30.01.2020 | Presseinfo Nr. 8

Der Arbeitsmarkt im Januar 2020

„Doch nicht nur die Witterungsbedingungen prägen die Lage, sondern auch Entlassungen zum Quartals- bzw. Jahreswechsel. Das Ende des Weihnachts- bzw. Jahresendgeschäftes und Nichtübernahmen nach Abschluss betrieblicher Ausbildungen machen sich gleichsam auf dem heimischen Arbeitsmarkt bemerkbar“, so Thiele. „Das sind jedes Jahr aufs Neue wiederkehrende Effekte, die von der konjunkturellen Situation losgelöst betrachtet werden müssen. Kurzum: der Arbeitsmarkt in Lippe ist derzeit stabil, somit berechenbar. Entlastungswirkungen werden wohl erst wieder mit dem Frühjahr einsetzen.“

Arbeitslosigkeit
Die Zahl der Arbeitslosen ist im Kreis Lippe im Januar 2020 gestiegen. Insgesamt waren 11.182 Personen arbeitslos gemeldet. Verglichen mit den Zahlen des Vormonates sind dies 668 Personen oder 6,4 Prozent mehr. Im Vergleich zum Januar des Vorjahres sinkt die Zahl der Arbeitslosen um 42 Personen bzw. 0,4 Prozent. Die Arbeitslosenquote beträgt im Januar 6,0 Prozent. Vor einem Jahr belief sie sich auf 6,1 Prozent (-0,1 Prozentpunkte).                                                                               
Entwicklung in der Arbeitslosenversicherung - SGB III
Im Bereich der Arbeitslosenversicherung wurden in diesem Monat 3.905 Personen gemeldet. Die Zahl hat sich im Vergleich zum Vormonat erhöht um 569 Personen bzw. 17,1 Prozent. Im Vorjahresvergleich bedeutet dies eine Erhöhung um 611 Personen oder 18,5 Prozent.                                                                       
Entwicklung in der Grundsicherung - SGB II
In der Grundsicherung sind 99 Arbeitslose mehr als im Vormonat und 653 weniger als im Vorjahr zu verzeichnen. Im Verhältnis entspricht dies plus 1,4 Prozent zum Vormonat bzw. minus 8,2 Prozent zum Vorjahr. Insgesamt sind es 7.277 Personen und damit 65,1 Prozent aller Arbeitslosen, die zur Grundsicherung gemäß SGB II zählen.                                                                                
Jugendarbeitslosigkeit
1.173 Arbeitslose sind im Berichtsmonat im Kreis Lippe unter 25 Jahre alt. Im Vormonat waren dies noch 65 weniger und im gleichen Monat des Vorjahres 44 mehr arbeitslose junge Menschen. Die prozentuale Veränderung beläuft sich somit auf plus 5,9 Prozent zum vorherigen Monat bzw. minus 3,6 Prozent im Vorjahresvergleich.                                                                                 
Arbeitslose ab 50 Jahre
Die Anzahl arbeitsloser Personen ab 50 Jahre ist im Vergleich zum Vormonat gestiegen (plus 247 Personen oder 7,3 Prozent). Im Vergleich zum Vorjahr sind es 121 Arbeitslose mehr (3,5 Prozent). Insgesamt sind 3.627 Menschen ab 50 Jahre im Kreis Lippe betroffen.                                                           
Langzeitarbeitslose
Die Zahl der Langzeitarbeitslosen ist im Kreis Lippe im Berichtsmonat gestiegen. 4.415 Personen waren länger als ein Jahr nicht sozialversicherungspflichtig beschäftigt, darunter zählen 93,1 Prozent (4.109 Personen) zur Grundsicherung. Verglichen mit den Gesamtzahlen des Vormonates sind dies 91 Langzeitarbeitslose mehr. Im Vergleich zum Vorjahr sinkt die Zahl dieser Arbeitslosen damit um 377 Personen.                                                                              
Stellenangebot
Unternehmen aus dem Kreis haben in diesem Monat 549 Stellen gemeldet (plus 48 zum Vormonat). Im Bestand befanden sich insgesamt 2.311 offene Stellen, 43 mehr als im Vormonat und 20 mehr als im Vorjahresmonat.                                                                          
DER ARBEITSMARKT IN OSTWESTFALEN-LIPPE
 
Im Januar ist die Zahl der Arbeitslosen in Ostwestfalen-Lippe saisontypisch deutlich gestiegen. So stieg in unserer Region die Zahl der Menschen ohne Arbeit im Vergleich zum Dezember 2019 um 7,8 Prozent auf 62.626 Personen. Das sind insgesamt 4.541 Arbeitslose mehr.
Im Januar 2019 waren noch 5,1 Prozent oder 3.023 Menschen weniger ohne Arbeit registriert. Damit gibt es auch im Jahresvergleich einen Anstieg der Arbeitslosigkeit in Ostwestfalen-Lippe.
Der Anstieg der Arbeitslosigkeit im Vergleich zum Vorjahresmonat betrifft alle Personengruppen, mit Ausnahme der Langzeitarbeitslosen.
Die Zahl der offenen Stellen, die von den Jobcentern und Arbeitsagenturen in OWL angeboten werden konnten, lag im Januar auf einem sinkenden Niveau. Der Bestand lag mit 18.093 freien Stellen um 1.704 Stellen niedriger, als noch vor einem Jahr. Gleichzeitig sank die Zahl der von den Arbeitgebern in der Region gemeldeten neuen Stellen im Januar im Vergleich zum Vorjahresmonat um 792 Stellen.
Die günstigste Arbeitslosenquote in unserer Region findet sich im Agenturbezirk Paderborn (4,9 Prozent), gefolgt von den Bezirken Herford (5,3 Prozent), Bielefeld (5,9 Prozent) und Detmold (6,0 Prozent). Insgesamt hat Ostwestfalen-Lippe eine Arbeitslosenquote von 5,5 Prozent.