26.08.2021 | Presseinfo Nr. 87

Hohe Mobilität prägt den Arbeitsmarkt in Wittenberg

Rund 22.500 Ein- und Auspendler im Landkreis

Aktuell üben 49.986 Menschen, die in Wittenberg wohnen, eine sozialversicherungspflichtige Tätigkeit aus. Jeder Dritte verlässt dafür den Landkreis. So pendeln täglich rund 14.955 Menschen in andere Kreise oder Städte zur Arbeit aus. Die Zahl der Auspendler bewegt sich seit Jahren auf einem annährend gleichen Niveau.

Die meisten Auspendler fahren zum Arbeiten nach Dessau-Roßlau (3.712 Personen), Anhalt-Bitterfeld (2.068 Personen) und Nordsachsen (1.095 Personen). Knapp 60 Prozent der Auspendler sind ausgebildete Fachkräfte.

„Für zahlreiche Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer gehört das Pendeln zum Leben, denn der Arbeitsmarkt setzt Mobilität und Flexibilität voraus. Innerhalb des Agenturbezirkes Dessau-Roßlau-Wittenberg gibt es eine hohe Bereitschaft zum Pendeln unter den Beschäftigten. Jedoch bieten Auspendler für die ortsansässigen Unternehmen Potentiale, um die es sich lohnt, bei der eigenen Suche nach Fachkräften zu werben. Wenn es gelingt, die Auspendler für eine Beschäftigung vor Ort zu begeistern, kann dies ein Gewinn für die Firmen und die täglich pendelnden Menschen sein“, ist sich Torsten Narr, Chef der Arbeitsagentur Dessau-Roßlau-Wittenberg sicher.

Gleichzeitig pendeln circa 7.700 Menschen aus anderen Regionen in den Landkreis, um zu arbeiten. Die meisten Einpendler kommen ebenfalls aus angrenzenden Regionen. An erster Stelle steht Dessau-Roßlau mit 1.958 Personen, gefolgt von Anhalt-Bitterfeld (1.181 Personen) und Nordsachsen (823 Personen).

Zieht man von den Einpendlern die Auspendler ab, ergibt sich das sogenannte Pendlersaldo. Da 14.955 Personen auspendeln und 7.634 Männer und Frauen einpendeln, ergibt sich ein negativer Pendlersaldo von 7.321.

Corona-Krise, Digitalisierung und Strukturwandel werden sich auch auf Pendlerverhalten auswirken. „Wittenberg bleibt weiterhin eine Auspendlerregion. Das liegt unter anderem auch an den industriell geprägten Ballungsräumen in den Nachbarregionen. Mit Sicherheit wird sich aber die Corona-Krise, der damit verbundene Digitalisierungsschub und der Strukturwandel in der Industrie auf Pendlerströme und Pendlerverhalten auswirken. In Zukunft wird gerade in administrativen aber auch in manchen technischen Berufen das Arbeiten von zu Hause ein stärkerer Bestandteil des Arbeitsalltags sein. Lange Fahrten zur Arbeit werden weniger häufig nötig sein. Auch der Bedarf an Arbeitskräften in Wittenberg wird perspektivisch aus demografischen Gründen zunehmen“, so Narr.