03.02.2021 | Presseinfo Nr. 16

Anzeigeverfahren für schwerbehinderte Beschäftigte

Unternehmen müssen bis zum 31.3.2021 ihre Daten an die Arbeitsagentur melden

Arbeitgeber mit durchschnittlich mindestens 20 Arbeitsplätzen sind gesetzlich verpflichtet, auf mindestens fünf Prozent der Arbeitsplätze schwerbehinderte Menschen zu beschäftigen. Die Bundesagentur für Arbeit (BA) prüft auf gesetzlicher Grundlage, ob die Beschäftigungspflicht erfüllt ist. Arbeitgeber, mit mindestens 20 Arbeitsplätzen müssen der Agentur für Arbeit bis spätestens 31. März 2021 ihre Beschäftigungsdaten anzeigen. Diese Frist kann nicht verlängert werden. Am schnellsten geht es elektronisch.

Bei der Beschäftigung von Schwerbehinderte hat die Arbeitsagentur Dessau-Roßlau-Wittenberg noch Aufholbedarf

Der Agenturbezirk Dessau-Roßlau-Wittenberg gehört bei der Beschäftigung von Menschen mit Behinderung zu den bundesweiten Schlusslichtern und hat noch Aufholbedarf. Vor einem Jahr waren 3,3 Prozent aller der Erhebung zugrundeliegenden Arbeitsplätze mit Menschen mit Schwerbehinderung tätig. Um die 5 Prozent-Quote zu erfüllen, hätten weitere 1.283 Arbeitsplätzte mit schwerbehinderten Menschen besetzt sein müssen. In Sachsen-Anhalt liegt der Wert bei 3,6 Prozent.

Die Ursachen dafür sind vielschichtig. Zum einen hat das mit der Betriebsstruktur im Land zu tun, die eher von kleinen und mittelständischen Betrieben geprägt ist. Diese sind bei der Beschäftigung von Menschen mit Behinderung, wie auch im Bundesgebiet, eher unterrepräsentiert.

Zum anderen hat es aber auch immer noch mit bestehenden Vorurteilen gegenüber Menschen mit Behinderung zu tun. Bei einigen Arbeitgebern besteht immer noch die Sorge, dass Menschen mit Behinderung weniger leistungsfähig sind.

„Gerade jetzt - in dieser herausfordernden Zeit - müssen wir die Chance ergreifen, verstärkt auf das Beschäftigungspotenzial von Menschen mit Behinderung hinzuweisen. Menschen mit Handicap verfügen oft über ein fundiertes Fachwissen und kompensieren gesundheitliche Einschränkungen durch hohe Motivation und Einsatzbereitschaft. Damit liegt der Mehrwert für die Unternehmen auf der Hand. Menschen mit einer Behinderung zu beschäftigen, wirkt dem Fachkräftebedarf in den verschiedenen Wirtschaftsbranchen entgegen. Zumal dieser Bedarf sich aufgrund der demografischen Entwicklung in den nächsten Jahren zuspitzen wird", so Torsten Narr, Chef der Arbeitsagentur Dessau-Roßlau-Wittenberg.

Kostenlose Software

Um die Anzeige zu erstellen, können Unternehmen und Arbeitgeber die kostenfreie Software IW-Elan nutzen. Diese steht auf der Homepage www.iw-elan.de unter der Rubrik „Download" zur Verfügung oder kann als CD-ROM unter der Rubrik „Service" bestellt werden.

Kommen Arbeitgeber der Beschäftigungspflicht nicht nach, ist eine so genannte Ausgleichsabgabe zu zahlen. Diese Abgabe wird auf Grundlage der jahresdurchschnittlichen Beschäftigungsquote ermittelt. Falls eine Ausgleichsabgabe gezahlt werden muss, kann dies ebenso über die Software berechnet werden.

Die Beschäftigungspflicht gilt auch für Unternehmen, die im laufenden Jahr von Kurzarbeit betroffen waren.



Zur Information:

Arbeitgeber, die der Beschäftigungspflicht von schwerbehinderten Menschen nicht nachkommen, müssen eine Ausgleichsabgabe zahlen. Diese Abgabe wird nicht pauschal erhoben, sondern ist gestaffelt.

Beschäftigungsquote für Arbeitgeber

Höhe der Abgabe je Monat und
unbesetztem Arbeitsplatz

3 Prozent bis unter 5 Prozent

125,- Euro

2 Prozent bis unter 3 Prozent

220,- Euro

unter 2 Prozent

320,- Euro

Regelungen für kleinere Betriebe

Unternehmen mit weniger als 40 Arbeitsplätzen müssen einen schwerbehinderten Menschen beschäftigen. Sie zahlen je Monat 125 Euro, wenn sie diesen Pflichtplatz nicht besetzen.

Unternehmen mit weniger als 60 Arbeitsplätzen im Jahresdurchschnitt müssen zwei Pflichtplätze besetzen. Sie zahlen 125 Euro, wenn sie weniger als diese beiden Pflichtplätze besetzen, und 220 Euro, wenn weniger als ein Pflichtplatz besetzt ist.

Die Mittel der Ausgleichsabgabe werden zur Förderung der Teilhabe von schwerbehinderten Menschen verwendet. Darunter zählt etwa die Einrichtung eines Arbeitsplatzes oder die Förderung eines schwerbehinderten Menschen mit einem Eingliederungszuschuss.