01.12.2021 | Presseinfo Nr. 128

Menschen mit Behinderung in der Firma? Eine gute Idee!

Arbeitsagentur wirbt für Inklusion

„Dank Bundesteilhabegesetz und vieler anderer Regelungen wird in Deutschland jede Menge dafür getan, dass Menschen mit Handicap ein wichtiger Teil der Gesellschaft sind und möglichst selbstbestimmt leben können“, stellt Torsten Narr, Chef der Agentur für Arbeit Dessau-Roßlau-Wittenberg anlässlich des Welttages der Menschen mit Behinderung am 3. Dezember fest.

In den letzten Jahren wurde viel in Barrierefreiheit investiert und immer mehr Einrichtungen – von der KiTa, über Schulen bis hin zu Behörden – sind mittlerweile „inklusiv“, das heißt sie nehmen Menschen mit Handicaps auf. „Aber von der Akzeptanz zur Inklusion ist es eben noch ein weiter Weg“, weiß der Agenturchef. Inklusion bedeutet schließlich, dass alle Menschen ganz selbstverständlich zusammenleben, lernen und arbeiten und Vielfalt als Bereicherung erlebt wird. „Und solange wir darüber immer noch gesondert reden, ist es eben noch nicht selbstverständlich“, so der Hinweis von Narr.

Barrieren in den Köpfen behindern oftmals noch
„Leider sehen immer noch viele zuerst das, was behinderte Menschen nicht können. Unsere Erfahrung ist, dass Menschen mit Handicap im Durchschnitt motivierter sind und trotzdem scheuen sich noch viele Arbeitgeber, sie einzustellen und zahlen im Gegenzug die sogenannte Ausgleichabgabe“, stellt Narr fest.

Engagement für gesellschaftliche Teilhabe von Menschen mit Handicap
Für Menschen mit einer Behinderung, die arbeitslos sind, ist es schwieriger eine Beschäftigung aufzunehmen. Aktuell sind im Agenturbezirk Dessau-Roßlau-Wittenberg über 600 schwerbehinderte Menschen arbeitslos gemeldet., 75 Prozent davon haben eine abgeschlossene Ausbildung bzw. einen Studienabschluss. „Gerade in Zeiten der Demographie sollten wir dieses Potential gut nutzen. Trotz der Pandemie-Situation signalisieren uns die Arbeitgeber den Arbeitskräftebedarf. Deshalb gewinnen Ausbildung und Beschäftigung
von Menschen mit Behinderung immer mehr an Bedeutung“, erklärt Narr.

Arbeitgeber, die diesen Schritt gemacht haben, bestätigen immer wieder: Die Ausbildung und Beschäftigung von Menschen mit Behinderung wirkt sich positiv auf das Betriebsklima aus.


 

Die Arbeitsagentur gemeinsam mit den Jobcentern der Region unterstützen Arbeitgeber bei der Einstellung Behinderter durch verschiedene Dienstleistungen und Förderinstrumente, z. B.:

  • Individuelles Beratungsangebot

Die Arbeitsagentur bietet für Schwerbehinderte und Rehabilitanden ein Speziallistenteam für individuelle Beratungen an. Die Experten verfügen über ein breitgefächertes Netzwerk, um auf die persönlichen Einschränkungen bei der Ausbildungs- und Arbeitssuche eingehen zu können. Eine enge Zusammenarbeit bei der Arbeitsplatzgestaltung und – Ausstattung erfolgt mit dem Integrationsamt und dem Integrationsfachdienst sowie dem Technischen Beratungsdienst der Arbeitsagentur. Im gesamten Agenturbezirk Dessau-Roßlau-Wittenberg ist der Technische Berater für die Beschäftigung unterwegs. Er berät situationsbezogen und umfassend alle am Verfahren beteiligten Personen über die behindertengerechte Gestaltung von Arbeits- und Ausbildungsplätzen. Bei dieser Beratung werden Arbeitsplatz, Arbeitsumfeld, Arbeitsgebäude und Arbeitsweg und das entsprechende Beförderungsmittel zum Erreichen des Arbeitsplatzes unter Beachtung der gesundheitlichen Einschränkungen der Betroffenen begutachtet.

  • Zuschüsse zur Ausbildungsvergütung

Mehr junge Menschen mit Behinderung sollen durch betriebliche Ausbildung Berufsabschlüsse erreichen. Die Agentur für Arbeit oder das Jobcenter gewähren deshalb für die betriebliche Aus- oder Weiterbildung einen Zuschuss zur Ausbildungsvergütung. 

  • Probebeschäftigung

Menschen mit Behinderung sollen ihre Leistungsfähigkeit im Unternehmen beweisen können. Entstehen für eine auf maximal drei Monate befristete Probebeschäftigung Kosten, werden sie erstattet.

  • Eingliederungszuschuss

Arbeitgeber können zur Eingliederung von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern mit einem Eingliederungszuschuss zum Arbeitsentgelt gefördert werden.

  • Ausgleich von Behinderungen durch technische Hilfen

Oftmals ist eine behindertengerechte Ausgestaltung von Ausbildungs- oder Arbeitsplätzen erforderlich, um die dauerhafte Teilhabe am Arbeitsleben zu erreichen. Arbeitgeber können entsprechende Zuschüsse beantragen. Bei der technischen Ausstattung unterstützt der Technische Beratungsdienst die Unternehmen kostenlos.

  • Unterstützte Beschäftigung

Unterstützte Beschäftigung ist eine Alternative zur beruflichen Eingliederung von Menschen mit Behinderung. Sie verfolgt das Ziel, dass Menschen mit Behinderung nach erfolgreicher betrieblicher Qualifizierung ihre Kompetenzen als Beschäftigte ihres Unternehmens
einsetzen. Sie beinhaltet ein betriebliches Training direkt am Arbeitsplatz im Unternehmen. Ein geschulter Trainer begleitet die Qualifizierung vor Ort. Mit Hilfe von unterstützter Beschäftigung können Arbeitgeber ohne vertragliche Bindungen und ohne finanziellen Aufwand behinderte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit deren speziellen Fähigkeiten für ihren Betrieb gewinnen.

 

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