09.04.2020 | Presseinfo Nr. 22

Weiterhin massiver Anstieg der Kurzarbeit-Anzeigen

In Folge der Corona-Krise sind in den letzten drei Wochen hessenweit knapp 52.000 Anzeigen auf Kurzarbeit bei den Arbeitsagenturen eingegangen.
Die Auswirkungen der Corona-Krise stellen mittlerweile eine Ausnahmesituation für den hessischen Arbeitsmarkt und somit auch die Agenturen für Arbeit in Hessen dar.

Die letzte Wirtschafts- und Finanzkrise, die Hessen 2009 erlebte, führte zu deutlich weniger Anzeigen für Kurzarbeit. Der Höchstwert in einem kompletten Monat lag damals bei 1.470. Insgesamt wurden in den letzten 12 Jahren in Hessen rund 34.300 Kurzarbeits-Anzeigen abgegeben, davon betrafen rund 21.000 konjunkturelle Kurzarbeit. Für das gesamte Jahr 2019 wurden in Hessen lediglich rund 1.100 Anzeigen gezählt. Im Januar und Februar 2020 gab es insgesamt 218 Anzeigen.

Seit März 2020 hat sich die Anzahl der Anzeigen für Kurzarbeit drastisch erhöht. Wurden Ende März noch rund 32.000 Anzeigen durch Hochrechnungen ermittelt, liegt jetzt die Zahl bereits bei rund 52.000. Damit ist die Zahl der Betriebe, die Kurzarbeit planen, gegenüber dem letzten Vergleichswert von vor einer Woche nochmals um knapp 62,5 Prozent gestiegen.

Dr. Frank Martin, Leiter der Regionaldirektion Hessen, zur aktuellen Situation: „Ich gehe nicht davon aus, dass wir bereits über den Berg sind. Täglich gehen weitere Anzeigen zu Kurzarbeit ein. Es zeichnet sich ab, dass ein großer Teil der hessischen Betriebe, die sozialversicherungspflichtige Beschäftigte haben, zur Kurzarbeit greifen werden. Diesmal trifft es eine Vielzahl von Branchen mit vielen Kleinst- und Kleinbetrieben, besonders im Dienstleistungssektor. Letztendlich wird die Dauer der Krise ausschlaggebend sein. Umso länger die Situation anhält, je weniger Umsatz gemacht wird, umso schwieriger wird es, einen Geschäftsbetrieb langfristig am Leben zu erhalten. Auch die Soforthilfen des Bundes und der Länder werden nicht unbegrenzt ausreichen. So erschreckend es für uns alle ist, so müssen wir uns bereits jetzt darauf einstellen, dass es bei einer längeren Dauer der Einschränkungen sehr wahrscheinlich zu Insolvenzen und einem nennenswerten Anstieg der Arbeitslosigkeit kommen wird. Bereits im laufenden Monat werden wir die ersten Auswirkungen in der Statistik ablesen können.“

Um eingehende Fragen und Anträge zügig beantworten und bearbeiten zu können, liegt der Fokus weiterhin auf der Beratung und Bearbeitung von Anzeigen.

Dafür wurden zum jetzigen Zeitpunkt in Hessen die Teams, die Kurzarbeit bearbeiten und abrechnen, in einem ersten Schritt von 50 auf rund 570 Personen verstärkt.

Wie viele Betriebe am Ende tatsächlich Kurzarbeit realisieren und in welchem Umfang sie das tun bzw. wie viele Personen betroffen sind, kann erst dann beziffert werden, wenn Betriebe ihre Abrechnungen einreichen. Arbeitgeber haben dafür drei Monate Zeit.

Pressesprecherin

Judith Sturm

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