27.02.2020 | Presseinfo Nr. 16

Von Bangladesch an die lippische Werkbank: Issrafil Rahman macht eine Ausbildung bei Firma Oskar Lehmann

Die Unterstützung sah folgendermaßen aus: Er besuchte eine berufsvorbereitende Bildungsmaßnahme für Geflüchtete, „wodurch auch der Kontakt zum Projekt KungFu der Lippe Bildung eG entstand“, berichtet Berufsberater Heinrich Schüring. KungFu, also Kunstoff goes Future, vermittelt Unternehmen in OWL – hauptsächlich aus der Kunststoffbranche, aber auch aus den Bereichen Logistik und Mechanik – und Jugendliche, die eine Ausbildung in der Branche anstreben. Mit einem abgelehnten Asylantrag war Rahman zu dem Zeitpunkt 2017 „Duldungsinhaber im Kreis Lippe“, erläutert Ilka Cohrs, Fachgebietsleiterin beim Kreis für Aufenthalts- und Staatsangehörigkeitsrecht. Durch die Aufnahme einer Ausbildung, die wiederum im Rahmen einer Ausbildungsduldung möglich ist, verbesserte sich freilich auch die Bleiberechtsperspektive von Issrafil Rahman, der inzwischen „einen humanitären Aufenthaltstitel“ besitzt, so Cohrs, „wodurch auch die Wohnsitzverpflichtung ausgeräumt ist.“
 

Felix Meyer, Ausbilder im Werkzeugbau bei Firma Oskar Lehmann in Blomberg, betreut Azubi Rahman in dessen dreieinhalbjähriger Ausbildung zum Werkzeugmechaniker. „Ich bewundere, mit welchem persönlichen Einsatz und Ehrgeiz unser Azubi erst die Sprache gelernt hat, dann den Schulabschluss gemacht, sich immer wieder mit den zahlreichen Behördengängen in Deutschland zurechtfinden musste, und nun diese Ausbildung durchläuft“, schwärmt Meyer, der maßgeblichen Anteil an der Einstellung des jungen Mannes hatte. „Mir sind die Unterlagen von Issrafil Rahman im Stapel der ganzen Bewerbungen aufgefallen, seine ganze Geschichte, die durchlaufenen Stationen in Deutschland, und die recht guten Noten. Da haben wir eine dreitägige Probearbeit vereinbart, nach der ich gänzlich überzeugt war.“

 

Seit August 2019 lernt Issrafil Rahman nun als Werkzeugmechaniker, „dem König der Metallberufe aufgrund der Komplexität und erforderlichen Präzision“, so Lehmann-Geschäftsführer Sebastian Schierk. Da die Azubis von heute die Fachkräfte von morgen sind, hofft Schierk, dass Rahmans Ausbildung erfolgreich verläuft, und er anschließend in Arbeit übernommen werden kann. „Ja, auch bei uns in Blomberg gibt es einen großen Fachkräftebedarf in der Branche, aber auch menschlich bewegt mich diese junge Lebensgeschichte. Sie ist für mich ein Beispiel dafür, wie Integration funktionieren muss!“