28.10.2021 | Presseinfo Nr. 115

Bilanz zum Abschluss des Berufsberatungsjahres 2020/2021

„Im Agenturbezirk Dessau-Roßlau-Wittenberg können junge Menschen den Ausbildungsmarkt als Markt der Möglichkeiten erleben. Gleichzeitig stehen Betriebe in einem zunehmenden Wettbewerb um die ausbildungsinteressierten Jugendlichen. Im Berufsberatungsjahr 2020/2021 standen erneut deutlich mehr Ausbildungsplätze zur Verfügung, als Jugendliche, die eine Ausbildung beginnen wollen. Dies zeigt deutlich den perspektivischen Bedarf an Fachkräften. Trotz der anhaltenden Corona-Pandemie ist es uns gemeinsam mit unseren Partnern am Ausbildungsmarkt gelungen, dass kaum ein Bewerber leer ausging. Zum Berichtsjahresende sind noch 314 Ausbildungsstellen offengeblieben und 53 Bewerber um eine Ausbildungsstelle waren zum Stichtag 30.09 unversorgt. In einer gemeinsamen Nachvermittlungsaktion aller Beteiligten arbeiten wir daran, für diese Jugendlichen noch einen Einstieg in die Ausbildung zu ermöglichen. Bereits jetzt ist es sinnvoll sich die Azubis für das nächste Ausbildungsjahr zu sichern, denn ohne ausreichend Nachwuchs fehlen später die Fachkräfte von morgen in der Region“, resümiert Jary Hicksch, Geschäftsführerin operativ der Agentur für Arbeit Dessau-Roßlau-Wittenberg.

Beliebteste Ausbildungsberufe - Berufswahlentscheidung der jungen Erwachsenen weiterhin eher traditionell

Die beliebtesten Ausbildungsberufe bei den jungen Männern sind Fachlagerist, Kfz-Mechatroniker und Fachkraft für Lagerlogistik. Junge Frauen wählten besonders häufig: Verkäuferin, Kauffrau für Büromanagement und Kauffrau im Einzelhandel.

Schulabschlüsse der Bewerber

Seit Beginn des Berufsberatungsjahres im Oktober letzten Jahres meldeten sich im Bezirk der Agentur für Arbeit Dessau-Roßlau-Wittenberg 1.417 Bewerber für eine Berufsausbildungsstelle (35 Personen bzw. 2,5 Prozent mehr als im Vorjahr).
Von den im Berichtsjahr gemeldeten Bewerbern für Berufsausbildungsstellen hatte die Mehrzahl einen Realschulabschluss (730 Jugendliche), 341 Jugendliche einen Hauptschulabschluss und 228 Jugendliche die Fachhochschulreife bzw. die allgemeine Hochschulreife.26 Ausbildung suchende Jugendliche waren ohne Schulabschluss. Ihr Anteil an allen Ausbildungssuchenden beträgt 1,8 Prozent.

Anzahl der gemeldeten Ausbildungsstellen steigt

Die Unternehmen der Region meldeten 2.217 Berufsausbildungsstellen. Das waren 267 Ausbildungsstellen mehr als im Vorjahr (plus 13,7 Prozent). Die Sorge um den Fachkräftenachwuchs spiegelte sich auch im Verhalten der Unternehmen wider, die meisten meldeten schon im Winter und im Frühjahr einen Großteil ihrer Bedarfe.

Auf jeden Bewerber kamen rein rechnerisch 1,56 Ausbildungsstellen.

Besonders von Unternehmen in der Tierwirtschaft, in der Metallbearbeitung, im Handel, in der Gastronomie und in der Steuerberatung wurden mehr Ausbildungsstellen gemeldet, als sich Bewerber für eine Ausbildung in diesem Bereich interessiert haben.

„Mit dem Blick in die Zukunft ist es wichtig, dass sich die Unternehmen bei den Jugendlichen präsentieren. Denn bei genauer Betrachtung der Altersstruktur der derzeitig sozialversicherungspflichtig Beschäftigten werden in 15 Jahren über 40 Prozent das Rentnereintrittsalter erreicht haben“, so Hicksch.

Der Blick in die Region - Kreis Anhalt-Bitterfeld

Im Landkreis Anhalt-Bitterfeld suchten 554 Jugendliche eine Ausbildungsstelle. Das waren 52 Personen (plus 10,4 Prozent) mehr als im Vorjahr. 22 Jugendliche blieben zunächst unversorgt.

Von den Unternehmen wurden dem Arbeitgeberservice 772 Ausbildungsstellen gemeldet, die es zu besetzen galt. Das war gegenüber dem Vorjahr ein Plus von 163 Stellen (plus 26,8 Prozent). Insgesamt konnten 104 Ausbildungsstellen nicht besetzt werden.

Die Relation von Ausbildungsstelle je Bewerber betrug 1,39.

Der Blick in die Region – Stadtgebiet Dessau-Roßlau

In Dessau-Roßlau suchten 362 Jugendliche eine Ausbildungsstelle. Das waren 20 Personen (minus 5,2 Prozent) weniger als im Vorjahr. 20 Jugendliche blieben zunächst unversorgt.

Von den Unternehmen wurden dem Arbeitgeberservice 541 Ausbildungsstellen gemeldet, die es zu besetzen galt. Das war gegenüber dem Vorjahr ein Minus von 34 Stellen (minus 5,9 Prozent). Insgesamt konnten 56 Ausbildungsstellen nicht besetzt werden.

Die Relation von Ausbildungsstelle je Bewerber betrug 1,49.

Der Blick in die Region - Kreis Wittenberg

Im Landkreis Wittenberg suchten 501 Jugendliche eine Ausbildungsstelle. Das waren 3 Personen (plus 0,6 Prozent) mehr als im Vorjahr. 11 Jugendliche blieben zunächst unversorgt.

Von den Unternehmen wurden dem Arbeitgeberservice 904 Ausbildungsstellen gemeldet, die es zu besetzen galt. Das war gegenüber dem Vorjahr ein Plus von 138 Stellen (plus 18,0 Prozent). Insgesamt konnten 154 Ausbildungsstellen nicht besetzt werden.

Die Relation von Ausbildungsstelle je Bewerber betrug 1,8.

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