30.04.2020 | Presseinfo Nr. 33

Arbeitsmarkt mit starken Veränderungen durch die Corona-Krise

•    Arbeitslosigkeit steigt krisenbedingt an
•    Jugendliche sollten die Zeit für die Bewerbung auf gute Ausbildungsstellen nutzen
•    Kurzarbeitergeld sichert Beschäftigung
•    Systemrelevantes Arbeiten sichert Quereinstieg
 

„Unter normalen Umständen hätten wir jetzt unser Augenmerk auf die intensive Vermittlung und Beratung in den Markt gerichtet. Die übliche Frühjahrsbelebung auf dem Arbeitsmarkt bleibt nun aus, denn die Corona-Krise hat alles abrupt verändert. Für den Monat April setzt sich die dynamische Frühjahrsbelebung nicht mehr fort“, bilanziert Sven Rodewald, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Celle zu Beginn der Corona-Krise. „Die Erwerbslosigkeit steigt an und die Personalnachfrage bricht trotz erweiterter Bezugsmöglichkeiten von Kurzarbeitergeld für Beschäftigte und Sonderregelungen in der Grundsicherung für Solo-Selbstständige ein“. 
Bei den Arbeitsagenturen und Jobcentern im Bezirk der Agentur für Arbeit Celle waren im April 10.527 Frauen und Männer arbeitslos gemeldet, die Arbeitslosenzahl nahm damit gegenüber März um 973 Personen, plus 10,2 Prozent, zu. Der Vergleich zum April des vergangenen Jahres ergab einen deutlichen Anstieg um 1.542 Erwerbslose, plus 17,2 Prozent. Die Arbeitslosenquote stieg auf 6,3 Prozent nach 5,7 Prozent im März und 5,4 Prozent im Vorjahr.

„Systemrelevant Arbeiten – um dem Fachkräftemangel zu begegnen rüsten sich Branchen für die Rekrutierung zusätzlicher Beschäftigter: die Landwirtschaft, die Lebensmittellogistik und der Lebensmittelhandel sowie die Pflege und das Gesundheitswesen. Die individuellen Chancen auf einen sicheren Job können durch Quereinstieg kurzfristig gesichert werden und erhalten langfristig durch Weiterbildung im Beruf das notwendige Fundament in Form des Berufsabschlusses. Gute Chancen haben derzeit auch Jugendliche Ausbildungssuchende, denn Betriebe suchen jetzt über digitale Wege ihre künftigen Fachkräfte und wissen, dass sie ausbilden müssen, damit in den kommenden Jahren viele Leistungsträgerinnen und –träger in den Ruhestand gehen können. Die Betriebe melden jetzt auch weiterhin ihre freien Ausbildungsstellen im Arbeitgeberservice der Agenturen für Arbeit“, führt Rodewald aus.

Landkreis Celle: Im April waren in Stadt und Landkreis Celle 5.886 Arbeitslose gemeldet und damit 587 Personen (11,1 Prozent) mehr als im Vormonat. Der Vergleich zum Vorjahr zeigte einen Anstieg um 785 Personen (15,4 Prozent). Die Arbeitslosenquote stieg auf 6,4 Prozent. Vor einem Jahr betrug die Quote 5,5 Prozent. 

Von der Agentur für Arbeit Celle wurden 2.254 arbeitslose Personen betreut. Im Vergleich zum März stieg die Zahl der Arbeitslosen um 301 Personen (15,4 Prozent) und verglichen mit April vergangenen Jahres stieg sie um 506 Personen (28,9 Prozent). Beim Jobcenter im Landkreis Celle waren 3.632 Arbeitslose gemeldet und damit 286 Personen (8,5 Prozent) mehr als vor einem Monat und 279 Personen (8,3 Prozent) mehr als im Vorjahresmonat. 

680 jüngere Frauen und Männer unter 25 Jahren waren im April arbeitslos gemeldet, 68 Personen (11,1 Prozent) mehr als vor einem Monat. Verglichen mit April 2019 stieg die Arbeitslosenzahl bei dieser Personengruppe um 206 Personen (43,5 Prozent).

1.369 Arbeitslosmeldungen erfolgten im April, 76 so genannte Zugänge (5,3 Prozent) weniger als im März und 25 Zugänge (1,8 Prozent) weniger als im April des vergangenen Jahres. Im Gegenzug wurden 796 Abgänge aus der Arbeitslosigkeit verzeichnet, 829 Abgänge (51,0 Prozent) weniger als im Vormonat und 794 Abgänge (49,9 Prozent) weniger als im April 2019. 

Landkreis Heidekreis: Im April waren im Heidekreis 4.641 arbeitslose Personen gemeldet und damit 386 Personen (9,1 Prozent) mehr als im Vormonat. Der Vergleich zum Vorjahr zeigte einen Anstieg um 757 Personen (19,5 Prozent). Die Arbeitslosenquote stieg auf 6,1 Prozent. Vor einem Jahr betrug die Quote 5,2 Prozent. 

Von den Agenturen für Arbeit in Soltau und Walsrode wurden 1.783 Arbeitslose betreut. Im Vergleich zum März stieg die Zahl der Arbeitslosen um 191 Personen (12,0 Prozent) und verglichen mit April vergangenen Jahres stieg sie um 480 Personen (36,8 Prozent). Beim kommunalen Jobcenter Heidekreis waren 2.858 Erwerbslose gemeldet und damit 195 Personen (7,3 Prozent) mehr als vor einem Monat und 277 Personen (10,7 Prozent) mehr als im Vorjahresmonat. 

489 jüngere Frauen und Männer unter 25 Jahren waren im April arbeitslos gemeldet, 79 Personen (19,3 Prozent) mehr als vor einem Monat. Verglichen mit April 2019 stieg die Arbeitslosenzahl bei dieser Personengruppe um 126 Personen (34,7 Prozent).

1.059 Arbeitslosmeldungen erfolgten im April, 187 so genannte Zugänge (21,4 Prozent) mehr als im März und 155 Zugänge (17,1 Prozent) mehr als im April des vergangenen Jahres. Im Gegenzug wurden 675 Abgänge aus der Arbeitslosigkeit verzeichnet, 326 Abgänge (32,6 Prozent) mehr als im Vormonat und 478 Abgänge (41,5 Prozent) mehr als vor einem Jahr. 

Arbeitsuchende im Kontext von Fluchtmigration
Erfasst werden alle Geflüchteten, die sich um Arbeit oder Ausbildung bemühen, arbeitslos gemeldet oder beispielsweise in Integrationskursen oder Qualifizierungsmaßnahmen, als arbeitsuchend geführt sind.
Landkreis Celle: Bei den Agenturen für Arbeit Celle und Hermannsburg sowie beim Jobcenter im Landkreis Celle waren im April 1226 Geflüchtete gemeldet. 
Landkreis Heidekreis: Bei den Agenturen für Arbeit Soltau und Walsrode und beim Jobcenter im Heidekreis waren im April 685 Geflüchtete gemeldet. 

Stellenmarkt
Im April wurden 150 Arbeitsangebote im Landkreis Celle neu aufgenommen, 197 Stellen (56,8 Prozent) weniger als im März. Der Vergleich zum April des Vorjahres zeigte ein Minus um 228 Stellenangebote (60,3 Prozent). Insgesamt waren 1.583 freie Stellen in Stadt und Landkreis Celle im Bestand der Jobbörse der Bundesagentur für Arbeit, damit sank die Zahl zu März und verglichen mit dem Vorjahresmonat sank sie um 271 Stellen (14,6 Prozent). 
Im Heidekreis wurden 132 Arbeitsangebote neu aufgenommen, 169 Stellen (56,1 Prozent) weniger als im März. Der Vergleich zum April des Vorjahres zeigte ein Minus von 121 Stellenangeboten (47,8 Prozent). Insgesamt waren 1.337 freie Stellen aus dem Heidekreis im Bestand der Jobbörse der Bundesagentur für Arbeit, 86 Stellen (6,0 Prozent) weniger als im März und 159 Stellen (10,6 Prozent) weniger als im April des vergangenen Jahres.

Unterbeschäftigung
Die Agentur für Arbeit veröffentlicht ergänzend zur gesetzlich definierten Arbeitslosenzahl auch Angaben zur Unterbeschäftigung. Dazu zählen zusätzlich zu den Arbeitslosen solche Personen, die nicht als arbeitslos gelten, die aber z.B. im Rahmen von arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen gefördert werden[1]. 
Die Unterbeschäftigung im Landkreis Celle betraf nach vorläufigen Angaben im April 7.773 Personen und im Heidekreis 5.866 Personen.