29.07.2021 | Presseinfo Nr. 85

Im Juli stiegen die Arbeitslosenzahlen saisonbedingt leicht an

Im Juli stiegen die Arbeitslosenzahlen saisonbedingt leicht an. Insgesamt waren 6.374 Menschen arbeitslos, das waren 60 oder 1,0 Prozent mehr als im Vormonat. Der Bestand der Arbeitslosen lag mit einem Minus von 168 oder 2,6 Prozent unter dem Niveau des Vorjahresmonats. Die aktuelle Arbeitslosenquote blieb zum Vormonat unverändert und betrug auch im Juli 6,0 Prozent.

  • Arbeitslosenzahlen leicht gestiegen
  • Ende Juli waren 6.374 Menschen aus dem Kreis Euskirchen arbeitslos. Das sind 60 oder 1,0 Prozent mehr als im Juni 2021.
  • Die Arbeitslosenquote im Kreis Euskirchen lag bei 6,0 Prozent
  • 1.045 Zugänge in Arbeitslosigkeit
    Zum Vormonat 182 oder 21,1 Prozent mehr Zugänge in Arbeitslosigkeit. Davon erfolgten 423 Zugänge aus Erwerbstätigkeit (+97 oder +29,8 Prozent zum Vormonat)
  • 993 Menschen beendeten ihre Arbeitslosigkeit
    Plus 2 oder +0,2 Prozent im Vergleich zum Vormonat. Davon begannen 400 Menschen eine Erwerbstätigkeit (+15 oder +3,9 Prozent zum Vormonat)
  • Zahl der neu gemeldeten Stellen gestiegen
    Der Agentur für Arbeit wurden im Juli 496 Arbeitsstellen gemeldet, das sind 79 oder 18,9 Prozent mehr Stellen als im Vormonat und 143 oder 40,5 Prozent mehr als im Juli 2020.

Gesamtentwicklung

Im Juli stiegen die Arbeitslosenzahlen saisonbedingt leicht an. Insgesamt waren 6.374 Menschen arbeitslos, das waren 60 oder 1,0 Prozent mehr als im Vormonat. Der Bestand der Arbeitslosen lag mit einem Minus von 168 oder 2,6 Prozent unter dem Niveau des Vorjahresmonats. Die aktuelle Arbeitslosenquote blieb zum Vormonat unverändert und betrug auch im Juli 6,0 Prozent.

Dass die Arbeitslosenzahlen in den Sommermonaten leicht steigen, ist üblich. Schulabgänger und Absolventen betrieblicher Ausbildungen treffen, jahreszeitlich bedingt, auf einen weniger aufnahmefähigen Arbeitsmarkt. Viele Unternehmen stellen erst nach der Sommerpause wieder ein. Der Arbeitsmarkt im Kreis Euskirchen ist also weitestgehend stabil und der Bedarf an Fachkräften hoch“, kommentierte der Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Brühl, Rainer Imkamp, heute in Brühl die neuesten Arbeitsmarktdaten aus dem Kreis Euskirchen.

Überschattet würde diese - für diesen Sommermonat - günstige Entwicklung am Arbeitsmarkt in der Region leider von der großen Hochwasserkatastrophe. Nicht nur Privathaushalte oder Unternehmen sind in unbekannter Größenordnung betroffen, auch die Infrastrukturschäden können noch Auswirkungen für den Arbeitsmarkt im Kreis Euskirchen haben, was derzeit aber nicht einzuschätzen ist.  Imkamp weist in diesem Zusammenhang darauf hin, dass Unternehmen, die von den Folgen der Flut betroffen sind, die Möglichkeit haben, wegen dieses unabwendbaren Ereignisses Kurzarbeit anzuzeigen und in der Folge auch Kurzarbeitergeld zu beziehen, wenn es zu Betriebseinschränkungen und Arbeitsausfällen für die Beschäftigten kommt.

Die wesentlichen Informationen und Kontaktwege habe die Arbeitsagentur in einer Presseinformation und einem PDF zusammengestellt. Beides steht hier zum Download zur Verfügung:

https://www.ba-mediaboard.de/media-share/external/share/47cdfe1d-7cf8-4ba4-89e0-12f030707c7a

Die allgemeine Entwicklung am Arbeitsmarkt in diesem Monat beschreibt Imkamp „als wenig überraschend in der Sommerpause“, lediglich die hohen Zugänge an neuen Arbeitsstellen sind zu dieser Jahreszeit nicht unbedingt zu erwarten.

Die Unternehmen blicken wieder optimistischer nach vorn. Das zeigt sich an der steigenden Nachfrage nach neuen Mitarbeitern. Diese hat in vielen Branchen spürbar angezogen und nähert sich dem Niveau von vor der Corona-Krise an. Im Vergleich zum Juli 2020 liegt der gemeldete Stellenbestand vor allem im Verarbeitenden Gewerbe, im Baugewerbe, bei der Erbringung von sonstigen wirtschaftlichen Dienstleistungen deutlich höher. Aber auch im Handel sowie bei der Land- und Forstwirtschaft war ein spürbares Plus zu verzeichnen.“, so Imkamp weiter.

Im Juli wurden 1.239 neue Stellen gemeldet, +427 oder +52,6 Prozent im Vergleich zum Vormonat und +631 oder +103,8 Prozent zum Vorjahresmonat.

Ausbildungsmarkt

Weiterhin sei außerdem leider die Lage auf dem Ausbildungsmarkt im Kreis Euskirchen noch stark von den Folgen der Pandemie-Maßnahmen geprägt. Seit Beginn des Beratungsjahres 2020/21 ist vor allem die Zahl der aktuell 876 gemeldeten Bewerberinnen und Bewerber im Vergleich zum Vorjahreszeitraum (-14,8 Prozent) zurückgegangen. Auch die Zahl der gemeldeten Ausbildungsstellen (im Juli: 666) unterschreitet mittlerweile den Stand des Vorjahres um 89 Ausbildungsstellen oder 11,8 Prozent. Deshalb startete die Bundesagentur für Arbeit mit allen Partnern eine breit angelegte Initiative, den „Sommer der Berufsausbildung“. „In den kommenden Wochen und Monaten werden wir mit vielen Aktionen und Informationen nochmal gezielt auf Jugendliche, Betriebe, Eltern zugehen und für Ausbildung werben“, so Imkamp.

Weitere Informationen zu dieser Initiative finden Sie

hier:https://www.aus-und-weiterbildungsallianz.de/AAW/Navigation/DE/Home/home.html

„Auch in unser Sommercamp der Berufsberatung gibt es bis zum Ende der Sommerferien noch spannende Veranstaltungen“, wirbt der Ausbildungsmarktexperte.

Das Angebot zum Sommercamp 2021 finden interessierte Jugendliche und deren Eltern hier:

 https://www.arbeitsagentur.de/vor-ort/bruehl/ausbildungswoche

Für alle Fragen die unbeantwortet bleiben, haben wir eine zusätzliche regionale Hotline eingerichtet: 02251 797979. Hier können Jugendliche direkt mit einer Berufsberaterin oder einem Berufsberater sprechen.

Konjunkturelle Kurzarbeit

Für den Juni 2021 legte die Statistik nun die endgültigen Daten zu den Anzeigen und betroffenen Personen vor. Danach zeigten im Juni insgesamt 13 Unternehmen aus dem Kreis Euskirchen Kurzarbeit an. In den Anzeigen wurden der Arbeitsagentur für Juni 2021 insgesamt 67 Personen genannt. Im Juni 2020 waren es 35 Unternehmen für 398 darin aufgeführte Personen. Für den Juli 2021 erfasste die Statistik vorläufige Zahlen für den Zeitraum 01. Juli bis 25.07.2021. Demzufolge zeigten im Juli insgesamt 19 Unternehmen Kurzarbeit an. In den Anzeigen wurden für Juli voraussichtlich insgesamt 142 Personen genannt.

*Die Betriebe müssen vor Beginn von Kurzarbeit eine schriftliche Anzeige bei der zuständigen Agentur für Arbeit (Betriebssitz) erstatten; dies hat spätestens bis zum Ende des Monats zu erfolgen, für den erstmalig Leistungen bezogen werden sollen. Für Saison-Kurzarbeit gibt es keine Anzeigepflicht mehr. Anzeigen sind nur noch für konjunkturelle Kurzarbeit (§ 96 SGB III) sowie für Transferkurzarbeit (§ 111 SGB III) abzugeben. Nach Bewilligung der Anzeige durch die Agentur für Arbeit kann der Betrieb für jeden Kalendermonat, in dem Kurzarbeit stattfand, einen Antrag auf Kurzarbeitergeld stellen; dies hat innerhalb einer Ausschlussfrist von drei Kalendermonaten zu erfolgen. Die für die Zahlung notwendigen Angaben werden in einer Abrechnungsliste vermerkt, die durch die Agentur für Arbeit anschließend dahingehend geprüft wird, ob ein Leistungsanspruch besteht, bewilligt und ausgezahlt werden kann

Unterbeschäftigung

Insgesamt konnten 7.265 Menschen aus dem Kreis Euskirchen zum Zähltag im Juli keiner regulären Beschäftigung nachgehen (sogenannte Unterbeschäftigung*). Damit lag die Zahl der Menschen ohne Beschäftigung mit 3 oder 0,0 Prozent unter dem Wert des Vormonats und um 424 oder 5,5 Prozent unter dem des Vorjahresmonats. Der Entlastungseffekt durch arbeitsmarktpolitische Aktivitäten ist weiterhin beachtlich. Ohne die Entlastung hätte die Arbeitslosenquote im Kreis Euskirchen im Juli bei 6,8 anstatt bei 60 Prozent gelegen. *) Der Begriff der Unterbeschäftigung erweitert den Begriff der Arbeitslosigkeit und bildet das Defizit an regulärer Beschäftigung umfassender ab. Zusätzlich zu den registrierten Arbeitslosen zählt die Statistik der Bundesagentur für Arbeit zur Unterbeschäftigung die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in bestimmten arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen  (z.B. Berufliche Weiterbildung, Arbeitsgelegenheiten oder in Aktivierungs- und berufliche Eingliederung) sowie Personen in bestimmten rechtlichen Sonderstatus (z.B. Vorruhestandsähnliche Regelungen, Arbeitsunfähigkeit). Würden diese Personen nicht an der jeweiligen Maßnahme teilnehmen oder unter den jeweiligen Sonderstatus fallen, läge die Arbeitslosigkeit entsprechend höher.

Arbeitslosigkeit nach Rechtskreisen

In der Arbeitslosenversicherung (SGB III) wurden im Vergleich zum Vormonat insgesamt 7 oder 0,3 Prozent weniger Arbeitslose aus dem Kreis Euskirchen gezählt. Insgesamt betreut die Brühler Arbeitsagentur damit aktuell 2.503 Kunden aus dem Kreis Euskirchen. Im Vergleich zum Vorjahr wurden 512 oder 17,0 Prozent weniger Arbeitslose verzeichnet.

Die Zahl der vom Jobcenter EU-aktiv (gemeinsame Einrichtung des Kreises Euskirchen und der Arbeitsagentur) betreuten Arbeitslosen in der Grundsicherung (SGB II) ist im Juli um 67 oder 1,8 Prozent gestiegen. Aktuell sind 3.871 Frauen und Männer beim Jobcenter EU-aktiv arbeitslos gemeldet. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Zahl um 344 oder 9,8 Prozent gestiegen.

Arbeitslosenquote

Die Arbeitslosenquote auf Basis aller zivilen Erwerbspersonen blieb zum Vormonat unverändert beträgt weiter 6,0 Prozent. Im Juli 2020 betrug die Arbeitslosenquote im Kreis Euskirchen 6,2 Prozent.

Arbeitslosmeldungen und Arbeitsaufnahmen

Im Juli meldeten sich 1.045 Männer und Frauen arbeitslos, 182 oder 21,1 Prozent mehr als im Vormonat und 15 oder 1,4 Prozent weniger als im gleichen Monat des Vorjahres. Die Zahl der Personen, die sich unmittelbar nach Verlust ihres Arbeitsplatzes arbeitslos meldeten, betrug im aktuellen Monat 423, das sind 97 oder 29,8 Prozent mehr als im Vormonat (zum Vorjahr: -60 oder -12,4 Prozent). Bis zum Zähltag im Juli meldeten sich insgesamt 338 Personen nach einer Ausbildung oder sonstigen Maßnahme arbeitslos. Im Vergleich zum Vormonat wurden hier 91 oder 36,8 Prozent mehr gezählt (zum Vorjahr: +28 oder +9,0 Prozent).

Den im Juli arbeitslos gewordenen Menschen standen im gleichen Zeitraum 993 Männer und Frauen gegenüber, die ihre Arbeitslosigkeit beenden konnten, 2 oder 0,2 Prozent mehr als im letzten Monat und 93 oder 10,3 Prozent mehr als im Vorjahresmonat. 400 Personen und damit 15 oder 3,9 Prozent mehr als im letzten Monat (+34 oder +9,3 Prozent zum Vorjahresmonat) nahmen eine abhängige Beschäftigung auf. Insgesamt 190 Menschen (-12 oder -5,9 Prozent zum Vormonat; -32 oder -14,4 Prozent zum Vorjahresmonat) begannen eine Ausbildung oder sonstige Maßnahme.

Veränderung der Arbeitslosigkeit nach Personengruppen

Junge Arbeitslose unter 25 Jahren

Die Arbeitslosigkeit in der Altersgruppe der 15 bis unter 25 Jahre jungen Menschen stieg auf 558. Davon entfielen 270 auf die Arbeitslosenversicherung (SGB III) und 288 auf die Grundsicherung (SGB II). Das waren 45 oder 8,8 Prozent mehr als im Vormonat (Veränderung SGB III zum Vormonat: +49 oder -22,2 Prozent, SGB II: -4 oder -1,4 Prozent). Im Vergleich zum Vorjahresmonat ist die Zahl der arbeitslosen Jugendlichen unter 25 Jahren um 144 oder 20,5 Prozent gesunken (Veränderung SGB III zum Vorjahresmonat: -99 oder -26,8 Prozent, SGB II: -45 oder -13,5 Prozent).

Langzeitarbeitslose

Insgesamt 2.774 (davon SGB III: 513, SGB II: 2.261) Menschen waren länger als zwölf Monate ohne Beschäftigung; +27 oder +1,0 Prozent zum Vormonat (davon SGB III: -5 oder -1,0 Prozent, SGB II: +32 oder +1,4 Prozent). Im Vergleich zum Vorjahresmonat wurden 641 oder 30,1 Prozent (SGB III: +76 oder +17,4 Prozent, SGB II: +565 oder +33,3 Prozent) mehr Langzeitarbeitslose gezählt.

Ältere Arbeitslose

Insgesamt 2.331 (davon SGB III: 1.205, SGB II: 1.126) ältere Menschen über 50 Jahre waren im Juli im Kreis Euskirchen arbeitslos gemeldet. Die Betroffenheit stieg gegenüber dem Vormonat um 13 oder 0,6 Prozent (SGB III: -13 oder -1,1 Prozent, SGB II: +26 oder +2,4 Prozent). Das sind 85 oder 3,8 Prozent ältere Männer und Frauen mehr als im letzten Jahr (SGB III: -92 oder -7,1 Prozent, SGB II: +177 oder +18,7 Prozent).

Stellenangebote

Arbeitgeber meldeten im Juli 496 neue Arbeitsstellen, das waren 79 oder 18,9 Prozent mehr als im letzten Monat und 143 oder 40,5 Prozent mehr als vor einem Jahr. Derzeit hat die Agentur für Arbeit Brühl 1.704 Arbeitsstellen aus dem Kreis Euskirchen im Bestand, gegenüber dem letzten Monat ist dies ein Plus von 129 oder 8,2 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahresmonat gab es 369 Stellen mehr (+27,6 Prozent).

Aktive Arbeitsmarktpolitik

302 Menschen bereiteten sich durch die Teilnahme an einer beruflichen Weiterbildung auf eine Beschäftigung im ersten Arbeitsmarkt vor, -7 oder -2,3 Prozent zum Vormonat. Im Vergleich zum Vorjahresmonat waren dies -40 oder -11,7 Prozent. 131 Menschen nahmen an Maßnahmen zur Aktivierung und beruflichen Eingliederung teil (+21 oder +19,7 Prozent zum Vormonat, -65 oder -33,2 Prozent zum Vorjahresmonat), 151 Menschen wurden in ihrer Aufnahme einer Erwerbstätigkeit gefördert (-11 oder -6,8 Prozent gegenüber Vormonat und -29 oder -16,1 Prozent zum Vorjahresmonat).

Pressesprecher der Agentur für Arbeit Brühl

Frau Nicole Cuvelier