30.04.2019 | Presseinfo Nr. 33

Saisonaler Aufschwung auf dem lippischen Arbeitsmarkt

Die Arbeitslosenquote liegt bei 5,8 Prozent. Im April 2018 lag die Quote bei 6,2 Prozent. „Der saisonale Aufschwung gestaltet sich erfreulich gut“, bilanziert Heinz Thiele, Leiter der Agentur für Arbeit Detmold, und ergänzt: „ebenso positiv ist, dass im Vergleich zum Vorjahresmonat die Arbeitslosigkeit erneut deutlich gesunken ist. Es läuft also sowohl saisonal, als auch langfristig gut auf dem heimischen Arbeitsmarkt, so dass Lipper auf Arbeitssuche derzeit immer noch gute Jobchancen haben, und die Aufnahmefähigkeit nutzen sollten. Trotz reduzierter Wachstumsprognosen zeigt sich der Arbeitsmarkt weiterhin stabil. Arbeitgeber halten in der Regel ihr Personal und insbesondere Fachkräfte werden weiterhin gesucht. Gerne unterstützt die Arbeitsagentur den Ausgleichsprozess am Ausbildungs- und Arbeitsmarkt, sei es durch Beratung und Vermittlung, sei es mit Hilfe von Fördermöglichkeiten.“
 

Im April meldeten sich im Kreis Lippe 1.992 Personen neu oder wieder arbeitslos; 2.309 Frauen und Männer meldeten sich im aktuellen Monat aus der Arbeitslosigkeit ab. Im Rechtskreis SGB III (Versicherungsbereich, Agentur für Arbeit Detmold) liegt die Arbeitslosigkeit im April bei 2.973 Frauen und Männer, das sind 183 Personen weniger als im Vormonat und 81 Menschen mehr als im Vorjahresmonat. Im Rechtskreis SGB II (Grundsicherung, Jobcenter Lippe) gab es im April 7.730 Arbeitslose. Das ist ein Minus von 129 Personen gegenüber März. Im Vergleich zum April 2018 sind es 769 Arbeitslose weniger. Die anteilige SGB-III-Arbeitslosigkeit liegt bei 1,6 Prozent; die anteilige SGB-II-Arbeitslosigkeit beläuft sich auf 4,2 Prozent.

Personengruppen

Die Jugendarbeitslosigkeit (unter 25 Jahren) nahm im Vergleich zum Vormonat um 87 Personen auf 1.165 junge Frauen und Männer ab. Die altersspezifische Arbeitslosenquote liegt aktuell bei 5,6 Prozent.

Auch bei den über 50-Jährigen fiel die Arbeitslosenzahl im April gegenüber März, und zwar um 84 Personen auf 3.307 Frauen und Männer. Die Zahl der Älteren in Arbeitslosigkeit in den vergangenen zwölf Monaten fiel um 112 Personen bzw. um 3,3 Prozent. Die altersspezifische Arbeitslosenquote beträgt aktuell 5,0 Prozent.

Die Zahl der Langzeitarbeitslosen nahm im Vergleich zum Vormonat um 40 Personen ab. Es sind 4.628 Menschen langzeitarbeitslos. Im Vergleich zum April 2018 sind es deutlich weniger Menschen in Langzeitarbeitslosigkeit, und zwar 468 Frauen und Männer oder 9,2 Prozent.

Aktuell sind 2.999 ausländische Arbeitnehmer arbeitslos. Das sind 120 Personen weniger als im Vormonat, und 184 Personen weniger als im Vorjahresmonat.

Kräftenachfrage/ Stellenentwicklung

Im Bezirk der Agentur für Arbeit Detmold, der mit dem Kreis deckungsgleich ist, waren im April 2.450 Arbeitsstellen gemeldet, gegenüber März ist dies ein Minus von 21 Stellen oder einem Prozent. Im Vergleich zum Vorjahresmonat gab es 50 Stellen oder zwei Prozent weniger. Arbeitgeber meldeten im April 516 neue Arbeitsstellen.

Regionale Entwicklung

In den einzelnen Dienststellen des Agenturbezirkes Detmold entwickelte sich die Arbeitslosigkeit im April recht unterschiedlich. In Bad Salzuflen sank der Bestand an Arbeitslosen gegenüber dem Vorjahr um acht Prozent. Dem gegenüber steht die Entwicklung in Blomberg, wo es keine Veränderung gegenüber April 2018 gab. Die Arbeitslosenquoten zeigen sich aufsteigend sortiert folgendermaßen: Geschäftsstelle Lemgo (4,5 Prozent), Geschäftsstelle Blomberg (fünf Prozent), Geschäftsstelle Bad Salzuflen (6,1 Prozent) und Hauptagentur Detmold (6,5 Prozent).

Ausbildungsmarkt

Seit Beginn des Berufsberatungsjahres im Oktober vergangenen Jahres meldeten sich im Bezirk der Agentur für Arbeit Detmold 2.892 Bewerber für Berufsausbildungsstellen, das waren 6,8 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Zugleich gab es – gegenüber dem Vorjahr weitgehend unverändert - bis April 1.909 Meldungen für Berufsausbildungsstellen (minus 0,2 Prozent). Ende April waren

1.190 Bewerber noch unversorgt und 825 Ausbildungsstellen noch unbesetzt. Im Vergleich zum Vorjahresmonat gab es weniger unversorgte Bewerber für Berufsausbildungsstellen (minus 6,4 Prozent), die Zahl der unbesetzten Berufsausbildungsstellen war ebenfalls kleiner (minus 16,7 Prozent).

„Als Arbeitsagentur würden wir uns über weitere Ausbildungsstellen in einem nennenswerten Umfang freuen. Die Gewinnung von Fachkräften über die eigene Ausbildung müsste in Hinblick auf die zukünftige demografische Entwicklung bei den Arbeitgebern einen hohen Stellenwert einnehmen“, so Heinz Thiele.

Der Arbeitsmarkt in Ostwestfalen-Lippe

Im April ist die Zahl der Arbeitslosen in Ostwestfalen-Lippe leicht gesunken. So sank in unserer Region die Zahl der Menschen ohne Arbeit im Vergleich zum März 2019 um 1,9 Prozent auf 57.309 Personen. Das sind insgesamt 1.091 Arbeitslose weniger. Die Arbeitslosenquote sinkt auf 5,1 Prozent. Mit diesem Stand liegt sie 0,3 Prozentpunkte unter dem Ergebnis für den April 2018.

Im April 2018 waren noch 4,4 Prozent oder 2.645 Menschen mehr ohne Arbeit registriert. Damit liegt der Rückgang der Arbeitslosigkeit in der Region Ostwestfalen-Lippe zum dritten Mal in Folge unter dem NRW-Schnitt. In NRW konnte die Zahl der arbeitslosen Menschen von April 2018 zu April 2019 um 5,5 Prozent reduziert werden.

Erfreulich ist, dass der zu beobachtende Rückgang der Arbeitslosigkeit gegenüber dem Vorjahresmonat fast alle Personengruppen betrifft. Demnach profitierten von der positiven Entwicklung Jugendliche, Langzeitarbeitslose, Ausländer sowie Schwerbehinderte.

Die Zahl der offenen Stellen, die von den Jobcentern und Arbeitsagenturen in OWL angeboten werden konnten, lag auch im April auf einem hohen Niveau. Der Bestand lag mit 20.826 freien Stellen um 698 Stellen niedriger, als noch vor einem Jahr. Gleichzeitig sank die Zahl der von den Arbeitgebern in der Region gemeldeten neuen Stellen im April im Vergleich zum Vormonat und auch zum Vorjahresmonat. Dabei zeigen sich allerdings deutliche Unterschiede zwischen den Regionen in OWL.

Die günstigste Arbeitslosenquote in unserer Region findet sich im Agenturbezirk Paderborn (4,6 Prozent), gefolgt von den Bezirken Herford (4,8 Prozent), Bielefeld (5,4 Prozent) und Detmold (5,8 Prozent). Alle Regionen liegen damit deutlich unter dem Landesschnitt von 6,5 Prozent.