30.11.2021 | Presseinfo Nr. 125

Anhalt-Bitterfeld: Höherer Personalbedarf in Unternehmen und Demografie lässt Arbeitslosigkeit weiter sinken

„Dass die Arbeitslosigkeit in den Monaten Oktober und November sinkt, ist saisontypisch. Gründe liegen u. a. darin, dass die Unternehmen in den Herbstmonaten wieder deutlich mehr Beschäftigte einstellen und Jugendliche ihre Ausbildung beginnen. Die demografisch bedingten Abgänge von Arbeitslosen in die Rente ist ein Faktor, der in den kommenden Monaten und Jahren stärker ins Gewicht fallen wird. Auch die stabile Arbeitskräftenachfrage der Unternehmen lässt die Arbeitslosigkeit sinken. Wir haben in Anhalt-Bitterfeld fast 50 Prozent mehr offene Stellen im Bestand als im vergangenen Jahr. Unternehmen müssen immer häufiger Altersabgänge ihrer Mitarbeiter kompensieren. Zudem wirken sich auch die stabile Auftragslage und Nachholeffekte nach der Pandemie positiv auf die Kräftenachfrage aus. Eine echte Herausforderung für Unternehmen bleiben etwa Liefer- und Rohstoffengpässe aber in zunehmenden Maße auch die pandemiebedingte Zurückhaltung im Konsumverhalten der Verbraucher. Das kann in den betroffenen Branchen zu einer stärkeren Inanspruchnahme der Kurzarbeit führen. Der Abbau der Arbeitslosigkeit wird sich in den Wintermonaten erfahrungsgemäß verlangsamen. Inwieweit die vierte Corona-Welle einen Rückschlag für den Arbeitsmarkt bedeutet, ist aktuell noch nicht abzusehen. Stabilisierend wirkt das Kurzarbeitergeld, dessen Inanspruchnahme unter erleichterten Voraussetzungen bis zum März 2022 verlängert wurde“, erklärt Torsten Narr, Chef der Arbeitsagentur Dessau-Roßlau-Wittenberg die Situation am Arbeitsmarkt.

Arbeitslosigkeit

Im November waren 4.595 Frauen und Männer arbeitslos. In der Betrachtung zum Vormonat sank die Anzahl um 179 Personen. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Zahl der Arbeitslosen um 1.026 Frauen und Männer gesunken. Die Arbeitslosenquote lag bei 5,9 Prozent, 1,2 Prozentpunkte unter dem Vorjahreswert. Anhalt-Bitterfeld lag damit 0,3 Prozentpunkte unter der Quote des Agenturbezirkes Dessau-Roßlau-Wittenberg.

Unterbeschäftigung

Die Zahl der Menschen in Unterbeschäftigung (ohne Kurzarbeit) lag im November bei 7.076. Das waren 1.188 weniger als im Vorjahr. Die Unterbeschäftigtenquote lag bei 8,9 Prozent. In der Unterbeschäftigung werden zusätzlich zu Arbeitslosen auch Personen abgebildet, die Teilnehmer in Maßnahmen sind oder einen Sonderstatus (etwa kurzfristige
Arbeitsunfähigkeit) innehaben und damit gesetzlich nicht arbeitslos sind.

Einstellungen und Entlassungen

Im November wurden 351 Menschen aus Beschäftigung am ersten Arbeitsmarkt entlassen und meldeten sich arbeitslos, 15 mehr als im Vormonat. Im selben Zeitraum nahmen 262 Frauen und Männer aus der Arbeitslosigkeit heraus eine Beschäftigung auf, das waren 17 weniger als im Oktober.

Stellenmeldungen

Die Zahl der Stellenmeldungen stieg im November im Vergleich zum Vormonat. Unternehmen meldeten dem Arbeitgeber-Service 346 neue Stellen. Das verarbeitende Gewerbe, die Arbeitnehmerüberlassung (Zeitarbeit) und der Handel haben im November die meisten Stellen gemeldet.

Jobcenter KomBA-ABI

Das Jobcenter KomBA-ABI hat im vergangenen Monat sinkende Leistungsempfängerzahlen zu verzeichnen. So gab es im November 8.461 Bezieher von Arbeitslosengeld II und 2.330 von Sozialgeld. Die Zahl der Bedarfsgemeinschaften (BG) stieg. Aktuell werden 6.877 Bedarfsgemeinschaften betreut. Im Oktober waren es 43 Bedarfsgemeinschaften weniger.

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