21.07.2021 | Presseinfo Nr. 78

Dessau-Roßlau: Entgelte im Jahr 2020 nur leicht gestiegen

Das Medianentgelt aller sozialversicherungspflichtig Vollzeitbeschäftigten in Dessau-Roßlau lag im vergangenen Jahr bei 2.952 Euro. Gegenüber dem Jahr 2019 sind die Löhne und Gehälter damit um 71 Euro gestiegen. Der Verdienst ist in den letzten 5 Jahren um 395 Euro gestiegen. In Sachsen-Anhalt verdienen Vollzeitbeschäftigte im Jahr 2020 im Schnitt 2.754 Euro.

„Der Bedarf an Fachkräften spiegelt sich auch in der Lohnentwicklung wieder. Doch es gibt deutliche Unterschiede zwischen den Regionen. In der kreisfreien Stadt Dessau-Roßlau werden im Schnitt höhere Löhne gezahlt als in den Landkreisen Anhalt-Bitterfeld und Wittenberg“, sagt Torsten Narr, Chef der Arbeitsagentur Dessau-Roßlau-Wittenberg.

Frauen verdienen etwas mehr als Männer

Frauen verdienen im Schnitt 3.145 Euro und damit 10 Prozent mehr als Männer, die einen Bruttoverdienst von 2.837 Euro erreichen. Auch hier gibt es regionale Unterschiede.

„Die Unterschiede resultieren aus der regionalen Wirtschaftsstruktur. Gerade im Stadtgebiet Dessau-Roßlau sind viele Frauen in höherwertigen Tätigkeiten oder in der Verwaltung angestellt. In den ländlichen Regionen hingegen arbeiten viele Männern in der Industrie und haben daher höhere Entgelte als Frauen“, erläutert Narr.

Kurzarbeit bremst Gehalt

Vor allem die starke Inanspruchnahme von Kurzarbeitergeld hat im vergangenen Jahr den Anstieg bei den Entgelten stark gebremst. Auch ausbleibende Sonderzahlungen oder ausgesetzte Erhöhungen bewirken den schwächeren Anstieg.

Corona-Effekt: Ohne Pandemie wäre höheres Entgelt wahrscheinlich

Den „Corona-Effekt“ beziffert die Bundesagentur für Arbeit (BA) auf 69 Euro im Bundesgebiet. Ohne Einfluss der Pandemie wären die Entgelte erfahrungsgemäß zusätzlich um diese Summe gestiegen. Der Effekt wird errechnet, indem die Medianentgelte der vergangenen Jahre fortgeschrieben werden.

Qualifikation entscheidet über Höhe des Entgelts

Unabhängig von der Pandemie entscheidet die berufliche Qualifikation sehr stark über die Entgelthöhe. Für Beschäftigte mit akademischem Abschluss liegt der Median bei 4.886 Euro und mit einem anerkannten Berufsabschluss (Fachkraft) bei 2.732 Euro. Beschäftigte ohne Berufsabschluss (Helfer) erzielen dagegen nur 1.937 Euro.

Unterschied zwischen West und Ost wird kleiner

Die Unterschiede zwischen West und Ost sind weiterhin hoch, die Schere schließt sich jedoch weiter. In Westdeutschland lag der Median mit 3.540 Euro um 650 Euro über dem Niveau der ostdeutschen Länder inkl. Berlin (2.890 Euro). Im Jahr 2019 betrug die Differenz noch 699 Euro.

Entgeltatlas mit Ergebnissen nach Berufen

Zeitgleich wurde auch der Entgeltatlas der BA aktualisiert. Dort können die Entgelte für alle Berufe abgerufen werden.

Link: https://con.arbeitsagentur.de/prod/entgeltatlas/

Methodische Hinweise
Die BA erhebt die Entgelte immer zum Stichtag 31. Dezember für alle Vollzeitbeschäftigten.
Die Daten basieren auf der Meldung der Arbeitgeber zur Sozialversicherung. Da Löhne und Gehälter nur bis zur Beitragsbemessungsgrenze für die Rentenversicherung gemeldet werden, die im vergangenen Jahr bei 6.900 Euro in Westdeutschland und 6.450 Euro in Ostdeutschland lag, ist nicht für alle Beschäftigten bekannt, wie hoch das tatsächlich erzielte Entgelt war. Die BA weist deswegen das Medianentgelt aus, das heißt, die eine Hälfte der Beschäftigten erzielt ein Entgelt, dass unter diesem Medianentgelt liegt.

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