gleichen Zeitraum 2.862 Männer und Frauen gegenüber, die ihre Arbeitslosigkeit beenden konnten, 211 oder 8,0 Prozent mehr als im letzten Monat und 713 oder 33,2 Prozent mehr als im Vorjahresmonat. 1.165 Personen und damit 162 oder 16,2 Prozent mehr als im letzten Monat (+192 oder +19,7 Prozent zum Vorjahresmonat) nahmen eine abhängige Beschäftigung auf. Insgesamt 575 Menschen (+81 oder +16,4 Prozent zum Vormonat; +169 oder +41,6 Prozent zum Vorjahresmonat) begannen eine Ausbildung oder sonstige Maßnahme.

Veränderung der Arbeitslosigkeit nach Personengruppen

Junge Arbeitslose unter 25 Jahren
Die Arbeitslosigkeit in der Altersgruppe der 15 bis unter 25 Jahre jungen Menschen sank auf 1.388. Davon entfielen 635 auf die Arbeitslosenversicherung (SGB III) und 753 auf die Grundsicherung (SGB II). Das waren 93 oder 6,3 Prozent weniger als im Vormonat (Veränderung SGB III zum Vormonat: -75 oder -10,6 Prozent, SGB II: -18 oder -2,3 Prozent). Im Vergleich zum Vorjahresmonat ist die Zahl der arbeitslosen Jugendlichen unter 25 Jahren um 428 oder 23,6 Prozent gesunken (Veränderung SGB III zum Vorjahresmonat: -197 oder -23,7 Prozent, SGB II: -231 oder -23,5 Prozent).

Langzeitarbeitslose
Insgesamt 8.215 (davon SGB III: 1.116, SGB II: 7.099) Menschen waren länger als zwölf Monate ohne Beschäftigung; +60 oder +0,7 Prozent zum Vormonat (davon SGB III: -41 oder -3,5 Prozent, SGB II: +101 oder +1,4 Prozent). Im Vergleich zum Vorjahresmonat wurden 1.823 oder 28,5 Prozent (SGB III: +332 oder +42,3 Prozent, SGB II: +1.491 oder +26,6 Prozent) mehr Langzeitarbeitslose gezählt.

Ältere Arbeitslose
Insgesamt 6.545 (davon SGB III: 2.843, SGB II: 3.702) ältere Menschen über 50 Jahre waren im Juni im Rhein-Erft-Kreis arbeitslos gemeldet. Die Betroffenheit stieg gegenüber dem Vormonat um 71 oder 1,1 Prozent (SGB III: -89 oder -3,0 Prozent, SGB II: +160 oder +4,5 Prozent). Das sind 450 oder 7,4 Prozent ältere Männer und Frauen mehr als im letzten Jahr (SGB III: +51 oder +1,8 Prozent, SGB II: +399 oder +12,1 Prozent).

Stellenangebote
Arbeitgeber meldeten im Juni 812 neue Arbeitsstellen, das waren 81 oder 11,1 Prozent mehr als im letzten Monat und 316 oder 63,7 Prozent mehr als vor einem Jahr. Derzeit hat die Agentur für Arbeit Brühl 3.709 Arbeitsstellen aus dem Rhein-Erft-Kreis im Bestand, gegenüber dem letzten Monat ist dies ein Plus von 83 oder 2,3 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahresmonat gab es 117 Stellen mehr (+3,3 Prozent).

Aktive Arbeitsmarktpolitik
873 Menschen bereiteten sich durch die Teilnahme an einer beruflichen Weiterbildung auf eine Beschäftigung im ersten Arbeitsmarkt vor, -33 oder -3,6 Prozent zum Vormonat. Im Vergleich zum Vorjahresmonat waren dies +59 oder +7,2 Prozent. 800 Menschen nahmen an Maßnahmen zur Aktivierung und beruflichen Eingliederung teil (-20 oder -2,4 Prozent zum Vormonat, +168 oder +26,6 Prozent zum Vorjahresmonat), 436 Menschen wurden in ihrer Aufnahme einer Erwerbstätigkeit gefördert (+7 oder +1,6 Prozent gegenüber Vormonat und +108 oder +32,9 Prozent zum Vorjahresmonat).
 

Pressesprecher der Agentur für Arbeit Brühl

Frau Nicole Cuvelier