30.06.2022 | Presseinfo Nr. 79

Dessau-Roßlau: Situation in der Ukraine lässt die Arbeitslosigkeit steigen

„Derzeit kommen am Arbeitsmarkt mehrere unterschiedliche Entwicklungen zusammen. Auf der einen Seite benötigen die Unternehmen Fachkräfte. Das zeigt die hohe Anzahl an Stellen im Bestand. Gleichzeitig belasten Lieferengpässe die Auftragsbearbeitung in den Betrieben und die hohe Inflation dämpft den privaten Konsum. Dadurch melden die Unternehmen deutlich weniger Stellen im Monat Juni. Zwar liegt die Zahl der Arbeitslosen insgesamt unter dem Niveau vor der Pandemie. Jedoch wird die Arbeitslosigkeit durch die Betreuung der ukrainischen geflüchteten Menschen im Jobcenter Dessau-Roßlau ansteigen. Sie erhalten Leistungen der Grundsicherung und werden auch vermittlerisch durch das Jobcenter betreut. Aufgrund der Übergangsregelung werden aktuell noch Leistungen von der Stadt Dessau-Roßlau an die Ukrainer gezahlt. Das Erlernen der deutschen Sprache ist für alle weiteren Schritte der Integration notwendig. Die Folgen des Krieges gegen die Ukraine werden den Arbeitsmarkt in den nächsten Monaten weiter belasten. Für die energieintensiven Unternehmen bleiben die hohen Energiepreise und ein möglicher Gaslieferstopp problematisch“, beschreibt Birgit Ruhland, Chefin der Arbeitsagentur Dessau-Roßlau-Wittenberg die Situation am Arbeitsmarkt.

Arbeitslosigkeit

Im Juni waren 2.821 Frauen und Männer arbeitslos. In der Betrachtung zum Vormonat stieg die Anzahl um 15 Personen. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Zahl der Arbeitslosen um 368 Frauen und Männer gesunken.
Die Arbeitslosenquote lag bei 7,4 Prozent, 0,8 Prozentpunkte unter dem Vorjahreswert. Dessau-Roßlau lag mit 0,6 Prozentpunkte über dem Wert des Agenturbezirkes Dessau-Roßlau-Wittenberg.

Unterbeschäftigung

Die Zahl der Menschen in Unterbeschäftigung (ohne Kurzarbeit) lag im Juni bei 4.046. Das waren 291 weniger als im Vorjahr. Die Unterbeschäftigtenquote lag bei 10,4 Prozent. In der Unterbeschäftigung werden zusätzlich zu Arbeitslosen auch Personen abgebildet, die Teilnehmer in Maßnahmen sind oder einen Sonderstatus (etwa kurzfristige Arbeitsunfähigkeit) innehaben und damit gesetzlich nicht arbeitslos sind.

Einstellungen und Entlassungen

Im Juni wurden 179 Menschen aus Beschäftigung am ersten Arbeitsmarkt entlassen und meldeten sich arbeitslos, 5 mehr als im Vormonat. Im selben Zeitraum nahmen 160 Frauen und Männer aus der Arbeitslosigkeit heraus eine Beschäftigung auf, das waren 10 weniger als im Mai.

Stellenmeldungen

Die Zahl der Stellenmeldungen stieg im Juni im Vergleich zum Vormonat. Unternehmen meldeten dem Arbeitgeber-Service 214 neue Stellen. Seit Jahresbeginn wurden dem Arbeitgeber-Service 1.226 Stellen gemeldet, das waren 44 mehr als von Januar bis Juni 2021. Der Handel, die Arbeitnehmerüberlassung (Zeitarbeit) und die öffentliche Verwaltung haben im Juni die meisten Stellen gemeldet.

Jobcenter Dessau-Roßlau

Das Jobcenter Dessau-Roßlau hat im vergangenen Monat sinkende Leistungsempfängerzahlen zu verzeichnen. So gab es im Juni 4.684 Bezieher von Arbeitslosengeld II und 1.607 von Sozialgeld. Die Zahl der Bedarfsgemeinschaften (BG) sank ebenfalls. Aktuell werden 3.700 Bedarfsgemeinschaften betreut. Im Mai waren es 29 Bedarfsgemeinschaften mehr.

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