17.09.2019 | Presseinfo Nr. 69

„Den Blick muss man für Jeden und Alles haben!“ – Sisy Kroll im Dienst des Seniorenwohnsitzes Meinberger Hof

Sie ist seit nunmehr zehn Jahren in der Altenpflege des Seniorenwohnsitzes Meinberger Hof in Horn-Bad Meinberg tätig ist: erst als Minijobberin auf 400-Euro-Basis, bald als Teilzeitkraft und seit 2015 in Vollzeit.
 
Dass seine Mitarbeiterin die „Expertenstandards in der Pflege“ seit Jahren kennt, beherrscht und anwendet, war für Pflegedienstleiter Henry Wedel auch ein wichtiger Grund, ihren beruflichen Werdegang zu fördern. „Ich wusste schließlich schon aus dem Berufsalltag wie diese Frau ticket, und dass sie eben immer zuverlässig ist und mitdenkt.“

So kam es beiden Seiten gut zupass, eine Weiterbildung anzustreben: von der Altenpflegehelferin zur examinierten Pflegefachkraft, eine Umschulung, die Sisy Kroll im April dieses Jahres mit Unterstützung der Detmolder Arbeitsagentur begonnen hat. Für Wedel ist die Weiterbildung aus Sicht des Arbeitgebers ganz wichtig, denn der Fachkräftebedarf ist beständig hoch in der Pflege. Allein im Seniorenwohnsitz Meinberger Hof arbeiten von insgesamt 55 Mitarbeitern 19 Kräfte in der Pflege, wobei 64 Pflegeplätze zur Verfügung stehen. Für Kroll wiederum ist es gut, sich weiterzubilden, „das steigert die Kompetenz, berufliche Zufriedenheit, und ist natürlich auch gut fürs Portemonnaie“, so die verheiratete Mutter zweier Kinder im Alter von zwölf und 15 Jahren. Dass die Kinder schon sehr eigenständig sind, macht es Sisy Kroll auch im beruflichen Alltag leichter Schichtdienst zu übernehmen, da man in der stationären Pflege freilich dreischichtig unterwegs ist: im Früh-, Spät, oder Nachtdienst.

 

Und jede Schicht hat so ihre Herausforderungen und Reize: Ist es nachts idealerweise ruhiger und stiller, überwiegen am Tag die vielschichtigen Aktivitäten. Nach der Grundpflege und dem Frühstück stehen Gedächtnistraining, Zeitungsrunde, Eis essen im Kurpark, Sommerlieder singen und dergleichen mehr an. Pflegeleiter Wedel ist es dabei ganz wichtig, sich am „Modell der fördernden Prozesspflege“ zu orientieren, soll heißen, alles was ein Gast im Haus noch selbst erledigen und erleben kann, soll er auch selbst in die Hand nehmen. Sisy Kroll ergänzt: „So denkt man nicht immer daran, was man nicht mehr kann, sondern welche Fähigkeiten und Wünsche noch vorhanden sind. Das weckt die Lebensgeister unserer Bewohner, die es ja möglichst gut und schön haben sollen.“

 

Und dafür braucht es fähiges und gewilltes Personal. Henry Wedel erinnert sich, wie sich vor vier Jahren der Fachkräftebedarf in der Pflege akut bemerkbar machte: „Klar, auch davor gab es schon einmal Engpässe, aber so extrem wie in der Zeit war es auf dem Arbeitsmarkt der Pflege in meinem Empfinden noch nie gewesen: extrem hohe Fluktuation, kaum Bindungsmöglichkeit über Lohnverhandlungen. Deshalb kam es genau zur richtigen Zeit, als uns Frau Thurow auf Qualifizierungs- und Fördermöglichkeiten durch die Detmolder Arbeitsagentur aufmerksam machte.“

 

Nina Thurow vom Arbeitgeber-Service der Agentur für Arbeit Detmold informiert, das bei einzelbetrieblichen Umschulungen oder – wie in diesem Fall – bei Gruppenumschulungen gefördert werden kann. Sisy Kroll ist froh über die Möglichkeit, eine Umschulung machen zu können, „denn gerade für Menschen, die nicht mehr in ihrem erlernten Beruf arbeiten können, ist das eine wirklich große Chance.“ Die Bellenbergerin hatte einst nach der Mittleren Reife eine Ausbildung als Köchin gemacht, und im Beruf gearbeitet, aber dann ging das aufgrund einer Allergie nicht mehr. Aber die Kolleginnen und Kollegen in der Küche des Seniorenwohnsitzes wissen natürlich von ihrem Werdegang, „da heißt es dann immer mal wieder, Sisy, komm abschmecken.“