26.08.2021 | Presseinfo Nr. 85

Hohe Mobilität prägt den Arbeitsmarkt in Anhalt-Bitterfeld

Rund 40.000 Ein- und Auspendler im Landkreis

Aktuell üben 60.353 Menschen, die in Anhalt-Bitterfeld wohnen, eine sozialversicherungspflichtige Tätigkeit aus. Jeder Dritte verlässt dafür den Landkreis. So pendeln täglich
rund 23.500 Menschen in andere Kreise oder Städte zur Arbeit aus. Die Zahl der Auspendler bewegt sich seit Jahren auf einem annährend gleichen Niveau.

Die meisten Auspendler fahren zum Arbeiten nach Dessau-Roßlau (5.146 Personen), Halle (2.644 Personen) und Saalekreis (2.336 Personen). Knapp 60 Prozent der Auspendler
sind ausgebildete Fachkräfte.

„Für zahlreiche Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer gehört das Pendeln zum Leben, denn der Arbeitsmarkt setzt Mobilität und Flexibilität voraus. Innerhalb des Agenturbezirkes Dessau-Roßlau-Wittenberg gibt es eine hohe Bereitschaft zum Pendeln unter den Beschäftigten. Jedoch bieten Auspendler für die ortsansässigen Unternehmen Potentiale, um die es sich lohnt, bei der eigenen Suche nach Fachkräften zu werben. Wenn es gelingt, die Auspendler für eine Beschäftigung vor Ort zu begeistern, kann dies ein Gewinn für die Firmen und die täglich pendelnden Menschen sein“, ist sich Torsten Narr, Chef der Arbeitsagentur Dessau-Roßlau-Wittenberg sicher.

Gleichzeitig pendeln circa 17.000 Menschen aus anderen Regionen in den Landkreis, um zu arbeiten. Die meisten Einpendler kommen ebenfalls aus angrenzenden Regionen. An erster Stelle steht Dessau-Roßlau mit 2.633 Personen, gefolgt von Wittenberg (2.068 Personen) und Halle (1.601 Personen).

Zieht man von den Einpendlern die Auspendler ab, ergibt sich das sogenannte Pendlersaldo. Da 23.297 Personen auspendeln und 16.648 Männer und Frauen einpendeln, ergibt sich ein negativer Pendlersaldo von 6.649.

Corona-Krise, Digitalisierung und Strukturwandel werden sich auch auf Pendlerverhalten auswirken. „Anhalt-Bitterfeld bleibt weiterhin eine Auspendlerregion. Das liegt unter anderem auch an den industriell geprägten Ballungsräumen in den Nachbarregionen. Mit Sicherheit wird sich aber die Corona-Krise, der damit verbundene Digitalisierungsschub und der Strukturwandel in der Industrie auf Pendlerströme und Pendlerverhalten auswirken. In Zukunft wird gerade in administrativen aber auch in manchen technischen Berufen das Arbeiten von zu Hause ein stärkerer Bestandteil des Arbeitsalltags sein. Lange Fahrten zur Arbeit werden weniger häufig nötig sein. Auch der Bedarf an Arbeitskräften in Anhalt-Bitterfeld wird perspektivisch aus demografischen Gründen zunehmen“, so Narr.