30.09.2020 | Presseinfo Nr. 61

Leichtes Aufatmen am Arbeitsmarkt

Erstmals seit Beginn der Corona-Pandemie ist die Arbeitslosigkeit im Bezirk der Agentur für Arbeit gegenüber dem Vormonat wieder gesunken. Mit 13.320 Arbeitslosen waren im September 924 Menschen weniger arbeitslos als noch im August dieses Jahres. Das entspricht einem Rückgang um 6,5 Prozent und ist gleichzeitig einer der stärksten in Nordrhein-Westfalen.

„Es ist sehr erfreulich, dass wir nun wieder sinkende Arbeitslosenzahlen vermelden können“, sagt Johann Meiners, Leiter der Agentur für Arbeit Coesfeld. „In den vergangenen zwei Monaten haben wir bereits fast ausschließlich saisontypische Entwicklungen der Arbeitslosigkeit beobachtet. Die Corona-Pandemie hat sich nur noch wenig ausgewirkt.“ Dementsprechend sei es auch jetzt typisch für die Jahreszeit, dass die Arbeitslosigkeit wieder sinke, wie Meiners erklärt. So verringerte sich die Arbeitslosenquote gegenüber August um 0,2 Prozentpunkte auf nun 3,9 Prozent.

Vor allem Jugendliche waren zuletzt vermehrt arbeitslos. „Sie konnten sich nach dem Ende der Ausbildung und einer kurzen Arbeitslosigkeit nun in vielen Fällen wieder abmelden“, erklärt Meiners. So ist die Arbeitslosigkeit bei den Jugendlichen und jungen Erwachsenen unter 25 Jahren gegenüber dem Vormonat um 19,7 Prozent gesunken. Das entspricht einem Rückgang um 406 arbeitslose Jugendliche auf nun 1.658. „Die jungen Erwachsenen brauchen Perspektiven und die Wirtschaft benötigt Sie als Fachkräfte von Morgen. Viele Jugendliche haben wieder eine Anstellung gefunden. Sie können nun ihren Karriereweg fortsetzen“, zeigt sich Meiners zufrieden.

 

Die Arbeitslosigkeit im Vorjahresvergleich

Zwar wirkt sich die Corona-Pandemie inzwischen nicht mehr so stark aus wie im zweiten Quartal, ein Blick auf das Vorjahr verdeutlicht aber die weiter anhaltenden Folgen am Arbeitsmarkt. So sind im September in den Kreisen Borken und Coesfeld 2.454 Menschen mehr arbeitslos gewesen als noch vor einem Jahr. Das entspricht einem Anstieg um 22,6 Prozent. Auch die Arbeitslosenquote ist mit 3,9 Prozent um 0,7 Prozentpunkte höher als im September 2019. „Die Zahlen zeigen, dass die Auswirkungen der Pandemie am Arbeitsmarkt immer noch deutlich zu spüren sind“, so Meiners. Er ergänzt: „Aktuell sehen wir aber eine leichte Entspannung der Situation. Die Zugangszahl aus einer Erwerbstätigkeit oder aus einer Ausbildung in Arbeitslosigkeit geht im September zurück, gleichzeitig steigt die Zahl der Abgänge aus Arbeitslosigkeit in Beschäftigung oder Ausbildung bzw. Förderung. Die Weichen am Arbeitsmarkt sind damit vorerst in eine positive Richtung gestellt.“ Dabei macht der Arbeitsmarktexperten gleichzeitig klar, dass vieles weiter davon abhängt, wie sich das Infektionsgeschehen entwickelt und welche damit einhergehenden Einschränkungen möglicherweise beschlossen werden.

 

Mehr Arbeitskräfte gesucht

Die Arbeitslosigkeit ist unter anderem gesunken, weil mehr Menschen eine neue Anstellung gefunden haben. Das konnte gelingen, da wieder mehr Arbeitgeber neue Mitarbeiter suchen. So meldeten die Personalverantwortlichen der Unternehmen im September 945 neue freie Stellen bei den Experten der Agentur für Arbeit. Das sind 203 mehr als noch im August und nur 86 weniger als im Vorjahr, ohne Corona-Einfluss.

„In unseren Gesprächen mit den Unternehmen erfahren wir, dass wieder vorsichtig optimistisch in die Zukunft geschaut wird“, verdeutlicht Johann Meiners. So ist auch der Bestand an offenen Stellen, die bei der Agentur für Arbeit gemeldet sind, wieder gestiegen. Aktuell können Bewerber auf 4.461 freie Stellen zugreifen und damit auf 169 mehr als noch im August.

 

Entwicklung der Kurzarbeit

Im Februar dieses Jahres, also vor der Corona-Pandemie, waren im Bezirk der Agentur für Arbeit Coesfeld 668 Personen bei 18 Unternehmen in Kurzarbeit. Nun liegen die endgültigen statistischen Daten für den Monat März vor, der erste Monat, in dem der Lock-Down im Zuge der Pandemie Einfluss nahm. Demnach waren im März 2.274 Unternehmen mit 19.793 Beschäftigten in Kurzarbeit.

Aufgrund der zeitlich verzögerten Abrechnung der Kurzarbeit liegen für April und Mai bislang nur statistische Hochrechnungen vor. „Diese zeigen aber deutlich, dass im April offensichtlich die meisten Menschen von Kurzarbeit betroffen waren“, erklärt Johann Meiners. So waren in diesem Monat 3.980 Unternehmen mit 39.890 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in Kurzarbeit. Das ist ein Rekordwert für den Agenturbezirk. „Erfreulich ist aber, dass diese Zahlen im Mai mit den ersten Lockerungen der Corona-Regeln wieder gesunken ist“, wie Meiners deutlich macht. So waren im Mai, laut den Hochrechnungen, mit 3.224 Betrieben immerhin 756 Unternehmen weniger in Kurzarbeit als noch im April. Die Zahl der betroffenen Personen sank um 8.476 auf 31.414.

 

Der Arbeitsmarkt im Kreis Borken

Im September ist die Arbeitslosigkeit gegenüber August im Kreis Borken um 6 Prozent gesunken. Mit 9.216 arbeitslosen Personen waren 592 weniger betroffen als zuletzt. Die Arbeitslosenquote konnte dementsprechend um 0,3 Prozentpunkte auf nun 4,2 Prozent sinken.

Im Vergleich mit dem Vorjahresmonat liegt die Arbeitslosigkeit jedoch bedingt durch die Auswirkungen der Corona-Pandemie derzeit deutlich höher. So sind aktuell 1.734 Personen mehr arbeitslos gemeldet als im September 2019. Die Arbeitslosenquote liegt derzeit um 0,8 Prozentpunkte über dem Vorjahreswert.

Leicht angestiegen ist die Nachfrage nach Personal. So meldeten die Arbeitgeber im Kreisgebiet im September 515 freie Stellen bei der Agentur für Arbeit und damit 52 mehr als noch im August. Der Bestand offener Stellen liegt mit derzeit 2.931 freien Stellen zwar um 332 Stellen niedriger als im Vorjahresmonat aber um 53 höher als noch im August dieses Jahres.

 

Der Arbeitsmarkt im Kreis Coesfeld

Die Zahl der Arbeitslosen im Kreis Coesfeld ist im September gegenüber August um 332 Personen auf nun 4.104 Arbeitslose gesunken. Das entspricht einem Rückgang um 7,5 Prozent. Auch die Arbeitslosenquote konnte sinken. Sie liegt nun mit 3,3 Prozent um 0,2 Prozentpunkte unter dem Vormonatswert.

Durch die Auswirkungen der Corona-Pandemie ist die Arbeitslosigkeit aber immer noch deutlich höher als vor einem Jahr. So sind aktuell 720 Arbeitslose mehr registriert als noch im September 2019. Die Arbeitslosenquote liegt aktuell um 0,6 Prozentpunkte höher als im letzten Jahr zu diesem Zeitpunkt.

Die Unternehmen und Verwaltungen im Kreis Coesfeld suchen wieder mehr neue Mitarbeiter. So meldeten Sie im September 430 neue Stellen bei der Agentur für Arbeit. Das sind 151 mehr als noch im August, was einem Anstieg um 54,1 Prozent beträgt. Auch gegenüber dem Vorjahresmonat sind es 8 Stellenangebote mehr. Der Bestand an insgesamt gemeldeten Stellen im Kreisgebiet liegt damit bei 1.530 und somit um 116 Stellen höher als noch im August.

 

Der Arbeitsmarkt im Münsterland

Im Münsterland ist die Arbeitslosigkeit saisontypisch gesunken. Im September verzeichneten die drei Arbeitsagenturen in der Region insgesamt 43.623 Arbeitslose. Das sind 2.437 weniger als noch im August. Damit liegt die Arbeitslosigkeit aber noch um 7.232 Personen höher als im September des vergangenen Jahres. Die Arbeitslosenquote liegt aktuell mit 4,7 Prozent um 0,2 Prozentpunkte niedriger als noch im Vormonat.

Der Blick auf die drei Agenturbezirke im Münsterland zeigt überall eine sinkende Arbeitslosigkeit. Die Agentur für Arbeit Ahlen-Münster verzeichnete ein Sinken der Arbeitslosenquote um 0,3 Prozentpunkte auf nun 5,4 Prozent. Im Bezirk der Agentur für Arbeit Rheine liegt die Arbeitslosenquote aktuell bei 4,7 Prozent und damit auch um 0,3 Prozentpunkte niedriger als im Vormonat. Die Arbeitsagentur Coesfeld verzeichnet mit 3,9 Prozent weiterhin die niedrigste Arbeitslosenquote. Hier ist der Rückgang gegenüber dem Vormonat aber etwas geringer ausgefallen. So ist die Arbeitslosenquote gegenüber August um 0,2 Prozentpunkte gesunken.

Erfreulich entwickelte sich auch die Arbeitskräftenachfrage, denn die Unternehmen und Verwaltungen im Münsterland meldeten wieder mehr freie Stellen bei der Arbeitsagentur. 3.377 neue Stellenangebote konnten die Experten der Agentur für Arbeit im September entgegennehmen und damit 970 mehr als noch im Vormonat. Der Bestand an insgesamt gemeldeten Stellen in der Region kletterte seit August um 459 Stellen auf nun 12.875.