11.11.2021 | Presseinfo Nr. 120

Arbeitsmarktprognose für 2022: Mehr Jobs - weniger Arbeitslose im Agenturbezirk Dessau-Roßlau-Wittenberg

Für den Agenturbezirk Dessau-Roßlau-Wittenberg werden fast 1.900 Arbeitslose
weniger für 2022 prognostiziert. „Es wird in vielen Branchen an Fachkräften fehlen
und die Themen Zuwanderung und Qualifizierung von Beschäftigten müssen noch
stärker in den Vordergrund gerückt werden“, so Torsten Narr, Chef der Arbeitsagentur
Dessau-Roßlau-Wittenberg.

Wissenschaftler des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) haben ihre regionalen Arbeitsmarktprognosen für das Jahr 2022 mit verschiedenen Rechenmodellen vorgelegt. In ihrem Mittelwertszenario gehen die Arbeitsmarktexperten weiter davon aus, dass die Arbeitslosigkeit im Agenturbezirk Dessau-Roßlau-Wittenberg im Jahresschnitt 2022 sinkt und gleichzeitig neue Jobs entstehen, wenngleich weniger als im Sachsen-Anhalt-Schnitt. „Auch unser Agenturbezirk ist besonders stark von der Alterung der Bevölkerung betroffen. Die Zahl der jährlichen Renteneintritte ist deutlich größer als die Zahl der Schulabsolventen. Perspektivisch wird es daher zu einem Rückgang der Beschäftigtenzahlen kommen. Gleichzeitig führt die demografische Entwicklung zu einem deutlich stärkeren Rückgang der Arbeitslosigkeit“, beschreibt Narr die Arbeitsmarktentwicklung.

Beschäftigung: Vergleichsweise geringes Wachstum erwartet
Im Jahr 2022 rechnen die Forscher des IAB in ihrem Mittelwertszenario mit durchschnittlich 133.800 sozialversicherungspflichtigen Jobs im Agenturbezirk Dessau-Roßlau-Wittenberg.
Das wären 700 Beschäftigte mehr als im hochgerechneten Jahresdurchschnitt 2021 von 133.100 Beschäftigten und entspräche einem Job-Wachstum von 0,5 Prozent.
Für den Sachsen-Anhalt-Schnitt prognostizieren die IAB-Wissenschaftler gleichzeitig ein Wachstum von 0,6 Prozent.

Arbeitslosigkeit sinkt deutlich
Das IAB geht zudem auch von einem weiteren Rückgang der Arbeitslosigkeit im Agenturbezirk Dessau-Roßlau-Wittenberg aus. Demnach soll die Zahl der Arbeitslosen 2022 im Jahresdurchschnitt bei 10.800 liegen. Das entspricht einem Rückgang von 15 Prozent im Vergleich zum prognostizierten Durchschnitt 2021 von 12.700. Für Sachsen-Anhalt prognostizieren die Wissenschaftler einen Rückgang der Arbeitslosigkeit um 13,5 Prozent.

Thema „Zuwanderung“ und Qualifizierung von Beschäftigten immer wichtiger
„Der Arbeitsmarkt im Agenturbezirk Dessau-Roßlau-Wittenberg erholt sich von der Krise. Die demografische Entwicklung, die Digitalisierung und der Strukturwandel bleiben die größten Herausforderungen in den kommenden Jahren. Gerade die Demografie erweist sich immer mehr als bremsender Faktor für die Wirtschaft, weil es schwieriger wird Ersatz für Rentenabgänge zu finden, unabhängig von der konjunkturellen Entwicklung. Diese Herausforderungen lassen sich perspektivisch nur lösen, wenn die Zuwanderung von Fachkräften forciert wird. Auch den Beschäftigten, die unfreiwilliger Teilzeit arbeiten, ein vollzeitnahes Arbeitsverhältnis anzubieten, ermöglicht Chancen der demographischen Entwicklung entgegenzuwirken. Weil auch das Potential der Arbeitslosen immer weiter zurückgeht, wird das Thema Weiterbildung und Qualifizierung von Ungelernten oder Geringqualifizierten in Unternehmen in dem Zusammenhang immer wichtiger. Denn durch die Digitalisierung können viele Tätigkeiten durch technische Prozesse ersetzt werden. Gleichzeitig entstehen in den Unternehmen aber neue Tätigkeiten mit höheren Anforderungsniveaus. Dafür fehlt es aber wiederum an Personal“, so Narr.


Die Prognose und den IAB-Kurzbericht finden Sie hier zum Download:
http://doku.iab.de/arbeitsmarktdaten/Regionale_Arbeitsmarktprognosen_2102.pdf

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