09.09.2021 | Presseinfo Nr. 98

Pflege-Azubis aus El Salvador starten in das 2. Lehrjahr

„Aufgrund der demographischen Entwicklung in der Bevölkerung und des hohen Personalbedarfs in dieser Branche, wird die Fachkräftesicherung zur Mammutaufgabe. Es werden in der Pflege dringend Nachwuchskräfte gesucht. Dieses Beispiel aus Wittenberg zeigt, welche Chancen sich für Unternehmen und einer Region mit der Zuwanderung aus dem Ausland ergeben, wenn Arbeitsmarktakteure zusammenarbeiten“, weiß Torsten Narr, Chef der Arbeitsagentur Dessau-Roßlau-Wittenberg.

Vor dem Start wurde eine Projektstruktur geschaffen, die aus Verwaltung, Unternehmen, Bildungseinrichtungen und Netzwerkpartnern bestand, um die 14 jungen Salvadorianer nicht nur einen Ausbildungsplatz anbieten zu können, sondern auch einen guten Start in einer neuen Heimat zu ermöglichen. Zu ersten Schritten zählten beispielsweise Wohnraum zur Verfügung zu stellen, die Finanzierung der Sprachkurse sowie Einreisekosten sicherzustellen. Auch die mit Unterstützung des Landes Sachsen-Anhalt etablierte sozialpädagogische Begleitung während der Ausbildungszeit ist ein elementarer Bestandteil in der Ausbildung der jungen Menschen.

„Ich freue mich sehr über den erfolgreichen Verlauf der Ausbildung der zukünftigen Pflegekräfte aus El-Salvador in Wittenberg. Unser Ansatz, den Auszubildenden einen „Kümmerer“, also eine Sozialpädagogin zur Seite zu stellen, hat sich als richtig erwiesen. Für den Erfolg der Ausbildung ist es entscheidend, dass die Auszubildenden sich schnell in Wittenberg zurechtfinden, selbstbestimmt ihren Alltag gestalten und am gesellschaftlichen Leben teilhaben können. So erhöhen sich die Chancen, dass sie in Sachsen-Anhalt bleiben und hier die Pflege unterstützen“, erklärt Susi Möbbeck, Staatssekretärin und Integrationsbeauftragte der Landesregierung.

"Die Kümmerer-Struktur in der Lutherstadt Wittenberg ist nach wie vor großartig gewesen, sie dient nun als Maßstab für die kommenden Gruppen. Die Kümmerer-Struktur in der Stadt, fängt sie auf und gibt denen ein Willkommensgefühl in ihrem neuen Zuhause. Aber der nachhaltige Erfolg des Projekts liegt nicht nur an der Sprache und Integration, sondern auch wie wohl und glücklich sich die Azubis mit ihren Arbeitgebern und in ihren Arbeitsplatz fühlen. Denn je glücklicher sie sind, desto wahrscheinlicher werden sie nach Abschluss ihrer Ausbildung in der Stadt und bei ihren jetzigen Arbeitgebern bleiben und nicht wo anders wegziehen wollen“, so die Botschafterin aus El Salvador Florencia Vilanova de von Oehsen.

Wie sieht der Arbeitsmarkt aus?

Fast 2.000 Frauen und Männer im Landkreis Wittenberg sind in 40 Pflege- und Altenheime sowie in der ambulanten Pflege tätig.  Davon sind 635 Fachkräfte und 479 im Helferbereich tätig. In den nächsten 15 Jahren wird fast jeder zweite Beschäftigte in Rente gehen (43,8 Prozent).

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