29.01.2021 | Presseinfo Nr. 8

Arbeitslosigkeit zum Jahreswechsel gestiegen

Die Zahl der arbeitslosen Personen im Bezirk der Agentur für Arbeit Coesfeld, also den Kreisen Borken und Coesfeld, ist im Januar gegenüber Dezember um 894 Personen gestiegen. Damit sind aktuell 13.007 Menschen arbeitslos gemeldet. Die Arbeitslosenquote kletterte um 0,3 Prozentpunkte auf 3,8 Prozent.

Für den Leiter der Agentur für Arbeit Coesfeld, Johann Meiners, ist dies keine Überraschung: „Der Jahreswechsel bringt in der Regel eine steigende Arbeitslosigkeit mit sich, zum Beispiel, weil befristete Arbeitsverträge auslaufen.“ Damit ist das ein nicht unüblicher Anstieg, denn auch im Vorjahr kletterte die Zahl der Arbeitslosen von Dezember 2019 auf Januar 2020 um 896 Personen. „Wir bewegen uns daher auf dem gleichen Niveau wie im vergangenen Jahr“, verdeutlicht der Arbeitsmarktexperte.

Die Zahl der Personen, die sich aus einer Erwerbstätigkeit heraus neu arbeitslos melden mussten, lag im Januar bei 1.485. Damit sind es zwar 523 Personen mehr als im Dezember, aber 106 weniger als im gleichen Zeitraum des letzten Jahres. „Das spricht aktuell für eine recht stabile Lage am Arbeitsmarkt, denn der Anstieg der Arbeitslosigkeit ist saisontypisch und nicht auf den aktuellen Lock-Down zurückzuführen. Hilfreich ist natürlich weiterhin die Kurzarbeit, mit der viele Unternehmen ihre Mitarbeiter halten und Entlassungen vermeiden können“, erklärt Meiners. Gleichzeitig konnten sich mit 743 Arbeitslosen mehr sogar wieder in eine neue Beschäftigung abmelden als noch im Vormonat, denn da waren es nur 715 Arbeitslose die einen neuen Job angenommen haben.

Bedingt durch den Anstieg der Arbeitslosigkeit im ersten Lock-Down im vergangen Jahr liegt die Arbeitslosigkeit derzeit immer noch über dem Vorjahresniveau. So sind aktuell 1.573 Menschen mehr arbeitslos als noch vor einem Jahr. Das entspricht einem Anstieg um 13,8 Prozent. Die Arbeitslosenquote liegt um 0,4 Prozentpunkte höher.

Entwicklung der Arbeitskräftenachfrage

Mit dem Jahreswechsel ist auch die Zahl der gemeldeten Stellen gesunken. 760 neuen Stellen meldeten die Unternehmen und damit 214 weniger als noch im Dezember. Auch gegenüber dem Vorjahresmonat ist die Zahl gesunken. So sind es aktuell 50 weniger als im Januar 2020. „Für die Jahreszeit ist dies eine normale Entwicklung. Dennoch merken wir, dass viele Unternehmen aufgrund der aktuellen Corona-bedingten Einschränkungen etwas zurückhaltender bei der Einstellung neuer Mitarbeiter sind“, erklärt Meiners.

Insgesamt stehen den Jobsuchenden bei der Arbeitsagentur aktuell 4.405 freie Stellen zur Verfügung. Das sind 13 weniger als noch im Vormonat, aber 620 weniger als im Januar des letzten Jahres.

Entwicklung der Kurzarbeit

Für den Monat Juli 2020 liegen nun die endgültigen statistischen Daten zur Kurzarbeit vor. So waren in diesem Monat 1.915 Betreibe und 18.150 Menschen in Kurzarbeit. Im Monat davor waren es noch 2.444 Betriebe und 24.520 Personen.

Für die Monate September und August liegen bislang nur Hochrechnungen der Inanspruchnahme der Kurzarbeit vor. Demnach waren im August 1.629 Betriebe und 15.018 Beschäftigte in Kurzarbeit. Im September ist die Zahl weiter gesunken. Laut Hochrechnung waren noch 1.397 Betriebe und 13.215 Beschäftigte in Kurzarbeit.

Der Arbeitsmarkt im Kreis Borken

8.960 Arbeitslose waren im Januar bei der Arbeitsagentur oder dem kommunalen Jobcenter im Kreis Borken gemeldet. Damit waren es 640 mehr als noch im Dezember und sogar 934 mehr als im Januar des letzten Jahres. Die Arbeitslosenquote kletterte im Vormonatsvergleich um 0,3 Prozentpunkte auf jetzt 4,1 Prozent und liegt damit um 0,4 Prozentpunkte höher als im Vorjahresmonat.

Mit genau 500 offenen Stellen, meldeten die Unternehmen in der Region 117 weniger als im Dezember. Gleichzeitig sind es auch 8 weniger als vor einem Jahr. Damit trägt der Rückgang gegenüber dem Vorjahresmonat gerade einmal 1,6 Prozent, trotz des aktuellen Lock-Downs. Der Bestand an offenen Stellen liegt aktuell bei 2.922 und damit um 31 höher als noch im Dezember.

Der Arbeitsmarkt im Kreis Coesfeld

Im Kreis Coesfeld war im Januar ein überwiegend saisontypischer Anstieg der Arbeitslosigkeit zu verzeichnen. Mit 4.047 Arbeitslosen waren es 254 mehr als noch im Dezember. Das entspricht einem Anstieg um 6,7 Prozent. Damit sind es 639 mehr als noch vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote liegt mit 3,2 Prozent um 0,2 Prozentpunkte über dem Vormonat und um 0,5 Prozentpunkte über dem Vorjahresmonat.

Seitens der Arbeitgeber im Kreis wurden im Januar 260 freie Stellen der Arbeitsagentur gemeldet. Damit waren es 97 weniger als noch im Dezember und 42 weniger als vor einem Jahr. Der Bestand an offenen Stellen lag damit zuletzt bei 1.483. Damit sind es 44 weniger als im Vormonat und 82 weniger als im Januar des letzten Jahres.

Der Arbeitsmarkt im Münsterland

Die Arbeitslosigkeit ist im Münsterland zum Jahreswechsel überwiegend saisontypisch gestiegen. 41.909 Menschen waren im Januar arbeitslos gemeldet und damit 2.523 mehr als noch im Dezember. Die Arbeitslosenquote kletterte von 4,2 im Vormonat auf nun 4,5 Prozent.  Vor einem Jahr lag die Arbeitslosigkeit noch bei 4 Prozent.

Entsprechend der saisontypischen Entwicklung ist die Arbeitslosigkeit in den Bezirken aller drei Agenturen für Arbeit im Münsterland gestiegen. So erhöhte sich die Arbeitslosenquote in Ahlen-Münster um 0,3 Prozentpunkte auf nun 5,2 Prozent. Die Agentur für Arbeit Coesfeld verzeichnete ebenfalls einen Anstieg der Arbeitslosenquote um 0,3 Prozentpunkte. Dort liegt sie aktuell bei 3,8 Prozent. Etwas milder fiel der Anstieg im Bezirk der Agentur für Arbeit Rheine aus. Hier ist die Quote um 0,2 Prozentpunkte auf nun 4,5 Prozent angestiegen.

Im Januar suchten die Unternehmen und Verwaltungen im Münsterland für 2.396 neue freie Stellen Personal. Das sind 501 weniger als noch im Dezember und 87 weniger als vor einem Jahr. Insgesamt sind damit bei den Arbeitsagenturen 13.145 freie Stellen gemeldet. Davon sind 12.056 unbefristete Arbeitsangebote.