30.09.2021 | Presseinfo Nr. 90

Im September sinken die Arbeitslosenzahlen deutlich

Im September sind die Arbeitslosenzahlen deutlich gesunken. Insgesamt waren 17.062 Menschen arbeitslos, das waren 755 oder 4,2 Prozent weniger als im Vormonat. Der Bestand der Arbeitslosen lag mit einem Minus von 1.748 oder 9,3 Prozent unter dem Niveau des Vorjahresmonats. Die aktuelle Arbeitslosenquote sank zum Vormonat um 0,3 Prozentpunkte auf 6,6 Prozent.

  • Arbeitslosenzahlen deutlich gesunken
  • Ende September waren 17.062 Menschen aus dem Rhein-Erft-Kreis arbeitslos. Das sind 755 oder 4,2 Prozent weniger als im August 2021.
  • Die Arbeitslosenquote im Rhein-Erft-Kreis lag bei 6,6 Prozent
  • 2.729 Zugänge in Arbeitslosigkeit
    Zum Vormonat 54 oder 2,0 Prozent mehr Zugänge in Arbeitslosigkeit.
    Davon erfolgten 998 Zugänge aus Erwerbstätigkeit (-67 oder -6,3 Prozent zum Vormonat)
  • 3.454 Menschen beendeten ihre Arbeitslosigkeit
    Plus 519 oder +17,7 Prozent im Vergleich zum Vormonat. Davon begannen 1.217 Menschen eine Erwerbstätigkeit (+172 oder +16,5 Prozent zum Vormonat)
  • Zahl der neu gemeldeten Stellen gesunken
    Der Agentur für Arbeit wurden im September 704 Arbeitsstellen gemeldet, das sind 130 oder 15,6 Prozent weniger Stellen als im Vormonat und 26 oder 3,6 Prozent weniger als im September 2020.

Gesamtentwicklung


Im September sind die Arbeitslosenzahlen deutlich gesunken. Insgesamt waren 17.062 Menschen arbeitslos, das waren 755 oder 4,2 Prozent weniger als im Vormonat. Der Bestand der Arbeitslosen lag mit einem Minus von 1.748 oder 9,3 Prozent unter dem Niveau des Vorjahresmonats. Die aktuelle Arbeitslosenquote sank zum Vormonat um 0,3 Prozentpunkte auf 6,6 Prozent.


„Ein deutlicher Rückgang der Arbeitslosenzahlen in einem September ist üblich. Nach der Sommerpause besetzen Arbeitgeber ihre vakanten Stellen und damit beginnt für viele Menschen im September oft ein beruflicher Neuanfang. Durch den Beginn von beruflichen Ausbildungen, Schule und Studium gibt es bei den Jugendlichen unter 25 Jahren einen starken Rückgang der Arbeitslosigkeit. Die Arbeitslosigkeit in dieser Altersgruppe sank um 164 oder 10,7 Prozent. Erfreulich ist aber auch der Rückgang bei den älteren und ausländischen Menschen. Bei den Arbeitslosen ab 50 Jahre sank die Arbeitslosigkeit um 132 oder 2,1 Prozent und bei den Ausländerinnen und Ausländern um 221 oder 3,7 Prozent“, sagt Rainer Imkamp, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Brühl heute zu den neuesten Arbeitsmarktdaten aus dem Rhein-Erft-Kreis.
„Insgesamt geben die jüngsten Zahlen also Anlass zu Optimismus - trotz weiterhin bestehender Unsicherheiten durch z.B. die Folgen der Hochwasserkatastrophe oder bei der Bekämpfung der Pandemie.
Diese beiden Themen bleiben unter dem Strich die entscheidenden Faktoren bei der Einschätzung für die kommenden Monate. Ich bin zuversichtlich, dass die breit angelegte Impfkampagne der Bundesregierung ihre Wirkung erzielt und wir mit steigender Impfquote keine weitere große Corona-Welle befürchten müssen. Daher öffnen wir nun auch in unseren Dienststellen die Möglichkeiten der persönlichen Beratung weiter. Es können also wieder deutlich mehr Gespräche zwischen unseren Mitarbeitenden und Kunden mit dem Nachweis von 3G geführt werden Es können also wieder deutlich mehr Gespräche zwischen unseren Mitarbeitenden und Kunden mit dem Nachweis von 3G geführt werden. Damit wir die geltenden Hygieneregeln einhalten können, wird es vorerst nur terminierte Gespräche geben. Das dient dem Schutz unserer Kundinnen und Kunden und auch unserer Kolleginnen und Kollegen. Die persönliche Arbeitslosmeldung ist aber auch ohne vorherige Terminvereinbarung an den dafür vorgesehenen Öffnungszeiten möglich.“

Imkamp empfiehlt dennoch - auch wegen der andauernden Pandemie - längere Wartezeiten oder ein hohes Kundenaufkommen zu vermeiden und daher vorher über die gebührenfreie Hotline 0800 4 5555 00 einen Termin zu vereinbaren.


Ausbildungsmarkt


Die Jahresbilanz zum Ausbildungsmarkt 2021 wird am 28.10.2021 veröffentlicht.


Konjunkturelle Kurzarbeit


Für den August 2021 legte die Statistik nun die endgültigen Daten zu den Anzeigen und betroffenen Personen vor. Danach zeigten im August insgesamt 12 Unternehmen aus dem Rhein-Erft-Kreis Kurzarbeit an. In den Anzeigen wurden der Arbeitsagentur für August 2021 insgesamt 392 Personen genannt. Im August 2020 waren es 38 Unternehmen für 530 darin aufgeführte Personen. Für den September 2021 erfasste die Statistik vorläufige Zahlen für den Zeitraum 01. September bis 26. September 2021. Demzufolge zeigten im September insgesamt 9 Unternehmen Kurzarbeit an. In den Anzeigen wurden für September voraussichtlich insgesamt 91 Personen genannt.
*Die Betriebe müssen vor Beginn von Kurzarbeit eine schriftliche Anzeige bei der zuständigen Agentur für Arbeit (Betriebssitz) erstatten; dies hat spätestens bis zum Ende des Monats zu erfolgen, für den erstmalig Leistungen bezogen werden sollen. Für Saison-Kurzarbeit gibt es keine Anzeigepflicht mehr. Anzeigen sind nur noch für konjunkturelle Kurzarbeit (§ 96 SGB III) sowie für Transferkurzarbeit (§ 111 SGB III) abzugeben.
Nach Bewilligung der Anzeige durch die Agentur für Arbeit kann der Betrieb für jeden Kalendermonat, in dem Kurzarbeit stattfand, einen Antrag auf Kurzarbeitergeld stellen; dies hat innerhalb einer Ausschlussfrist von drei Kalendermonaten zu erfolgen. Die für die Zahlung notwendigen Angaben werden in einer Abrechnungsliste vermerkt, die durch die Agentur für Arbeit anschließend dahingehend geprüft wird, ob ein Leistungsanspruch besteht, bewilligt und ausgezahlt werden kann
 


Unterbeschäftigung


Insgesamt konnten 19.959 Menschen aus dem Rhein-Erft-Kreis zum Zähltag im September keiner regulären Beschäftigung nachgehen (sogenannte Unterbeschäftigung*). Damit lag die Zahl der Menschen ohne Beschäftigung mit 720 oder 3,5 Prozent unter dem Wert des Vormonats und um 2.299 oder 10,3 Prozent unter dem des Vorjahresmonats. Der Entlastungseffekt durch arbeitsmarktpolitische Aktivitäten ist weiterhin beachtlich. Ohne die Entlastung hätte die Arbeitslosenquote im Rhein-Erft-Kreis im September bei 7,6 anstatt bei 6,6 Prozent gelegen.
*) Der Begriff der Unterbeschäftigung erweitert den Begriff der Arbeitslosigkeit und bildet das Defizit an regulärer Beschäftigung umfassender ab. Zusätzlich zu den registrierten Arbeitslosen zählt die Statistik der Bundesagentur für Arbeit zur Unterbeschäftigung die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in bestimmten arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen (z.B. Berufliche Weiterbildung, Arbeitsgelegenheiten oder in Aktivierungs- und berufliche Eingliederung) sowie Personen in bestimmten rechtlichen Sonderstatus (z.B. Vorruhestandsähnliche Regelungen, Arbeitsunfähigkeit). Würden diese Personen nicht an der jeweiligen Maßnahme teilnehmen oder unter den jeweiligen Sonderstatus fallen, läge die Arbeitslosigkeit entsprechend höher. Die ausgewiesenen Daten zur Unterbeschäftigung sind vorläufig und hochgerechnet.

Arbeitslosigkeit nach Rechtskreisen


In der Arbeitslosenversicherung (SGB III) wurden im Vergleich zum Vormonat insgesamt 495 oder 8,0 Prozent weniger Arbeitslose aus dem Rhein-Erft-Kreis gezählt. Insgesamt betreut die Brühler Arbeitsagentur damit aktuell 5.697 Kunden aus dem Rhein-Erft-Kreis. Im Vergleich zum Vorjahr wurden 2.271 oder 28,5 Prozent weniger Arbeitslose verzeichnet.
Die Zahl der vom Jobcenter Rhein-Erft (gemeinsame Einrichtung des Rhein-Erft-Kreises und der Arbeitsagentur) betreuten Arbeitslosen in der Grundsicherung (SGB II) ist im September um 260 oder 2,2 Prozent gesunken. Aktuell sind 11.365 Frauen und Männer beim Jobcenter Rhein-Erft arbeitslos gemeldet. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Zahl um 523 oder 4,8 Prozent gestiegen.
Arbeitslosenquote
Die Arbeitslosenquote auf Basis aller zivilen Erwerbspersonen sank um 0,3 Prozentpunkte und beträgt aktuell 6,6 Prozent. Im September 2020 betrug die Arbeitslosenquote im Rhein-Erft-Kreis 7,3 Prozent.

Arbeitslosmeldungen und Arbeitsaufnahmen


Im September meldeten sich 2.729 Männer und Frauen arbeitslos, 54 oder 2,0 Prozent mehr als im Vormonat und 89 oder 3,4 Prozent mehr als im gleichen Monat des Vorjahres. Die Zahl der Personen, die sich unmittelbar nach Verlust ihres Arbeitsplatzes arbeitslos meldeten, betrug im aktuellen Monat 998, das sind 67 oder 6,3 Prozent weniger als im Vormonat (zum Vorjahr: -88 oder -8,1 Prozent). Bis zum Zähltag im September meldeten sich insgesamt 764 Personen nach einer Ausbildung oder sonstigen Maßnahme arbeitslos. Im Vergleich zum Vormonat wurden hier 34 oder 4,7 Prozent mehr gezählt (zum Vorjahr: +36 oder +4,9 Prozent).
Den im September arbeitslos gewordenen Menschen standen im gleichen Zeitraum 3.454 Männer und Frauen gegenüber, die ihre Arbeitslosigkeit beenden konnten, 519 oder 17,7 Prozent mehr als im letzten Monat und 31 oder 0,9 Prozent weniger als im Vorjahresmonat. 1.217 Personen und damit 172 oder 16,5 Prozent mehr als im letzten Monat (-17 oder -1,4 Prozent zum Vorjahresmonat) nahmen eine abhängige Beschäftigung auf. Insgesamt 923 Menschen (+405 oder +78,2 Prozent zum Vormonat; -263 oder -22,2 Prozent zum Vorjahresmonat) begannen eine Ausbildung oder sonstige Maßnahme.


Veränderung der Arbeitslosigkeit nach Personengruppen


Junge Arbeitslose unter 25 Jahren
Die Arbeitslosigkeit in der Altersgruppe der 15 bis unter 25 Jahre jungen Menschen sank auf 1.362. Davon entfielen 523 auf die Arbeitslosenversicherung (SGB III) und 839 auf die Grundsicherung (SGB II). Das waren 164 oder 10,7 Prozent weniger als im Vormonat (Veränderung SGB III zum Vormonat: -136 oder -20,6 Prozent, SGB II: -127 oder -13,1 Prozent). Im Vergleich zum Vorjahresmonat ist die Zahl der arbeitslosen Jugendlichen unter 25 Jahren um 470 oder 25,7 Prozent gesunken (Veränderung SGB III zum Vorjahresmonat: -343 oder -39,6 Prozent, SGB II: -127 oder -13,1 Prozent).

Langzeitarbeitslose
Insgesamt 8.129 (davon SGB III: 1.027, SGB II: 7.102) Menschen waren länger als zwölf Monate ohne Beschäftigung; -110 oder -1,3 Prozent zum Vormonat (davon SGB III: -46 oder -4,3 Prozent, SGB II: -64 oder -0,9 Prozent). Im Vergleich zum Vorjahresmonat wurden 1.369 oder 20,3 Prozent (SGB III: -18 oder -1,7 Prozent, SGB II: +1.387 oder +24,3 Prozent) mehr Langzeitarbeitslose gezählt.


Ältere Arbeitslose
Insgesamt 6.126 (davon SGB III: 2.571, SGB II: 3.555) ältere Menschen über 50 Jahre waren im September im Rhein-Erft-Kreis arbeitslos gemeldet. Die Betroffenheit sank gegenüber dem Vormonat um 132 oder 2,1 Prozent (SGB III: -77 oder -2,9 Prozent, SGB II: -55 oder -1,5 Prozent). Das sind 75 oder 1,2 Prozent ältere Männer und Frauen weniger als im letzten Jahr (SGB III: -427 oder -14,2 Prozent, SGB II: +352 oder +11,0 Prozent).


Stellenangebote
Arbeitgeber meldeten im September 704 neue Arbeitsstellen, das waren 130 oder 15,6 Prozent weniger als im letzten Monat und 26 oder 3,6 Prozent weniger als vor einem Jahr. Derzeit hat die Agentur für Arbeit Brühl 4.185 Arbeitsstellen aus dem Rhein-Erft-Kreis im Bestand, gegenüber dem letzten Monat ist dies ein Minus von 17 oder 0,4 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahresmonat gab es 643 Stellen mehr (+18,2 Prozent).


Aktive Arbeitsmarktpolitik
809 Menschen bereiteten sich durch die Teilnahme an einer beruflichen Weiterbildung auf eine Beschäftigung im ersten Arbeitsmarkt vor, +28 oder +3,6 Prozent zum Vormonat. Im Vergleich zum Vorjahresmonat waren dies +7 oder +0,9 Prozent. 616 Menschen nahmen an Maßnahmen zur Aktivierung und beruflichen Eingliederung teil (-59 oder -8,7 Prozent zum Vormonat, -331 oder -35,0 Prozent zum Vorjahresmonat), 460 Menschen wurden in ihrer Aufnahme einer Erwerbstätigkeit gefördert (-8 oder -1,7 Prozent gegenüber Vormonat und +59 oder +14,7 Prozent zum Vorjahresmonat).

 

Pressesprecher der Agentur für Arbeit Brühl

Frau Nicole Cuvelier