01.12.2020 | Presseinfo Nr. 66

Arbeitslosigkeit sinkt saisontypisch trotz Teil-Lock-Down

Im November hatte der von der Bundesregierung ausgerufene Teil-Lock-Down noch keine direkten spürbaren Auswirkungen auf die Arbeitslosigkeit im Bezirk der Agentur für Arbeit Coesfeld. Gegenüber dem Vormonat ist die Zahl der Arbeitslosen um 455 Personen auf nun 12.172 gesunken. Das entspricht einem Rückgang um 3,6 Prozent.

Auch die Arbeitslosenquote ist gegenüber dem Vormonat zurückgegangen. Sie liegt aktuell bei 3,5 Prozent und damit um 0,2 Prozentpunkte unter dem Wert aus Oktober 2020. Gleichzeitig ist sie aber noch um 0,5 Prozentpunkte höher als im November 2019.

„Der Trend der letzten Monate setzt sich weiter fort. Insoweit zeigt sich der Arbeitsmarkt stabil. Aktuell scheint sich der Arbeitsmarkt von den Corona Einschränkungen im Frühjahr weiter langsam zu erholen“, berichtet Johann Meiners, Leiter der Agentur für Arbeit Coesfeld. Auch die Witterung spiele bislang noch mit, wie er hinzufügt: „Im Dezember wird die Arbeitslosigkeit erwartungsgemäß jahresüblich steigen. In den Wintermonaten melden sich für gewöhnlich einige Beschäftigte insbesondere aus witterungsabhängigen Bereichen arbeitslos, wenn die Wetterverhältnisse ein Fortführen der Arbeiten nicht mehr zulassen. Wir werden aber weiter beobachten, ob die verlängerten und zum Teil verschärften Maßnahmen zur Pandemieeindämmung spürbare negative Auswirkungen auf dem Arbeitsmarkt hinterlassen. Die Hilfs- und Stützmaßnahmen der Politik wirken nicht nur kurzfristig; insbesondere auch die Verlängerung der Regelungen zur Kurzarbeit geben vielen Unternehmen mittelfristige Perspektiven.“

Verglichen mit dem Vorjahr liegt die Arbeitslosigkeit derzeit um rund 18 Prozent höher als im November 2019. Das sind 1.887 Arbeitslose mehr. Eine Differenz, die laut dem Arbeitsmarktexperten seit dem harten Lock-Down im Frühjahr kontinuierlich rückläufig ist. „Wir haben weiterhin die niedrigste Arbeitslosigkeit in NRW. Der Arbeitsmarkt reagiert in diesen schwierigen Zeiten nach wie vor robust.“, so der Agenturleiter. „Daher müssen wir den Blick weiter auf die Kernthemen der Zukunft richten. Die Digitalisierung und der drohende Fachkräftemangel sind nach wie vor die großen Herausforderungen.“ So wirbt Meiners bei Unternehmen dafür, sich in Netzwerken zusammen zu schließen, um sich gemeinsam und voneinander lernend diesen Themen zu stellen. „Es gibt viele sehr gute Ideen und Ansätze Einzelner, die man untereinander wunderbar ergänzen kann. Das macht unsere Region als Ganzes stärker“, betont er. Bei der Gründung solcher Netzwerke bindet sich die Arbeitsagentur gerne aktiv ein.

Entwicklung der Kurzarbeit

Bei der Entwicklung der Kurzarbeit liegen nun die endgültigen Daten für den Monat Mai 2020 vor. Demnach ist die Kurzarbeit im Mai gegenüber April weiter gesunken. Mit den ersten Lockerungen der Corona-Beschränkungen sank die Anzahl der Unternehmen in Kurzarbeit von 3.698 im April auf 3.212 im Mai. Die Zahl der Beschäftigten in Kurzarbeit sank von 39.966 auf 31.875.

Auch die Hochrechnungen für Juni und Juli bestätigen die Tendenz, dass die Kurzarbeit mit weiteren Lockerungen zurückgeht. So waren es im Juni noch 2.446 Unternehmen mit 24.573 Mitarbeitern, die in Kurzarbeit waren. Im Juli reduzierte sich diese Zahl weiter auf 1.912 Betriebe mit 17.850 Beschäftigten. „An den finalen Daten, aber auch an den Hochrechnungen, zeigt sich sehr deutlich, welche direkte Auswirkungen der Lock-Down und die Lockerungen der Kontaktbeschränkungen haben“, erklärt Agenturleiter Meiners. „Aktuell führen die Maßnahmen zum Teil-Lock-Down wieder zu einer verstärkten Nutzung von Kurzarbeit. Die Zahl der Anzeigen steigt gegenüber den bisherigen Eindrücken aus dem Oktober wieder an. Dies ist durchaus auch ein positives Signal, denn es zeigt, dass die Unternehmen weiter an ihrem Personal festhalten wollen.“

Entwicklung der Arbeitskräftenachfrage

Auch im November suchten die Unternehmen und Verwaltungen im Bezirk der Agentur für Arbeit Coesfeld weiterhin neue Mitarbeiter. 929 Stellenanzeigen konnten die Experten im Arbeitgeber-Service der Arbeitsagentur im nun abgelaufenen Monat entgegennehmen. Das sind 63 weniger als noch im Oktober und 12 weniger als im Vorjahresmonat. „Damit ist der Zugang an neuen Stellen fast auf dem Niveau des Vorjahres, kann aber an das deutliche höhere Niveau der Vorjahre bis 2018 nachvollziehbar nicht heranreichen“, zeigt sich Meiners dennoch zufrieden.

Gestiegen ist hingegen der Bestand an insgesamt offenen Stellen. Mit 4.528 Stellen waren es im November 83 mehr als noch im Oktober. „Vor allem Fachkräfte werden gesucht. Die stehen aber auch in der Corona-Krise nicht immer sofort zur Verfügung. Daher dauert es länger, bis passende Menschen gefunden oder Qualifiziert wurden, um diese Stellen zu besetzten“, so Meiners.

Der Arbeitsmarkt im Kreis Borken

Die Zahl der arbeitslosen Menschen im Kreis Borken ist im November weiter gesunken. Gegenüber Oktober dieses Jahres waren es mit 8.381 Personen 329 weniger. Das entspricht einem Rückgang der Arbeitslosigkeit von 3,8 Prozent. Die Arbeitslosenquote lag im November bei 3,8 Prozent und damit 0,2 Prozentpunkte niedriger als im Vormonat. Damit liegt sich aber auch 0,5 Prozentpunkte höher als noch im Vorjahresmonat.

Für die arbeitslosen Personen und allen anderen Menschen auf der Jobsuche waren bei der Agentur für Arbeit im November 2.951 freie Stellen gemeldet, 28 mehr als noch im Oktober. Allein im nun abgelaufenen Monat meldeten die Personalverantwortlichen der Arbeitgeber 499 neue freie Stellen bei der Arbeitsagentur. Das sind 108 weniger als noch im Oktober und 162 weniger als im letzten Jahr zu diesem Zeitpunkt.

Der Arbeitsmarkt im Kreis Coesfeld

Im Kreis Coesfeld waren im November weniger Menschen arbeitslos. Mit 3.791 waren es 126 weniger als noch im Oktober. Das entspricht einem Rückgang um 3,2 Prozent. Die Arbeitslosenquote sank ebenfalls. Sie liegt mit 3 Prozent um 0,1 Prozentpunkte unter dem Vormonat.

Die Nachfrage nach neuen Mitarbeiter durch die Arbeitgeber im Kreisgebiet ist im November weiter angestiegen. So meldeten die Personalverantwortlichen 430 neue freie Stellen bei den Experten der Agentur für Arbeit Coesfeld. Das sind 45 mehr als im Vormonat und sogar 150 mehr als im vergangenen Jahr zu diesem Zeitpunkt. Hier waren insbesondere der Gesundheits- und öffentliche Bereich sowie der unternehmensbezogene Dienstleistungsbereich positive Treiber. Der Bestand offener Stellen konnte gegenüber Oktober ebenfalls ansteigen und betrug im November 1.577 und damit 55 mehr.

Der Arbeitsmarkt im Münsterland

Im Münsterland ist die Arbeitslosigkeit im November weiter zurückgegangen. Mit 39.820 Arbeitslosen waren es 1.865 weniger als noch im Oktober dieses Jahres. Die Arbeitslosenquote ist dementsprechend von 4,5 Prozent auf nun 4,3 Prozent gesunken und liegt aktuell damit um 0,2 Prozentpunkte niedriger als noch im Vormonat. Im Vorjahr war die Arbeitslosenquote jedoch mit 3,8 Prozent noch um 0,5 Prozentpunkte niedriger.

In allen drei Agenturen für Arbeit im Münsterland war im November gegenüber Oktober eine sinkende Arbeitslosigkeit zu verzeichnen. So ist die Arbeitslosenquote im Bezirk der Agentur für Arbeit Ahlen-Münster gegenüber dem Vormonat um 0,3 Prozentpunkte auf nun 4,9 Prozent gefallen. Die Arbeitsagentur Rheine meldet eine Arbeitslosenquote von 4,3 Prozent. Diese liegt ebenfalls um 0,3 Prozentpunkte unter dem Vormonatswert. Die niedrigste Arbeitslosenquote gibt es weiterhin im Bezirk der Agentur für Arbeit Coesfeld mit 3,5 Prozent liegt sie um 0,2 Prozentpunkte niedriger als noch im Oktober.

Die Unternehmen und Verwaltungen im Münsterland meldeten im November 2.820 neue freie Stellen bei den Arbeitsagenturen, 401 weniger als im Oktober. Der Bestand an offenen Stellen kletterte hingegen von 13.203 im Vormonat auf 13.338 im November.