23.07.2019 | Presseinfo Nr. 55

„Weiterbildung bringt es!“ - Wie sich Johanna-Eva Bornemann zur examinierten Altenpflegerin hat umschulen lassen

Es ist bei Johanna-Eva Bornemann genauso gewesen, wie bei vielen anderen Frauen: Nach der Ausbildung – in diesem Fall als Arzthelferin (Medizinische Fachangestellte) - folgte die Elternzeit im Zuge zweier Kinder. Danach gab es ein paar Aushilfsjob – in diesem Fall als Aufsicht in einer Spielhalle und als Alltagsbegleiterin in einem Privathaushalt. Doch sollte dies schon das vermeintliche Ende einer beruflichen Laufbahn sein?

Die heutige 41-Jährige entschied sich dagegen, und schulte um: von 2012 bis 2013 als Altenpflegehelferin. „Eine gute Perspektive“, bestätigt Viktor Banmann, Arbeitsvermittler der Geschäftsstelle Lemgo der Detmolder Arbeitsagentur. „Aufgrund der Ausbildung waren die fachlichen Voraussetzungen gegeben, aufgrund der empathischen und sozial engagierte Art von Frau Bornemann stimmten auch die soft-skills.“ Doch mit dieser einjährigen Qualifizierung war noch nicht das Ende der Fahnenstange erreicht. Nach fünfjähriger Tätigkeit im stationären Bereich liebäugelte die gebürtige Detmolderin, die inzwischen in Dörentrup-Spork ansässig ist, mit einer weiteren Qualifizierung, und zwar als examinierte Altenpflegerin.

Während der Altenpflegehelfer die Grundpflege eines Kunden durchführt, ist die Altenpflegefachkraft für die Behandlungspflege zuständig. „Ein bedeutender Schritt mehr“, so Bornemann, die mit Hilfe eines Bildungsgutscheins eine zweijährige Umschulung beim Evangelischen Johanneswerk in Blomberg absolvierte. „Mit sehr guten Noten“, freuen sich Arbeitsvermittler Banmann und Altenpflegerin Bornemann gleichermaßen. Bornemann: „Die Kinder waren schon wesentlich größer und ich dachte mir, jetzt ist meine Zeit gekommen! Weiterbildung bringt es!“ Als sogenannte Wieder-Ungelernte, die mehrere Jahre aus dem Beruf heraus war, ließ sich die Qualifizierung von der Detmolder Arbeitsagentur fördern.

Seit April dieses Jahres ist Bornemann ambulant in der Diakoniestation Dörentrup-Barntrup beschäftigt, einer Einrichtung in Trägerschaft des Elisenstiftes Dörentrup. Zwölf bis 13 Kunden versorgt Bornemann pro Tagestour, wobei die Aufgaben ständig wechseln: Spritzen setzen, Kompressionsstrümpfe an- und ausziehen, Verbände wechseln und jede andere Art von Wundversorgung, Medikamente einrichten, waschen und dergleichen mehr. Für Bornemann ist dabei die „aktivierende Pflege“ ganz wichtig, das heißt sie gibt Unterstützung, damit ihre Kunden aufgaben selbst erledigen können, so sie denn dazu in der Lage sind. „Manchmal reicht es schon, einen Waschlappen anzureichen, damit die Dame oder der Herr sich selbst waschen kann. Gerade kleine Erfolgserlebnisse sind für die Psyche und das eigene Wohlbefinden unheimlich wichtig“, so die 41-Jährige, die nach Dienstschluss gerne in die Natur geht, reitet, oder in der Küche werkelt.

Jutta Wenzel, Sozialpflegerischer Vorstand des Elisenstiftes, und damit Arbeitgeberin von Johanna-Eva Bornemann, findet es hervorragend, dass ihre neue Mitarbeiterin nach wie vor offen für Fortbildungen ist. Man habe schon überlegt, gegebenenfalls in Richtung Palliativpflege, Wundmanager, oder Praxisanleitung zu gehen. Auch Dagmar Kasper, Pflegedienstleiterin der Diakoniestation Dörentrup-Barntrup, also Bornemanns direkte Vorgesetzte, sieht großen Bedarf in der stufenweisen Qualifizierung in der Pflege. „Wer kann und möchte, sollte sich auch im Unternehmen stets weiterentwickeln können. Der Bedarf ist in der Pflege jetzt und auch in den kommenden Jahren auf jeden Fall da.“

Genau hier setzt auch das neue Qualifizierungschancengesetz an, das seit Anfang dieses Jahres in Kraft ist. Die Detmolder Arbeitsagentur unterstützt neben der betrieblichen Einzelumschulung auch Weiterbildungen, die im Rahmen des bestehenden Arbeitsverhältnisses unter Fortzahlung des Arbeitsentgelts durchgeführt werden. Die Weiterbildungen müssen für den allgemeinen Arbeitsmarkt verwertbare Kenntnisse vermitteln und für die Weiterbildungsförderung zugelassen sein. Ausgenommen ist die Förderung von Qualifizierungen, zu denen der Arbeitgeber gesetzlich verpflichtet ist. Darüber hinaus kann bei einzelbetrieblichen Umschulungen sowie bei Gruppenumschulungen gefördert werden.