29.05.2019 | Presseinfo Nr. 41

Lippischer Arbeitsmarkt in Frühjahrsstimmung

Die Arbeitslosenquote liegt bei 5,7 Prozent. Im Mai 2018 lag die Quote bei 6,0 Prozent. „Von der belebenden Frühjahrsstimmung auf dem heimischen Arbeitsmarkt profitieren alle Personengruppen“, bilanziert Heinz Thiele, Leiter der Agentur für Arbeit Detmold. Er sieht die Frühjahrsbelebung als Zeichen einer gut funktionierenden heimischen Wirtschaft: „Die aktuell gute Mai-Bilanz auf dem Arbeitsmarkt spiegelt sich vor allem im Rückgang der Arbeitslosenzahlen wider.“ Bei den Stellenzugängen sieht der Agenturchef Optimierungsbedarf, „denn gerade weil im Zuge des demografischen Wandels und des Fachkräfteengpasses in Ausbildung und Arbeit seitens der Unternehmen investiert werden sollte.“ So fiel der Bestand an gemeldeten Arbeitsstellen im Agenturbezirk Detmold um knapp neun Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Im Mai meldeten sich im Kreis Lippe 1.859 Personen neu oder wieder arbeitslos; 1.949 Frauen und Männer meldeten sich im aktuellen Monat aus der Arbeitslosigkeit ab. Im Rechtskreis SGB III (Versicherungsbereich, Agentur für Arbeit Detmold) liegt die Arbeitslosigkeit im Mai bei 2.918 Frauen und Männer, das sind 55 Personen weniger als im Vormonat und 241 Menschen mehr als im Vorjahresmonat. Im Rechtskreis SGB II (Grundsicherung, Jobcenter Lippe) gab es im Mai 7.683 Arbeitslose. Das ist ein Minus von 47 Personen gegenüber April. Im Vergleich zum Mai 2018 sind es 771 Arbeitslose weniger. Die anteilige SGB-III-Arbeitslosigkeit liegt bei 1,6 Prozent; die anteilige SGB-II-Arbeitslosigkeit beläuft sich auf 4,1 Prozent.

Personengruppen

Die Jugendarbeitslosigkeit (unter 25 Jahren) nahm im Vergleich zum Vormonat um 21 Personen auf 1.144 junge Frauen und Männer ab. Die altersspezifische Arbeitslosenquote liegt aktuell bei 5,5 Prozent.

Auch bei den über 50-Jährigen fiel die Arbeitslosenzahl im Mai gegenüber April, und zwar um eine Person auf 3.306 Frauen und Männer. Die Zahl der Älteren in Arbeitslosigkeit in den vergangenen zwölf Monaten fiel um 43 Personen bzw. um 1,3 Prozent. Die altersspezifische Arbeitslosenquote beträgt aktuell 4,9 Prozent, und liegt damit deutlich unter der Gesamtarbeitslosenquote von 5,7 Prozent.

Die Zahl der Langzeitarbeitslosen nahm im Vergleich zum Vormonat um 36 Personen ab. Es sind 4.592 Menschen langzeitarbeitslos. Im Vergleich zum Mai 2018 sind es deutlich weniger Menschen in Langzeitarbeitslosigkeit, und zwar 489 Frauen und Männer oder 9,6 Prozent.

Aktuell sind 3.012 ausländische Arbeitnehmer arbeitslos. Das sind 232 Personen oder 7,2 Prozent weniger als im Vorjahresmonat.

Kräftenachfrage/ Stellenentwicklung

Im Bezirk der Agentur für Arbeit Detmold, der mit dem Kreis deckungsgleich ist, waren im Mai 2.451 Arbeitsstellen gemeldet, gegenüber April ist dies kaum eine Veränderung (plus eine Stelle), wohl aber gegenüber dem Vorjahresmonat, und zwar minus 231 Stellen bzw. 8,6 Prozent. Arbeitgeber meldeten im Mai 464 neue Arbeitsstellen, auch hier ein Minus von 276 Stellen bzw. 37 Prozent. Agenturleiter Thiele: „Mittelfristig ist die Entwicklung des Stellenmarktes ein wichtiger Barometer für die Gesamtentwicklung auf dem heimischen Arbeitsmarkt. Nur wenn Stellen zur Vermittlung zur Verfügung stehen, lässt sich die Arbeitslosigkeit weiter abbauen. Wichtig für Arbeitgeber und Arbeitnehmer ist es gleichermaßen, in Weiterbildung und Qualifizierung zu investieren. Die Detmolder Arbeitsagentur unterstützt hierbei gerne.“

Regionale Entwicklung

In den einzelnen Dienststellen des Agenturbezirkes Detmold entwickelte sich die Arbeitslosigkeit im Mai recht einheitlich. In allen Regionen war im Vergleich zum Vorjahresmonat ein Rückgang festzustellen. In Detmold sank der Bestand an Arbeitslosen gegenüber dem Vorjahr um sechs Prozent. Dem gegenüber steht die Entwicklung in Blomberg, wo es eine Abnahme gegenüber Mai 2018 um zwei Prozent gab. Die Arbeitslosenquoten zeigen sich aufsteigend sortiert folgendermaßen: Geschäftsstelle Lemgo (4,4 Prozent), Geschäftsstelle Blomberg (4,9 Prozent), Geschäftsstelle Bad Salzuflen (sechs Prozent) und Hauptagentur Detmold (6,4 Prozent).

Ausbildungsmarkt

Seit Beginn des Berufsberatungsjahres im Oktober vergangenen Jahres meldeten sich im Bezirk der Agentur für Arbeit Detmold 2.987 Bewerber für Berufsausbildungsstellen, das waren 7,8 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Zugleich gab es bis Mai 2.016 Meldungen für Berufsausbildungsstellen (plus 1,7 Prozent). Ende Mai waren 1.018 Bewerber noch unversorgt und 803 Ausbildungsstellen noch unbesetzt. Im Vergleich zum Vorjahresmonat gab es weniger unversorgte Bewerber für Berufsausbildungsstellen (minus 5,5 Prozent), die Zahl der unbesetzten Berufsausbildungsstellen war ebenfalls kleiner (minus 2,8 Prozent).

Der Arbeitsmarkt in Ostwestfalen-Lippe

Im Mai ist die Zahl der Arbeitslosen in Ostwestfalen-Lippe leicht gestiegen. So stieg in unserer Region die Zahl der Menschen ohne Arbeit im Vergleich zum April 2019 um 0,6 Prozent auf 57.681 Personen. Das sind insgesamt 372 Arbeitslose mehr. Die Arbeitslosenquote bleibt bei 5,1 Prozent. Mit diesem Stand liegt sie 0,1 Prozentpunkte unter dem Ergebnis für den Mai 2018.

Im Mai 2018 waren noch 1,3 Prozent oder 738 Menschen mehr ohne Arbeit registriert. Damit liegt der Rückgang der Arbeitslosigkeit in der Region Ostwestfalen-Lippe zum vierten Mal in Folge unter dem NRW-Schnitt. In NRW konnte die Zahl der arbeitslosen Menschen von Mai 2018 zu Mai 2019 um 2,8 Prozent reduziert werden.

Die Zahl der offenen Stellen, die von den Jobcentern und Arbeitsagenturen in OWL angeboten werden konnten, lag auch im Mai auf einem hohen Niveau. Der Bestand lag mit 21.332 freien Stellen um 157 Stellen niedriger, als noch vor einem Jahr. Gleichzeitig sank die Zahl der von den Arbeitgebern in der Region gemeldeten neuen Stellen im Mai im Vergleich zum Vorjahresmonat. Dabei zeigen sich allerdings deutliche Unterschiede zwischen den Regionen in OWL.

Die günstigste Arbeitslosenquote in unserer Region findet sich im Agenturbezirk Paderborn (4,4 Prozent), gefolgt von den Bezirken Herford (4,8 Prozent), Bielefeld (5,4 Prozent) und Detmold (5,7 Prozent). Alle Regionen liegen damit deutlich unter dem Landesschnitt von 6,5 Prozent.