29.07.2022 | Presseinfo Nr. 91

Anhalt-Bitterfeld Arbeitsmarkt trotz vielfältiger Herausforderungen weiterhin robust.

Der Trend des letzten Monats setzt sich auch im Juli auf dem Arbeitsmarkt fort.

Arbeitslosigkeit

Im Juli waren 5.272 Frauen und Männer arbeitslos. In der Betrachtung zum Vormonat stieg die Anzahl um 119 Personen. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Zahl der Arbeitslosen um 154 Frauen und Männer gestiegen. Die Arbeitslosenquote lag bei 6,9 Prozent, 0,3 Prozentpunkte über dem Vorjahreswert. Anhalt-Bitterfeld lag damit auf dem Niveau des Agenturbezirkes Dessau-Roßlau-Wittenberg.

Unterbeschäftigung

Die Zahl der Menschen in Unterbeschäftigung (ohne Kurzarbeit) lag im Juli bei 7.288. Das waren 145 weniger als im Vorjahr. Die Unterbeschäftigtenquote lag bei 9,4 Prozent. In der Unterbeschäftigung werden zusätzlich zu Arbeitslosen auch Personen abgebildet, die Teilnehmer in Maßnahmen sind oder einen Sonderstatus (etwa kurzfristige Arbeitsunfähigkeit) innehaben und damit gesetzlich nicht arbeitslos sind.

Einstellungen und Entlassungen

Im Juli wurden 308 Menschen aus Beschäftigung am ersten Arbeitsmarkt entlassen und meldeten sich arbeitslos, 38 weniger als im Vormonat. Im selben Zeitraum nahmen 271 Frauen und Männer aus der Arbeitslosigkeit heraus eine Beschäftigung auf, das waren 14 mehr als im Juni.

Stellenmeldungen

Die Zahl der Stellenmeldungen stieg im Juli im Vergleich zum Vormonat. Unternehmen meldeten dem Arbeitgeber-Service 383 neue Stellen. Seit Jahresbeginn wurden dem Arbeitgeber-Service 2.100 Stellen gemeldet, das waren 423 mehr als von Januar bis Juli 2021. Das verarbeitende Gewerbe, die Arbeitnehmerüberlassung (Zeitarbeit) und die öffentliche Verwaltung haben im Juli die meisten Stellen gemeldet.

Jobcenter KomBA-ABI

Das Jobcenter KomBA-ABI hat im vergangenen Monat steigende Leistungsempfängerzahlen zu verzeichnen. So gab es im Juli 8.813 Bezieher von Arbeitslosengeld II und 2.743 von Sozialgeld. Die Zahl der Bedarfsgemeinschaften (BG) nahm leicht ab. Aktuell werden 7.079 Bedarfsgemeinschaften betreut. Im Juni waren es 89 Bedarfsgemeinschaften weniger.

Wie bereits im letzten Monat stieg erneut die Zahl der Arbeitslosen, liegt aber immer noch unter der des Vorjahresmonats. Der Anstieg der Arbeitslosigkeit ist mit dem Übergang der ukrainischen Flüchtlinge in die Betreuung bei den Jobcentern zu begründen. Aufgrund von Übergangsregelungen und einer großen Anzahl von zu prüfenden und zu bearbeitenden Anträgen war zu erwarten, dass im Juli noch einmal die Zahl der in den Jobcentern zu betreuenden Leistungsberechtigten steigt. Da die Flüchtlinge aus der Ukraine vor dem Zuständigkeitswechsel im Asylbewerberleistungsgesetz statistisch nicht arbeitslos erfasst waren, war ein Anstieg der Arbeitslosenzahlen zu erwarten.
Auswirkungen der gestiegenen Energiekosten, Störungen in den Lieferketten sowie Folgen der hohen Inflationsrate lassen sich in der Entwicklung am Arbeitsmarkt noch nicht erkennen.
„Entgegen des Trends im letzten Monat besteht weiterer Arbeitskräftebedarf auf Seiten der Unternehmen, in allen Geschäftsstellen ist die Zahl der gemeldeten offenen Arbeitsstellen gestiegen und liegt damit über den Vorjahresniveau. Inwiefern dieser Trend anhält und der Arbeitsmarkt sich trotz der erkennbaren Veränderungen und daraus resultierenden Herausforderungen weiterhin robust präsentiert ist derzeit nicht absehbar“, beschreibt Birgit Ruhland, Chefin der Arbeitsagentur Dessau-Roßlau-Wittenberg die Situation am Arbeitsmarkt.



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