30.10.2021 | Presseinfo Nr. 91

Arbeitslosenzahlen im Oktober weiter deutlich gesunken

Im Oktober sind die Arbeitslosenzahlen weiter gesunken. Insgesamt waren 16.766 Menschen arbeitslos. Das waren 296 oder 1,7 Prozent weniger als im Vormonat. Der Bestand der Arbeitslosen lag mit einem Minus von 1.459 oder 8,0 Prozent unter dem Niveau des Vorjahresmonats. Die aktuelle Arbeitslosenquote sank zum Vormonat um 0,1 Prozentpunkte auf 6,5 Prozent.

  • Arbeitslosenzahlen weiter deutlich gesunken
  • Ende Oktober waren 16.766 Menschen aus dem Rhein-Erft-Kreis
    arbeitslos
    . Das sind 296 oder 1,7 Prozent weniger als im September
    2021.
  • Die Arbeitslosenquote im Rhein-Erft-Kreis lag bei 6,5 Prozent
  • 2.714 Zugänge in Arbeitslosigkeit
    Zum Vormonat 15 oder 0,5 Prozent weniger Zugänge in Arbeitslosigkeit.
    Davon erfolgten 1.108 Zugänge aus Erwerbstätigkeit
    (+110 oder +11,0 Prozent zum Vormonat)
  • 3.003 Menschen beendeten ihre Arbeitslosigkeit
    Minus 451 oder -13,1 Prozent im Vergleich zum Vormonat. Davon
    begannen 1.039 Menschen eine Erwerbstätigkeit (-178 oder -14,6 Prozent
    zum Vormonat)
  • Zahl der neu gemeldeten Stellen gestiegen
    Der Agentur für Arbeit wurden im Oktober 833 Arbeitsstellen gemeldet,
    das sind 129 oder 18,3 Prozent mehr Stellen als im Vormonat und 184
    oder 28,4 Prozent mehr als im Oktober 2020.

„Im Zuge der Herbstbelebung hat sich die Zahl der Arbeitslosen im Oktober 2021 gegenüber dem Vormonat um 296 auf nun 16.766 Arbeitslose verringert. Der Arbeitsmarkt erholt sich somit schrittweise von den Auswirkungen der Corona-Pandemie und entwickelt sich weiter positiv. Arbeitslosigkeit und Unterbeschäftigung nehmen ab, gleichzeitig sinkt die Zahl der Kurzarbeiter deutlich“, sagt Rainer Imkamp, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Brühl heute zu den neuesten Arbeitsmarktdaten aus dem Rhein-Erft-Kreis. „Von den aktuellen Erholungstendenzen am Arbeitsmarkt profitieren aber leider nicht alle Menschen gleichermaßen - insbesondere Menschen, die über keine formal ausreichende Qualifizierung verfügen, haben es häufig schwerer, zurück in eine Beschäftigung zu finden. Eine Qualifizierung ist in vielen Fällen der beste Weg, um die Chancen der wieder anspringenden Wirtschaft auch für sich nutzen zu können“. Der Leiter der Brühler Arbeitsagentur ist sicher, dass die Beratungsfachkräfte der Arbeitsagentur für alle, die sich weiterbilden und qualifizieren wollen, die richtigen Angebote finden und hilfreiche Unterstützung bieten.
Im Rückblick mache die aktuelle positive Entwicklung weiter deutlich, so Imkamp, wie wichtig es gewesen sei, während der Pandemie konsequent auf das arbeitsmarktpolitische Instrument der Kurzarbeit zu setzen. „Das Instrument der Kurzarbeit sichert Beschäftigung und verhindert Arbeitslosigkeit. Auch wenn die verkürzte Arbeit viele Menschen auf eine harte Probe gestellt hat, so muss man auch sehen, dass ohne Kurzarbeit die Zahl der arbeitslosen Menschen deutlich stärker gestiegen wäre. Zudem wären viele Arbeitsplätze wahrscheinlich dauerhaft verloren gegangen. So aber blieb der Arbeitsmarkt erfreulich stabil“, so Imkamp.

Konjunkturelle Kurzarbeit


Für den September 2021 legte die Statistik nun die endgültigen Daten zu den Anzeigen und betroffenen Personen vor. Danach zeigten im September insgesamt 11 Unternehmen aus dem Rhein-Erft-Kreis Kurzarbeit an. In den Anzeigen wurden der Arbeitsagentur für September 2021 insgesamt 97 Personen genannt. Im September 2020 waren es 44 Unternehmen für 393 darin aufgeführte Personen. Für den Oktober 2021 erfasste die Statistik vorläufige Zahlen für den Zeitraum 01. Oktober bis 24. Oktober 2021. Demzufolge zeigten im Oktober insgesamt 27 Unternehmen Kurzarbeit an. In den Anzeigen wurden für Oktober voraussichtlich insgesamt 260 Personen genannt.
*Die Betriebe müssen vor Beginn von Kurzarbeit eine schriftliche Anzeige bei der zuständigen Agentur für Arbeit (Betriebssitz) erstatten; dies hat spätestens bis zum Ende des Monats zu erfolgen, für den erstmalig Leistungen bezogen werden sollen. Für Saison-Kurzarbeit gibt es keine Anzeigepflicht mehr. Anzeigen sind nur noch für konjunkturelle Kurzarbeit (§ 96 SGB III) sowie für Transferkurzarbeit (§ 111 SGB III) abzugeben.
Nach Bewilligung der Anzeige durch die Agentur für Arbeit kann der Betrieb für jeden Kalendermonat, in dem Kurzarbeit stattfand, einen Antrag auf Kurzarbeitergeld stellen; dies hat innerhalb einer Ausschlussfrist von drei Kalendermonaten zu erfolgen. Die für die Zahlung notwendigen Angaben werden in einer Abrechnungsliste vermerkt, die durch die Agentur für Arbeit anschließend dahingehend geprüft wird, ob ein Leistungsanspruch besteht, bewilligt und ausgezahlt werden kann.


Unterbeschäftigung


Insgesamt konnten 19.549 Menschen aus dem Rhein-Erft-Kreis zum Zähltag im Oktober keiner regulären Beschäftigung nachgehen (sogenannte Unterbeschäftigung*). Damit lag die Zahl der Menschen ohne Beschäftigung mit 325 oder 1,6 Prozent unter dem Wert des Vormonats und um 2.228 oder 10,2 Prozent unter dem des Vorjahresmonats. Der Entlastungseffekt durch arbeitsmarktpolitische Aktivitäten ist weiterhin beachtlich. Ohne die Entlastung hätte die Arbeitslosenquote im Rhein-Erft-Kreis im Oktober bei 7,5 anstatt bei 6,5 Prozent gelegen.
*) Der Begriff der Unterbeschäftigung erweitert den Begriff der Arbeitslosigkeit und bildet das Defizit an regulärer Beschäftigung umfassender ab. Zusätzlich zu den registrierten Arbeitslosen zählt die Statistik der Bundesagentur für Arbeit zur Unterbeschäftigung die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in bestimmten arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen (z.B. Berufliche Weiterbildung, Arbeitsgelegenheiten oder in Aktivierungs- und berufliche Eingliederung) sowie Personen in bestimmten rechtlichen Sonderstatus (z.B. Vorruhestandsähnliche Regelungen, Arbeitsunfähigkeit). Würden diese Personen nicht an der jeweiligen Maßnahme teilnehmen oder unter den jeweiligen Sonderstatus fallen, läge die Arbeitslosigkeit entsprechend höher. Die ausgewiesenen Daten zur Unterbeschäftigung sind vorläufig und hochgerechnet.

Arbeitslosigkeit nach Rechtskreisen


In der Arbeitslosenversicherung (SGB III) wurden im Vergleich zum Vormonat insgesamt 71 oder 1,2 Prozent weniger Arbeitslose aus dem Rhein-Erft-Kreis gezählt. Insgesamt betreut die Brühler Arbeitsagentur damit aktuell 5.626 Kunden aus dem Rhein-Erft-Kreis. Im Vergleich zum Vorjahr wurden 2.134 oder 27,5 Prozent weniger Arbeitslose verzeichnet.
Die Zahl der vom Jobcenter Rhein-Erft (gemeinsame Einrichtung des Rhein-Erft-Kreises und der Arbeitsagentur) betreuten Arbeitslosen in der Grundsicherung (SGB II) ist im Oktober um 225 oder 2,0 Prozent gesunken. Aktuell sind 11.140 Frauen und Männer beim Jobcenter Rhein-Erft arbeitslos gemeldet. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Zahl um 675 oder 6,5 Prozent gestiegen.


Arbeitslosenquote


Die Arbeitslosenquote auf Basis aller zivilen Erwerbspersonen sank um 0,1 Prozentpunkte und beträgt aktuell 6,5 Prozent. Im Oktober 2020 betrug die Arbeitslosenquote im Rhein-Erft-Kreis 7,1 Prozent.


Arbeitslosmeldungen und Arbeitsaufnahmen


Im Oktober meldeten sich 2.714 Männer und Frauen arbeitslos, 15 oder 0,5 Prozent weniger als im Vormonat und 143 oder 5,0 Prozent mehr als im gleichen Monat des Vorjahres. Die Zahl der Personen, die sich unmittelbar nach Verlust ihres Arbeitsplatzes arbeitslos meldeten, betrug im aktuellen Monat 1.108, das sind 110 oder 11,0 Prozent mehr als im Vormonat (zum Vorjahr: -82 oder -6,9 Prozent). Bis zum Zähltag im Oktober meldeten sich insgesamt 721 Personen nach einer Ausbildung oder sonstigen Maßnahme arbeitslos. Im Vergleich zum Vormonat wurden hier 43 oder 5,6 Prozent weniger gezählt (zum Vorjahr: -13 oder -1,8 Prozent). Den im Oktober arbeitslos gewordenen Menschen standen im gleichen Zeitraum 3.003 Männer und Frauen gegenüber, die ihre Arbeitslosigkeit beenden konnten, 451 oder 13,1 Prozent weniger als im letzten Monat und 444 oder 12,9 Prozent weniger als im Vorjahresmonat. 1.039 Personen und damit 178 oder 14,6 Prozent weniger als im letzten Monat (-95 oder -8,4 Prozent zum Vorjahresmonat) nahmen eine abhängige Beschäftigung auf. Insgesamt 754 Menschen (-169 oder -18,3 Prozent zum Vormonat; -411 oder -35,3 Prozent zum Vorjahresmonat) begannen eine Ausbildung oder sonstige Maßnahme.


Veränderung der Arbeitslosigkeit nach Personengruppen
Junge Arbeitslose unter 25 Jahren


Die Arbeitslosigkeit in der Altersgruppe der 15 bis unter 25 Jahre jungen Menschen sank auf 1.281. Davon entfielen 472 auf die Arbeitslosenversicherung (SGB III) und 809 auf die Grundsicherung (SGB II). Das waren 81 oder 5,9 Prozent weniger als im Vormonat (Veränderung SGB III zum Vormonat: -51 oder -9,8 Prozent, SGB II: -30 oder -3,6 Prozent). Im Vergleich zum Vorjahresmonat ist die Zahl der arbeitslosen Jugendlichen unter 25 Jahren um 385 oder 23,1 Prozent gesunken (Veränderung SGB III zum Vorjahresmonat: -309 oder -39,6 Prozent, SGB II: -76 oder -8,6 Prozent). 

Langzeitarbeitslose


Insgesamt 7.991 (davon SGB III: 1.003, SGB II: 6.988) Menschen waren länger als zwölf Monate ohne Beschäftigung; -138 oder -1,7 Prozent zum Vormonat (davon SGB III: -24 oder -2,3 Prozent, SGB II: -114 oder -1,6 Prozent). Im Vergleich zum Vorjahresmonat wurden 1.119 oder 16,3 Prozent (SGB III: -125 oder -11,1 Prozent, SGB II: +1.244 oder +21,7 Prozent) mehr Langzeitarbeitslose gezählt.


Ältere Arbeitslose
Insgesamt 6.128 (davon SGB III: 2.610, SGB II: 3.518) ältere Menschen über 50 Jahre waren im Oktober im Rhein-Erft-Kreis arbeitslos gemeldet. Die Betroffenheit stieg gegenüber dem Vormonatleicht um 2 oder 0,0 Prozent (SGB III: +39 oder +1,5 Prozent, SGB II: -37 oder -1,0 Prozent). Das sind 56 oder 0,9 Prozent ältere Männer und Frauen weniger als im letzten Jahr (SGB III: -395 oder -13,1 Prozent, SGB II: +339 oder +10,7 Prozent).


Stellenangebote
Arbeitgeber meldeten im Oktober 833 neue Arbeitsstellen, das waren 129 oder 18,3 Prozent mehr als im letzten Monat und 184 oder 28,4 Prozent weniger als vor einem Jahr. Derzeit hat die Agentur für Arbeit Brühl 4.341 Arbeitsstellen aus dem Rhein-Erft-Kreis im Bestand, gegenüber dem letzten Monat ist dies ein Plus von 156 oder 3,7 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahresmonat gab es 730 Stellen mehr (+20,2 Prozent).


Aktive Arbeitsmarktpolitik
821 Menschen bereiteten sich durch die Teilnahme an einer beruflichen Weiterbildung auf eine Beschäftigung im ersten Arbeitsmarkt vor, +12 oder +1,5 Prozent zum Vormonat. Im Vergleich zum Vorjahresmonat waren dies -26 oder -3,1 Prozent. 623 Menschen nahmen an Maßnahmen zur Aktivierung und beruflichen Eingliederung teil (-48 oder -7,2 Prozent zum Vormonat, -445 oder -41,7 Prozent zum Vorjahresmonat), 465 Menschen wurden in ihrer Aufnahme einer Erwerbstätigkeit gefördert ( keine Veränderung gegenüber Vormonat und +40 oder +9,4 Prozent zum Vorjahresmonat).

 

Pressesprecher der Agentur für Arbeit Brühl

Frau Nicole Cuvelier