31.08.2022 | Presseinfo Nr. 105

Anhalt-Bitterfeld: Arbeitsmarktsituation ist angespannt

„Der aktuelle Anstieg der Arbeitslosigkeit im Vergleich zum Vormonat hat u. a. saisonale Ursachen und betrifft im Besonderen jüngere Menschen, die sich nach dem Schulabschluss oder Beendigung der Ausbildung arbeitslos melden. Außerdem stellen Arbeitgeber in der Ferienzeit erfahrungsgemäß weniger ein.
Zusätzlich ist die Arbeitslosigkeit in den letzten 3 Monaten aufgrund der Betreuung von ukrainischen geflüchteten Menschen gestiegen. Wichtig ist für uns weiterhin die Gewährung der Leistungen.
Die Unternehmen halten an ihren Fachkräften fest, auch wenn die wirtschaftliche Lage in vielen Firmen angespannt ist. Der Krieg in der Ukraine, Inflation, steigende Energiekosten und Lieferengpässe belasten die wirtschaftliche Entwicklung. Die Entwicklung der nächsten Monate bleibt also mit hohen Unsicherheiten verbunden“, beschreibt Birgit Ruhland, Chefin der Arbeitsagentur Dessau-Roßlau-Wittenberg die Situation am Arbeitsmarkt.

Arbeitslosigkeit

Im August waren 5.517 Frauen und Männer arbeitslos. In der Betrachtung zum Vormonat stieg die Anzahl um 245 Personen. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Zahl der Arbeitslosen um 144 Frauen und Männer gestiegen. Die Arbeitslosenquote lag bei 7,3 Prozent, 0,4 Prozentpunkte über dem Vorjahreswert. Anhalt-Bitterfeld lag damit 0,1 Prozentpunkte über dem Niveau des Agenturbezirkes Dessau-Roßlau-Wittenberg.

Unterbeschäftigung

Die Zahl der Menschen in Unterbeschäftigung (ohne Kurzarbeit) lag im August bei 7.524. Das waren 63 weniger als im Vorjahr. Die Unterbeschäftigtenquote lag bei 9,7 Prozent. In der Unterbeschäftigung werden zusätzlich zu Arbeitslosen auch Personen abgebildet, die Teilnehmer in Maßnahmen sind oder einen Sonderstatus (etwa kurzfristige Arbeitsunfähigkeit) innehaben und damit gesetzlich nicht arbeitslos sind.

Einstellungen und Entlassungen

Im August wurden 387 Menschen aus Beschäftigung am ersten Arbeitsmarkt entlassen und meldeten sich arbeitslos, 79 mehr als im Vormonat. Im selben Zeitraum nahmen 251 Frauen und Männer aus der Arbeitslosigkeit heraus eine Beschäftigung auf, das waren 20 weniger als im Juli.

Stellenmeldungen

Die Zahl der Stellenmeldungen sank im August im Vergleich zum Vormonat. Unternehmen meldeten dem Arbeitgeber-Service 305 neue Stellen. Seit Jahresbeginn wurden dem Arbeitgeber-Service 2.405 Stellen gemeldet, das waren 513 mehr als von Januar bis August 2021. Das verarbeitende Gewerbe, die Arbeitnehmerüberlassung (Zeitarbeit) und die öffentliche Verwaltung haben im August die meisten Stellen gemeldet.

Jobcenter KomBA-ABI

Das Jobcenter KomBA-ABI hat im vergangenen Monat steigende Leistungsempfängerzahlen zu verzeichnen. So gab es im August 8.816 Bezieher von Arbeitslosengeld II und 2.732 von Sozialgeld. Die Zahl der Bedarfsgemeinschaften (BG) sank. Aktuell werden 7.087 Bedarfsgemeinschaften betreut. Im Juli waren es 83 Bedarfsgemeinschaften mehr.

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