05.03.2021 | Presseinfo Nr. 27

Arbeitsmarkt: Frauen im Spagat zwischen Job und Familie

Frauen im Agenturbezirk Dessau-Roßlau-Wittenberg nehmen häufiger am Erwerbsleben teil, als im bundesdeutschen und Sachsen-Anhalt-Schnitt. Mit der hohen Beschäftigungsquote steigt der Anteil an Teilzeitbeschäftigung bei Frauen.

Überdurchschnittliche Beschäftigungsquote – mehr Teilzeitjobs – Vollzeit sinkt

Demnach sind fast 64 Prozent der Frauen zwischen 15 und 65 Jahren im Agenturbezirk Dessau-Roßlau-Wittenberg entweder sozialversicherungspflichtig oder geringfügig beschäftigt. Deutschlandweit sind es nur knapp 58 Prozent und in Sachsen-Anhalt fast 63 Prozent. Das Beschäftigungswachstum bei den Frauen erfolgte in den vergangenen Jahren zunehmend in Teilzeitjobs. So stieg die Zahl zwischen 2016 und 2020 um 1.829 teilzeitbeschäftigte Frauen, während die Zahl der weiblichen Vollzeitbeschäftigten in dem Zeitraum sogar um 1.416 Mitarbeiterinnen zurückging. Bei den Männern stieg sowohl die Teil- als auch die Vollzeitbeschäftigung.

„Frauen müssen noch immer häufiger den Spagat zwischen Beruf und Familie schaffen als Männer. Dazu kommt, dass Frauen öfter in Jobs arbeiten, in denen es grundsätzlich einen hohen Teilzeitanteil gibt. Etwa in der Pflege, im Verkauf oder bei Büroarbeitsplätzen", erklärt Torsten Narr, Chef der Arbeitsagentur Dessau-Roßlau-Wittenberg.

Eine Teilzeitbeschäftigung kann durchaus ein Türöffner sein und den Weg zurück in den Arbeitsmarkt ebnen. Vor allem Frauen, die beispielsweise nach Erziehungszeiten oder Zeiten, in denen Frauen Angehörige gepflegt haben und nun wieder beruflich durchstarten wollen.

Mit Blick auf die Altersstruktur der Beschäftigten in den Unternehmen und der damit steigende Personalbedarf, aufgrund der Rentenabgänge empfiehlt Narr den Unternehmen: „Flexible Arbeitszeiten und Arbeitszeitmodelle, Angebote zur Telearbeit und Möglichkeiten zur Kinderbetreuung sind Teile einer familienfreundlichen Personalpolitik, mit der Betriebe auf die familiäre Situation eingehen und qualifiziertes Personal rekrutieren können. Nach Ende der Pflege- oder Betreuungsphase sollte es dann aber möglich sein, die wöchentliche Arbeitszeit schrittweise wieder auszuweiten – beispielsweise wenn die Kinder älter geworden sind."

Unterstützung für Frauen sowie für Unternehmerinnen und Unternehmer bietet der Beauftragte für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt (BCA)

„Es ist wichtig Frauen bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu unterstützen. Dafür sind oftmals individuelle Lösungen erforderlich. Auch Unternehmen werden beispielsweise zu verschiedenen Arbeitszeitmodellen informiert, um Lösungsansätze bei dem Thema Fachkräftebedarf aufzuzeigen", erklärt Patrick Balschun, BCA der Arbeitsagentur Dessau-Roßlau-Wittenberg.

Kontaktdaten von Patrick Balschun, Beauftragter für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt der Arbeitsagentur Dessau-Roßlau-Wittenberg:

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