29.04.2020 | Presseinfo Nr. 32

Lust auf Ausbildung?

Im Landkreis Celle und im Heidekreis stehen derzeit 1000 freie Ausbildungsstellen zur Verfügung. Vor allem in den sogenannten grünen Berufen, also all jenen Jobs, die Baumschulen und Gärtnereien anbieten, aber auch in der Gastronomie und im Hotel-Gewerbe, dem gesamten Einzelhandel sowie in vielen weiteren Sparten sind Ausbildungsplätze im Angebot – vollkommen unabhängig von Corona. „Für die Unternehmen bleibt Nachwuchsgewinnung für die Ausbildung trotz der aktuellen Krise wichtig“, sagt Sven Rodewald, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Celle. „Sie wissen, dass sie ihre künftigen Fachkräfte jetzt ausbilden müssen, weil in den kommenden Jahren viele Leistungsträgerinnen und –träger in den Ruhestand gehen. Deshalb melden die Betriebe jetzt auch weiterhin ihre freien Ausbildungsstellen.“

Insgesamt stehen den mehr als 1000 freien Lehrstellen noch 1400 sogenannte unversorgte Jugendliche gegenüber. Unversorgte Bewerber sind Schülerinnen und Schüler, die noch keinen Vertrag unterschrieben haben und auf der Suche sind. Über 200 Jugendliche haben sich bereits einen Ausbildungsplatz gesichert. Damit ist die Zahl der Bewerber insgesamt weiter gesunken. Im vergangenen Jahr gab es im Agenturbezirk Celle fast 2100 Jugendliche, die eine Lehrstelle suchten, im Jahr 2018 waren es sogar noch 2300. Warum die Zahlen der gemeldeten Bewerber sinken, kann Sonja Viezens, Teamleitern der Berufsberatung der Agentur für Arbeit Celle, nur mutmaßen. Doch neben dem demografischen Wandel und der Tendenz, ein Studium der Ausbildung vorzuziehen sowie dem fehlendem Abi-Jahrgang aufgrund der Umstellung G8 auf G9, finden wohl viele Jugendliche auch allein einen Ausbildungsplatz ohne sich bei der Agentur zu melden, so Viezens. 
Doch zurück zum Lehrstellenmarkt mit Blick auf den gesamten Bereich der Arbeitsagentur Celle. Von den gemeldeten Ausbildungsplätzen sind noch 1000 unbesetzt – 400 im Heidekreis und 600 im Landkreis Celle. Und: In einigen Berufsbereichen liegt die Zahl der Ausbildungsstellen spürbar unter dem Wert des Vorjahres, darunter in Metallberufen, in der Logistik, in der Lebensmittelherstellung, in Büro und Sekretariat und im Verkauf, heißt es aus der Berufsberatung der Agentur für Arbeit. „Erfahrungsgemäß entscheiden einige kleinere und mittlere Betriebe kurzfristig, ob sie ausbilden und melden erst dann ihre Stellen“, so Rodewald. „Wir können davon ausgehen, dass manche zunächst abwarten, wie sich ihre wirtschaftliche Situation im Zusammenhang mit der Corona-Krise entwickelt.“

„Der Ausbildungsmarkt bewegt sich, wenn auch alles digital abläuft und der Kontakt von Angesicht zu Angesicht gerade nicht möglich ist.“

Sven Rodewald rät jungen Leuten, bei der Suche nach einer Ausbildungsstelle für den Herbst am Ball zu bleiben: „Auch zurzeit werden Ausbildungsverträge abgeschlossen. Manche Betriebe laden Bewerberinnen und Bewerber zu Online-Tests ein und führen per Videochat erste Vorstellungsgespräche. Der Ausbildungsmarkt ist in Bewegung, auch wenn alles digital abläuft und der Kontakt von Angesicht zu Angesicht gerade nicht möglich ist.“ Für Orientierung und Recherche gebe es zahlreiche Online-Angebote der Bundesagentur für Arbeit, die Jugendliche zuhause nutzen können. Die Berufsberatung unterstütze seit Beginn der Corona-Krise die Schüler per Telefon bei ihrer Suche. „Ich bekomme gute Rückmeldungen“, sagt Rodewald. „Die Berufsberater spiegeln mir wider, dass die Jugendlichen gut mit ihnen am Telefon arbeiten. Sie sagen den Schülerinnen und Schülern aber auch: Ihr müsst mehr Bewerbungen schreiben, nicht zehn, sondern besser 20. Denn wir gehen davon aus, dass ein Teil der Ausbildungsstellen erst später vergeben wird, einige erst im Herbst. Und sie sagen ihnen auch: Legt euch nicht auf einen einzigen Beruf fest, bewerbt euch besser für zwei oder drei Berufe, die euch gut gefallen.“ Schwierig ist es in Zeiten der Pandemie an Praktikumsplätze zu kommen. Fragen sollten die Jugendlichen dennoch, in manchen Berufen ist es trotz Corona-Einschränkungen möglich. Einblick in 3000 ganz unterschiedliche Jobs gibt es darüber hinaus beispielsweise online auf www.berufe.tv . Auch wenn es kein richtiges Reinschnuppern ist – den nötigen Einblick in den Job erhalten die Interessierten allemal. 
Wer gern direkt mit einem Berufsberater der Agentur für Arbeit sprechen möchte, ist digital oder telefonisch herzlich willkommen. Die Terminvereinbarung erfolgt online sowie über die Servicehotline 08 00 - 4 55 55 00.


INFOBOX

+++ So klappt die Ausbildungs- und Studiensuche digital +++

Die Bundesagentur für Arbeit bietet zahlreiche Online-Angebote rund um die Ausbildungssuche auf ihrer Website www.arbeitsagentur.de/bildung 

Ausführliche Informationen zu mehr als 3000 Berufen finden Interessierte auf
www.berufe.tv oder www.berufenet.arbeitsagentur.de 

Testen, welche Berufe zu den eigenen Interessen und Fähigkeiten passen kann man auf: www.arbeitsagentur.de/selbsterkundungstool

Die Internetseite für Jugendliche mit mittlerem Bildungsabschluss, auf der viel Material rund um die Themen Ausbildungssuche, Bewerbung und Berufswahl gefunden werden kann, heißt www.planet-beruf.de

Jugendliche mit Abitur oder Fachhochschulreife finden Informationen auf
www.abi.de
www.studienwahl.de
www.arbeitsagentur.de/studiensuche

Darüber hinaus gibt es die App AzubiWelt, die in den gängigen AppStores  kostenfrei zum Download bereit steht. Sie vereint verschiedene digitale Angebote und ermöglicht es Jugendlichen in Ruhe nach freien Ausbildungsstellen zu suchen.