01.07.2019 | Presseinfo Nr. 51

Lippischer Arbeitsmarkt im Juni: Stagnation zum Vormonat, Belebung zum Vorjahresmonat

Die Arbeitslosenquote liegt bei 5,7 Prozent. Im Juni 2018 lag die Quote bei 5,9 Prozent.
„Der Juni brachte nicht die Belebung auf dem lippischen Arbeitsmarkt, die ansonsten für diesen Monat zu erwarten ist,“ so Heinz Thiele, Leiter der Agentur für Arbeit Detmold. „Wir erleben eine stabile Arbeitsmarktphase, der es allerdings an spürbarer Entlastungsdynamik fehlt. Ungeachtet dieser Entwicklung bleibt es wichtig, nachhaltig in Qualifizierung zu investieren, sei es in Ausbildung, sei es in Weiterbildungen. Durch das neue Qualifizierungschancengesetz gibt es seit Anfang dieses Jahres noch mehr Möglichkeiten, die Qualifizierung auch für Beschäftigte finanziell durch die Agentur für Arbeit zu unterstützen und zu ermöglichen.“
 

Im Juni meldeten sich im Kreis Lippe 1.951 Personen neu oder wieder arbeitslos; 1.938 Frauen und Männer meldeten sich im aktuellen Monat aus der Arbeitslosigkeit ab. Im Rechtskreis SGB III (Versicherungsbereich, Agentur für Arbeit Detmold) liegt die Arbeitslosigkeit im Juni bei 2.903 Frauen und Männer, das sind 15 Personen weniger als im Vormonat und 236 Menschen mehr als im Vorjahresmonat. Im Rechtskreis SGB II (Grundsicherung, Jobcenter Lippe) gab es im Juni 7.711 Arbeitslose. Das ist ein Plus von 28 Personen gegenüber Mai. Im Vergleich zum Juni 2018 sind es 469 Arbeitslose weniger. Die anteilige SGB-III-Arbeitslosigkeit liegt bei 1,6 Prozent; die anteilige SGB-II-Arbeitslosigkeit beläuft sich auf 4,2 Prozent.

Personengruppen

Die Jugendarbeitslosigkeit (unter 25 Jahren) hat sich kaum verändert: Diese nahm im Vergleich zum Vormonat um zehn Personen auf 1.154 junge Frauen und Männer zu. Die altersspezifische Arbeitslosenquote liegt aktuell bei 5,5 Prozent.

Bei den über 50-Jährigen sank hingegen die Arbeitslosenzahl im Juni gegenüber Mai, und zwar um 63 Person auf 3.243 Frauen und Männer. Die Zahl der Älteren in Arbeitslosigkeit in den vergangenen zwölf Monaten fiel um 31 Personen bzw. um 0,9 Prozent. Die altersspezifische Arbeitslosenquote beträgt aktuell 4,8 Prozent, und liegt damit deutlich unter der Gesamtarbeitslosenquote von 5,7 Prozent.

Die Zahl der Langzeitarbeitslosen nahm im Vergleich zum Vormonat um 60 Personen ab. Es sind 4.532 Menschen langzeitarbeitslos. Im Vergleich zum Mai 2018 sind es deutlich weniger Menschen in Langzeitarbeitslosigkeit, und zwar 480 Frauen und Männer oder 9,6 Prozent.

Aktuell sind 3.057 ausländische Arbeitnehmer arbeitslos. Das sind 29 Personen oder 0,9 Prozent weniger als im Vorjahresmonat.

Kräftenachfrage/ Stellenentwicklung

Im Bezirk der Agentur für Arbeit Detmold waren im Juni 2.516 Arbeitsstellen gemeldet, gegenüber Mai ist dies ein Plus von 65 Frauen und Männern oder drei Prozent. Im Vergleich zum Vorjahresmonat gab es 384 Stellen bzw. 13 weniger. Arbeitgeber meldeten im Juni 765 neue Arbeitsstellen, ein Plus von 301 Stellen bzw. 64,9 Prozent.

Regionale Entwicklung

In den einzelnen Dienststellen des Agenturbezirkes Detmold entwickelte sich die Arbeitslosigkeit im Juni unterschiedlich. Vergleichsweise gut war die Veränderung in Lemgo, wo der Bestand an Arbeitslosen gegenüber dem Vorjahresmonat um fünf Prozent abnahm. Dem gegenüber steht die Entwicklung in Blomberg mit einer Zunahme um zwei Prozent.  Die Arbeitslosenquoten zeigen sich aufsteigend sortiert folgendermaßen: Geschäftsstelle Lemgo (4,2 Prozent), Geschäftsstelle Blomberg (4,9 Prozent), Geschäftsstelle Bad Salzuflen (sechs Prozent) und Hauptagentur Detmold (6,5 Prozent).

Endspurt am Ausbildungsmarkt

Seit Beginn des Berufsberatungsjahres im Oktober vergangenen Jahres meldeten sich im Bezirk der Agentur für Arbeit Detmold 3.114 Bewerber für Berufsausbildungsstellen, das waren 6,9 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Zugleich gab es 2.078 Meldungen für Berufsausbildungsstellen, das entspricht einem Plus von 2,2 Prozent. Ende Juni waren 867 Bewerber noch unversorgt und 702 Ausbildungsstellen noch unbesetzt. Im Vergleich zum Vorjahresmonat gab es weniger unversorgte Bewerber für Berufsausbildungsstellen (minus 4,1 Prozent), die Zahl der unbesetzten Berufsausbildungsstellen war ebenfalls kleiner (minus zwei Prozent).

Der Ausbildungsmarkt ist noch durch viel Bewegung gekennzeichnet, so dass es immer noch lohnt, sich als Bewerber bei der Arbeitsagentur zu melden. Auch Arbeitgeber sollten noch offene Ausbildungsstellen anzeigen, um so den Ausgleich am Ausbildungsmarkt zu optimieren.

Der Arbeitsmarkt in Ostwestfalen-Lippe

Im Juni ist die Zahl der Arbeitslosen in Ostwestfalen-Lippe leicht gesunken. So sank in unserer Region die Zahl der Menschen ohne Arbeit im Vergleich zum Mai 2019 um 0,3 Prozent auf 57.482 Personen. Das sind insgesamt 199 Arbeitslose weniger. Die Arbeitslosenquote verbleibt bei 5,1 Prozent. Mit diesem Stand liegt sie auf dem gleichen Wert wie im Juni 2018.

Im Juni 2018 waren noch 0,4 Prozent oder 236 Menschen weniger ohne Arbeit registriert. Damit gibt es im Jahresvergleich einen leichten Anstieg der Arbeitslosigkeit in Ostwestfalen-Lippe. In NRW konnte die Zahl der arbeitslosen Menschen von Juni 2018 zu Juni 2019 um 1,7 Prozent reduziert werden.

Der Anstieg der Arbeitslosigkeit im Jahresvergleich ist insbesondere bei den Personengruppen der Menschen ab 55 Jahren sowie bei den Menschen bis 25 Jahren zu beobachten. Bei den Jüngeren sind die Gründe bei der Beendigung von Ausbildung und Schule zu finden.

Die Zahl der offenen Stellen, die von den Jobcentern und Arbeitsagenturen in OWL angeboten werden konnten, lag im Juni auf einem hohen Niveau. Der Bestand lag mit 21.430 freien Stellen um 262 Stellen niedriger, als noch vor einem Jahr. Gleichzeitig sank die Zahl der von den Arbeitgebern in der Region gemeldeten neuen Stellen im Juni leicht im Vergleich zum Vorjahresmonat. Dabei zeigen sich allerdings deutliche Unterschiede zwischen den Regionen in OWL.

Die günstigste Arbeitslosenquote in unserer Region findet sich im Agenturbezirk Paderborn (4,4 Prozent), gefolgt von den Bezirken Herford (4,8 Prozent), Bielefeld (5,4 Prozent) und Detmold (5,7 Prozent). Alle Regionen liegen damit deutlich unter dem Landesschnitt von 6,5 Prozent.