29.04.2021 | Presseinfo Nr. 48

Anhalt-Bitterfeld: Arbeitsmarkt erholt sich weiter

„Der Arbeitsmarkt erholt sich weiter. Wie bereits im Vormonat setzt sich die Frühjahrsbelebung im April fort. Sie ist vor allem auf die gestiegene Arbeitskräftenachfrage und Einstellungsbereitschaft in den Außenberufen, wie etwa Landwirtschaft und Bau zurückzuführen. Die Kurzarbeit wirkt weiterhin stabilisierend. Dennoch nehmen die Entlassungen im Handel aber auch in der Arbeitnehmerüberlassung zum Vormonat zu. Die Risiken für den Arbeitsmarkt aus der dritten Corona-Welle und dem Auslaufen der Insolvenzregelungen bleiben bestehen.
Deutliche Auswirkungen der Pandemie zeigen sich in der Entwicklung von Langzeitarbeitslosigkeit. Bis zum letzten Jahr ging getragen von der wirtschaftlichen Entwicklung die Anzahl der Langzeitarbeitslosen immer weiter zurück. Aktuell zählen über 40 Prozent der Arbeitslosen in Anhalt-Bitterfeld zu den Langzeitarbeitslosen, weil sie seit einem Jahr und länger keiner Beschäftigung nachgehen. Es droht die Verfestigung von Arbeitslosigkeit, die wir mit Sorge sehen und uns in den kommenden Jahren beschäftigen wird. Die Integration von Langzeitarbeitslosen gestaltet sich bei einem von Unsicherheiten betroffenem Arbeitsmarkt immer schwieriger. Eine Schüsselrolle nimmt dabei die Qualifizierung und Aktivierung von Arbeitslosen - auch zur Vermeidung von Langzeitarbeitslosigkeit - ein, die wir unter den möglichen Rahmenbedingungen derzeit verstärken“, so Torsten Narr, Chef der Agentur für Arbeit Dessau-Roßlau-Wittenberg.

Arbeitslosigkeit

Im April waren 5.734 Frauen und Männer arbeitslos. In der Betrachtung zum Vormonat sank die Anzahl um 240 Personen. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Zahl der Arbeitslosen um 388 Frauen und Männer gesunken.
Die Arbeitslosenquote lag bei 7,3 Prozent, 0,3 Prozentpunkte unter dem Vorjahreswert. Anhalt-Bitterfeld lag damit 0,2 Prozentpunkte unter der Quote des Agenturbezirkes Dessau-Roßlau-Wittenberg.

Unterbeschäftigung

Die Zahl der Menschen in Unterbeschäftigung (ohne Kurzarbeit) lag im April bei 8.059. Das waren 468 weniger als im Vorjahr. Die Unterbeschäftigtenquote lag bei 10,0 Prozent. In der Unterbeschäftigung werden zusätzlich zu Arbeitslosen auch Personen abgebildet, die Teilnehmer in Maßnahmen sind oder einen Sonderstatus (etwa kurzfristige Arbeitsunfähigkeit) innehaben und damit gesetzlich nicht arbeitslos sind. Es finden wieder verstärkt arbeitsmarktpolitische Maßnahmen, wie zum Beispiel Qualifizierung statt.

Einstellungen und Entlassungen

Im April wurden 390 Menschen aus Beschäftigung am ersten Arbeitsmarkt entlassen und meldeten sich arbeitslos, 45 mehr als im Vormonat. Im selben Zeitraum nahmen 441 Frauen und Männer aus der Arbeitslosigkeit heraus eine Beschäftigung auf, das waren 63 mehr als im März,

Stellenmeldungen

Die Zahl der Stellenmeldungen sank im April im Vergleich zum Vormonat. Unternehmen meldeten dem Arbeitgeber-Service 236 neue Stellen. Das verarbeitende Gewerbe, die Arbeitnehmerüberlassung (Zeitarbeit) und die öffentliche Verwaltung haben im April die meisten Stellen gemeldet.

Kurzarbeit

Die Zahl der neuen Anzeigen auf Kurzarbeit ist im April gesunken. Es gab 16 neue Anzeigen für insgesamt 434 Beschäftigte.

Jobcenter KomBA-ABI

Das Jobcenter KomBA-ABI hatte im vergangenen Monat sinkende Leistungsempfängerzahlen zu verzeichnen. So gab es im April 9.156 Bezieher von Arbeitslosengeld II und 2.502 von Sozialgeld. Die Zahl der Bedarfsgemeinschaften (BG) stieg. Aktuell werden 7.391 Bedarfsgemeinschaften betreut. Im März war es 160 Bedarfsgemeinschaften weniger.

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