27.07.2020 | Presseinfo Nr. 47

Arbeitslosmeldung mit dem Smartphone

In diesen Tagen erhalten erste Kunden der Agenturen für Arbeit in Ostwestfalen-Lippe das Schreiben zum Selfie-Ident-Verfahren. Nordrhein-Westfalen ist Teil der vierten Einführungswelle der Bundesagentur. Mit dem neuen Verfahren sind persönliche Vorsprachen zur Arbeitslosmeldung in Zeiten von Corona nicht mehr zwingend notwendig.
 
Bereits Mitte März hatten die Agenturen für Arbeit den freien Publikumsverkehr in ihren Häusern aus Gründen des Gesundheitsschutzes eingestellt. Die gesetzlich zwingend notwendigen Identitätsprüfungen bei Arbeitslosmeldung – in der Regel durch persönliche Vorsprache unter Vorlage eines Personalausweises vollzogen – wurden verschoben – natürlich ohne Nachteile für die Kunden, die trotzdem ihre Zahlungen erhalten haben.
 

Momentan sind terminierte Vorsprachen zwar wieder möglich, aber nur in begründeten Ausnahmefällen üblich. „Für die Nachholung der Identitätsprüfungen derjenigen Arbeitslosmeldungen, die während der Corona-Pandemie dazu gekommen sind, müssten wir nun eigentlich in den nächsten Monaten alle Kundinnen und Kunden persönlich einladen“, so Heinz Thiele, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Detmold, stellvertretend für alle Agenturen in Ostwestfalen-Lippe.

 

Dank des neuen Selfie-Ident-Verfahrens ist das aber nicht zwingend nötig: Die Bundesagentur für Arbeit hat in Kooperation mit der Firma Nect GmbH für ihre Kunden eine Möglichkeit geschaffen, um Identitätsprüfungen einfach über das digitale Endgerät zu organisieren. Alles, was man dazu benötigt, ist ein App-fähiges Gerät wie Smartphone oder Tablet, eine Internetverbindung und ein gültiges Ausweisdokument wie Personalausweis oder Reisepass.

 

Und so geht’s: Nach Download und Installation der Nect-App meldet man sich unter http://www.arbeitsagentur.de/selfie-ident mit seinen Benutzerdaten der BA-eServices an. Diese Daten haben alle Kunden der Bundesagentur für Arbeit in der Regel erhalten, spätestens mit dem Erhalt des Schreibens zum Selfie-Ident-Verfahren. Nach Bestätigung einer Weiterleitung auf die Seite der Nect GmbH erhalten die Kunden eine Schritt-für-Schritt-Anleitung für das Verfahren. Die Identitätsprüfung in der App selbst beinhaltet das Filmen eines kurzen Videos von sich selbst, das Filmen der Vorderseite sowie das Abfotografieren der Rückseite des Ausweisdokuments. Anhand dieses Materials kann das System die Identität der gefilmten Person mit derjenigen auf dem Ausweis abgleichen. Erhalten Kunden also eine Meldung über die erfolgreiche Identitätsprüfung durch die App, muss damit die persönliche Vorsprache zur Identitätsprüfung in der örtlichen Agentur für Arbeit nicht mehr nachgeholt werden. Der Datenschutz bleibt während des gesamten Vorgangs gewährleistet, nähere Informationen dazu findet man auf der Website des Anbieters unter www.nect.com.

 

„Circa 20.000 Menschen in Ostwestfalen-Lippe haben den Brief zum Selfie-Ident-Verfahren erhalten oder werden ihn in den nächsten Tagen erhalten. Ich kann das Verfahren nur empfehlen. Für unsere Kundinnen und Kunden ist es bequemer und uns ermöglicht es, einfacher den Vorschriften zu entsprechen. Es ist sicher und schnell“, so Thiele. Er betont dabei aber auch: „Die Teilnahme ist für unsere Kundinnen und Kunden absolut freiwillig. Wer eine Teilnahme am Selfie-Ident-Verfahren nicht wünscht oder die technischen Voraussetzungen nicht zur Verfügung hat, erhält von uns zu gegebener Zeit automatisch eine Einladung zum persönlichen Gespräch, bei der die Identitätsprüfung dann auf herkömmlichem, analogem Wege nachgeholt wird.“

 

Das Angebot, die gesetzlich geforderte Identifikation mittels eines Online-Verfahrens über Handy oder Tablet nachzuholen, gilt erst einmal bis zum 30. September 2020.