04.05.2021 | Presseinfo Nr. 51

Anhalt-Bitterfeld: Nur wenige schwerbehinderte Beschäftigte

Zu wenige schwerbehinderte Beschäftigte arbeiten in den Unternehmen aus Anhalt-Bitterfeld.
Das zeigt die BA-Statistik. So waren im Jahr 2019 nur 933 der zu berücksichtigenden 1.463 Arbeitsplätze im Landkreis Anhalt-Bitterfeld mit schwerbehinderten Beschäftigten besetzt. Das entspricht einer Beschäftigungsquote („Ist-Quote“) von 3,0 Prozent. Landesweit liegt diese Quote bei 3,4 Prozent, bundesweit sogar bei 4,6 Prozent. Die Entwicklung in Anhalt-Bitterfeld ist nicht neu. Seit Jahren liegt der Landkreis bei der Beschäftigungsquote auf dem letzten Plätzen.

Mehrheit der Unternehmen mit Beschäftigungspflicht stellen zu wenige schwerbehinderte Menschen ein

Unternehmen ab einer Größe von 20 Arbeitsplätzen sind grundsätzlich gesetzlich verpflichtet, fünf Prozent der Arbeitsplätze mit schwerbehinderten Menschen zu besetzen. Wenn die Unternehmen diese fünf Prozent nicht besetzen, dann müssen sie eine Ausgleichsabgabe zahlen. Die kostet ab diesem Jahr mindestens 140 Euro bis maximal 360 Euro, je nachdem, wie viele Plätze frei bleiben. In Anhalt-Bitterfeld sind 358 Unternehmen verpflichtet, schwerbehinderte Menschen zu beschäftigen.

Barrieren in den Köpfen behindern oftmals noch

„Leider sehen immer noch viele zuerst das, was behinderte Menschen nicht können. Unsere Erfahrung ist, dass Menschen mit Handicap im Durchschnitt motivierter sind und trotzdem scheuen sich noch viele Arbeitgeber, sie einzustellen und zahlen im Gegenzug die sogenannte Ausgleichabgabe. Das zeigen auch die aktuellen Statistiken zur Beschäftigungsquote von schwerbehinderten Menschen“, stellt Torsten Narr, Chef der Arbeitsagentur Dessau-Roßlau-Wittenberg fest.

Engagement für gesellschaftliche Teilhabe von Menschen mit Handicap

Für Menschen mit einer Behinderung, die arbeitslos sind, ist es schwieriger eine Beschäftigung aufzunehmen. Aktuell sind im Landkreis Anhalt-Bitterfeld 276 schwerbehinderte Menschen arbeitslos gemeldet., 75 Prozent davon haben eine abgeschlossene Ausbildung bzw. einen Studienabschluss. „Gerade in Zeiten der Demographie sollten wir dieses Potential gut nutzen. Trotz der Pandemie-Situation signalisieren uns die Arbeitgeber den Arbeitskräftebedarf. Deshalb verlieren Ausbildung und Beschäftigung von Menschen mit Behinderung nicht an Bedeutung“, erklärt Narr.

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