31.07.2019 | Presseinfo Nr. 57

Sommerflaute auf dem lippischen Arbeitsmarkt

In Lippe nahm die Arbeitslosigkeit im Juli gegenüber Juni um 268 Personen auf 10.882 Frauen und Männer zu, also um 2,5 Prozent. Die Arbeitslosenzahl des Vorjahres wird erneut unterschritten, und zwar um 216 Frauen und Männer bzw. um 1,9 Prozent.

Die Arbeitslosenquote liegt bei 5,9 Prozent. Im Juli 2018 lag die Quote bei sechs Prozent. Heinz Thiele, Leiter der Detmolder Arbeitsagentur, sieht die Sommerflaute als saisontypische Entwicklung, denn „in den vergangenen Wochen erhielten zahlreiche junge Leute ihre Ausbildungszertifikate und Schüler an Berufsfachschulen ihre Abschlusszeugnisse. Für diese Personengruppe endet damit die Ausbildung und nicht jeder junge Mensch hat im direkten Anschluss gleich eine Arbeitsstelle oder eine schulische Alternative. Für die Übergangszeit melden sich die Berufseinsteiger arbeitslos. Lange werden die jungen Leute nicht arbeitslos sein, weil die lippischen Personaler nach dem Ende der Sommerferien wieder verstärkt einstellen werden.“

Der Ausbildungsmarkt läuft aktuell auf Hochtouren angesichts der Ausbildungsstarts im August beziehungsweise im September. „Wer noch auf der Suche nach einer Ausbildung ist, aber noch keinen Lehrvertrag in der Tasche hat, sollte spätestens jetzt Kontakt mit der Berufsberatung aufnehmen. Hier können noch freie Ausbildungsstellen vermittelt werden oder es lässt sich eine sinnvolle Alternative erarbeiten,“ so der Agenturchef.
 

Im Juli meldeten sich im Kreis Lippe 2.129 Personen neu oder wieder arbeitslos; 1.865 Frauen und Männer meldeten sich im aktuellen Monat aus der Arbeitslosigkeit ab. Im Rechtskreis SGB III (Versicherungsbereich, Agentur für Arbeit Detmold) liegt die Arbeitslosigkeit im Juli bei 3.236 Frauen und Männer, das sind 333 Personen mehr als im Vormonat und 358 Menschen mehr als im Vorjahresmonat. Im Rechtskreis SGB II (Grundsicherung, Jobcenter Lippe) gab es im Juli 7.646 Arbeitslose. Das ist ein Minus von 65 Personen gegenüber Juni. Im Vergleich zum Juli 2018 sind es 574 Arbeitslose weniger. Die anteilige SGB-III-Arbeitslosigkeit liegt bei 1,7 Prozent; die anteilige SGB-II-Arbeitslosigkeit beläuft sich auf 4,1 Prozent.

 

Personengruppen

 

Die Jugendarbeitslosigkeit (unter 25 Jahren) hat sich – wie eingangs beschrieben – deutlich verändert: Diese nahm im Vergleich zum Vormonat um 210 Personen auf 1.364 junge Frauen und Männer zu. Die altersspezifische Arbeitslosenquote liegt aktuell bei 6,6 Prozent, und liegt damit deutlich über der allgemeinen Arbeitslosenquote im Kreis Lippe von 5,9 Prozent.

Bei den über 50-Jährigen blieb die Arbeitslosenzahl im Juli gegenüber Juni nahezu unverändert, und stieg um neun Personen auf 3.252 Frauen und Männer. Die Zahl der Älteren in Arbeitslosigkeit in den vergangenen zwölf Monaten fiel um 45 Personen bzw. um 1,4 Prozent. Die altersspezifische Arbeitslosenquote beträgt aktuell 4,8 Prozent. Sie liegt damit deutlich unter der Gesamtquote von 5,9 Prozent.

Die Zahl der Langzeitarbeitslosen nahm im Vergleich zum Vormonat um sieben Personen zu. Es sind 4.539 Menschen langzeitarbeitslos. Im Vergleich zum Juli 2018 sind es deutlich weniger Menschen in Langzeitarbeitslosigkeit, und zwar 430 Frauen und Männer oder 8,7 Prozent.

Aktuell sind 3.061 ausländische Arbeitnehmer arbeitslos. Das sind vier Personen mehr als im Vormonat, und 14 Personen weniger als im Vorjahresmonat.

 

Kräftenachfrage/ Stellenentwicklung

 

Im Bezirk der Agentur für Arbeit Detmold waren im Juli 2.596 Arbeitsstellen gemeldet, gegenüber Juni ist dies ein Plus von 80 Stellen oder 3,2 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahresmonat gab es 193 Stellen weniger, ein Rückgang von 6,9 Prozent. Arbeitgeber meldeten im Juli 584 neue Arbeitsstellen, ein Minus von 209 Stellen bzw. 26,4 Prozent im Vergleich zum Vormonat. Agenturleiter Thiele erklärt: „In der Ferienzeit werden erfahrungsgemäß kaum neue Mitarbeiter eingestellt. Die Dynamik wird im September wieder deutlich anziehen. Gleichwohl sehen wir, dass die Stellenmeldungen zur Besetzung abnehmen. Dies zeigt, dass die Konjunktur abebbt.“

 

Regionale Entwicklung

 

In den einzelnen Dienststellen des Agenturbezirkes Detmold entwickelte sich die Arbeitslosigkeit im Juli relativ einheitlich. Vergleichsweise gut war die Veränderung in Lemgo, wo der Bestand an Arbeitslosen gegenüber dem Vorjahresmonat um sechs Prozent abnahm. Dem gegenüber steht die Entwicklung in Bad Salzuflen mit einer Abnahme um ein Prozent.  Die Arbeitslosenquoten zeigen sich aufsteigend sortiert folgendermaßen: Geschäftsstelle Lemgo (4,4 Prozent), Geschäftsstelle Blomberg (4,9 Prozent), Geschäftsstelle Bad Salzuflen (6,2 Prozent) und Hauptagentur Detmold (6,7 Prozent).

Endspurt am Ausbildungsmarkt

Seit Beginn des Berufsberatungsjahres im Oktober vergangenen Jahres meldeten sich im Bezirk der Agentur für Arbeit Detmold 3.178 Bewerber für Berufsausbildungsstellen, das waren 8,3 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Zugleich gab es 2.128 Meldungen für Berufsausbildungsstellen, das entspricht einem Plus von 0,9 Prozent. Ende Juli waren 656 Bewerber noch unversorgt. Im Vergleich zum Vorjahresmonat gab es somit einen unversorgten Bewerber für Berufsausbildungsstellen weniger. Aktuell sind 531 Berufsausbildungsstellen unbesetzt, im Vorjahresmonat waren es 560.

 

Der Arbeitsmarkt in Ostwestfalen-Lippe

 

Im Juli ist die Zahl der Arbeitslosen in Ostwestfalen-Lippe gestiegen. So stieg in unserer Region die Zahl der Menschen ohne Arbeit im Vergleich zum Juni 2019 um 3,1 Prozent auf 59.281 Personen. Das sind insgesamt 1.799 Arbeitslose mehr. Die Arbeitslosenquote steigt auf 5,2 Prozent. Mit diesem Stand liegt sie auf dem gleichen Wert wie im Juli 2018.

Im Juli 2018 waren noch 0,9 Prozent oder 510 Menschen weniger ohne Arbeit registriert. Damit gibt es im Jahresvergleich einen leichten Anstieg der Arbeitslosigkeit in Ostwestfalen-Lippe. In NRW konnte die Zahl der arbeitslosen Menschen von Juli 2018 zu Juli 2019 um 1 Prozent reduziert werden.

Der Anstieg der Arbeitslosigkeit im Vormonatsvergleich ist insbesondere bei den Menschen bis 25 Jahren zu beobachten. Dies liegt vor allem an der Beendigung von Ausbildungsverhältnissen sowie Schulbesuchen.

Die Zahl der offenen Stellen, die von den Jobcentern und Arbeitsagenturen in OWL angeboten werden konnten, lag im Juli auf einem hohen Niveau. Der Bestand lag mit 21.202 freien Stellen um 439 Stellen niedriger, als noch vor einem Jahr. Gleichzeitig sank die Zahl der von den Arbeitgebern in der Region gemeldeten neuen Stellen im Juli im Vergleich zum Vorjahresmonat um 1.452 Stellen.

Die günstigste Arbeitslosenquote in unserer Region findet sich im Agenturbezirk Paderborn (4,6 Prozent), gefolgt von den Bezirken Herford (5,0 Prozent), Bielefeld (5,6 Prozent) und Detmold (5,9 Prozent). Alle Regionen liegen damit deutlich unter dem Landesschnitt von 6,6 Prozent.