04.03.2019 | Presseinfo Nr. 22

Beschäftigung von Frauen entwickelt sich positiv, überwiegend im Gesundheits- und Sozialwesen beschäftigt

Im Juni 2018 waren im Kreis Lippe 51.601 Frauen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Das sind 45,7 Prozent der Beschäftigten. Im Kreis Lippe sind viele Frauen im Sozial- und Gesundheitswesen beschäftigt, was insgesamt die stärkste Branche in NRW ist. Im Einzelhandel sowie im Bereich der öffentlichen Verwaltung finden ebenfalls viele Frauen eine Beschäftigung. Der Schwerpunkt der Männer liegt dagegen eher im verarbeitenden Gewerbe. Im Jahr 2018 waren im Kreis Lippe im Durchschnitt nur noch 5.048 Frauen arbeitslos gemeldet. Gegenüber 2017 hat sich ihre Zahl deutlich um 374 verringert, was einem Rückgang von 6,9 Prozent entspricht. Die Arbeitslosigkeit der Männer sank im selben Zeitraum mit 7,7 Prozent etwas kräftiger. Insgesamt waren im vergangenem Jahr 45,3 Prozent aller Arbeitslosen im Kreis Lippe weiblich.
 
Frauen sind weiterhin überwiegend für die Erziehung der eigenen Kinder verantwortlich. Von allen alleinerziehenden Arbeitslosen sind fast neun von zehn Personen Frauen. Unter den arbeitslosen Frauen im Kreis Lippe ist sogar jede Fünfte alleinerziehend.

„Der Großteil der arbeitslosen Frauen verfügt nicht über eine Berufsausbildung. Bildung und Qualifizierung sollte hier im Vordergrund stehen, da auf dem Arbeitsmarkt eine hohe Nachfrage nach ausgebildeten Fachkräften besteht“, weiß Andrea Behrendt, Beauftragte für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt der Detmolder Arbeitsagentur. Deshalb achten die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen der Agentur für Arbeit Detmold auch sehr genau darauf, Frauen im gleichen Umfang an Bildungsmaßnahmen teilhaben zu lassen, der dem Anteil der weiblichen Kundinnen entspricht. Lippe erreicht in dieser Hinsicht mit einem Förderanteil von 48,2 Prozent sogar überdurchschnittliche Werte. Die individuelle Beratung und Planung der weiteren beruflichen Entwicklung steht immer im Vordergrund. Um auf die besonderen Bedürfnisse von Wiedereinsteigerinnen eingehen zu können, stehen in jeder Geschäftsstelle Mitarbeiterinnen speziell für die Beratung dieses Personenkreises zur Verfügung. Abschließend ergänzt Behrendt: „Eine Berufsausbildung in Teilzeit zu absolvieren, neben eventueller Betreuungspflichten, ist in den meisten Berufen möglich und stellt heutzutage kein unüberwindbares Hindernis mehr dar und bietet den besten Ausgangspunkt für eine dauerhafte Beschäftigung.“

 

In den kommenden Jahren wird es viele Ruhestandseintritte geben. Beispielsweise ist bereits heute knapp jeder fünfte Beschäftigte aus dem Bereich Mathematik, Biologie, Chemie und Physik über 55 Jahre alt. Dadurch könnten neue Engpässe in betroffenen Berufsbereichen entstehen. „Und neue Beschäftigungschancen entstehen“, so Heinz Thiele, Leiter der Agentur für Arbeit Detmold. „Deshalb weisen wir Mädchen und Frauen in unseren Beratungen auch gerne darauf hin, ihre berufliche Orientierung auf den MINT-Bereich bei Interesse und Eignung zu lenken.“