Der Arbeitsmarkt im Januar 2023

Die Entwicklung des Arbeitslosenbestandes im Kreis Lippe.

31.01.2023 | Presseinfo Nr. 12

Auch im Januar bleibt die Zahl der Arbeitslosen im Kreis Lippe mit 9.942 Personen weiterhin knapp unter der 10.000er Marke. „Da der Anstieg von 369 Personen zum Dezember 2022 fast ausschließlich im SGB III, also dem Arbeitslosengeld I, zu verzeichnen ist, spiegelt dies die saisonal-typischen Schwankungen am Arbeitsmarkt in der kalten Jahreszeit wider, in der viele Betriebe ihre Mitarbeiter witterungsbedingt freisetzen“, sagt Rainer Radler, Leiter der Agentur für Arbeit Detmold. Erfahrungsgemäß könne mit der Frühjahrsbelebung im März oder April wieder mit einem Rückgang der Arbeitslosenzahlen gerechnet werden. Arbeitnehmern sowie Arbeitgebern steht die Arbeitsagentur mit ihren Beratungs- und Förderangeboten zur Seite. Alle Informationen hierzu sind auf www.arbeitsagentur.de/detmold zu finden.

Arbeitslosigkeit
Die Zahl der Arbeitslosen ist im Kreis Lippe im Januar 2023 gestiegen. Insgesamt waren 9.942 Personen arbeitslos gemeldet. Verglichen mit den Zahlen des Vormonates sind dies 369 Personen bzw. 3,9 Prozent mehr. Im Vergleich zum Januar des Vorjahres steigt die Zahl der Arbeitslosen um 287 Personen bzw. 3,0 Prozent. Die Arbeitslosenquote beträgt im Januar 2023 5,4 Prozent. Vor einem Jahr belief sie sich auf 5,2 Prozent (plus 0,2 Prozentpunkte).    

Entwicklung in der Arbeitslosenversicherung - SGB III
Im Bereich der Arbeitslosenversicherung wurden in diesem Monat 3.348 Personen gemeldet. Die Zahl hat sich im Vergleich zum Vormonat erhöht um 357 Personen bzw. 11,9 Prozent. Im Vorjahresvergleich bedeutet dies eine Erhöhung um 255 Personen oder 8,2 Prozent.

Entwicklung in der Grundsicherung - SGB II
In der Grundsicherung sind 12 Arbeitslose mehr als im Vormonat und 32 mehr als im Vorjahr zu verzeichnen. Im Verhältnis entspricht dies plus 0,2 Prozent zum Vormonat bzw. minus 0,5 Prozent zum Vorjahr. Insgesamt sind es 6.594 Personen und damit 66,3 Prozent aller Arbeitslosen, die zur Grundsicherung gemäß SGB II zählen.

Jugendarbeitslosigkeit
1.027 Arbeitslose sind im Berichtsmonat im Kreis Lippe unter 25 Jahre alt. Im Vormonat waren dies noch 38 weniger und im gleichen Monat des Vorjahres 115 weniger arbeitslose junge Menschen. Die prozentuale Veränderung beläuft sich somit auf plus 3,8 Prozent zum vorherigen Monat bzw. plus 12,6 Prozent im Vorjahresvergleich.

Arbeitslose ab 50 Jahre
Die Anzahl arbeitsloser Personen ab 50 Jahre ist im Vergleich zum Vormonat gestiegen (plus 106 Personen oder plus 3,3 Prozent). Im Vergleich zum Vorjahr sind es 82 Arbeitslose weniger (minus 2,4 Prozent). Insgesamt sind 3.300 Menschen ab 50 Jahre im Kreis Lippe betroffen.

Langzeitarbeitslose
Die Zahl der Langzeitarbeitslosen ist im Kreis Lippe im Berichtsmonat gestiegen. 4.238 Personen waren länger als ein Jahr nicht sozialversicherungspflichtig beschäftigt, darunter zählen 90,3 Prozent (3.829 Personen) zur Grundsicherung. Verglichen mit den Gesamtzahlen des Vormonats sind dies 28 Langzeitarbeitslose mehr. Im Vergleich zum Vorjahr sinkt die Zahl dieser Arbeitslosen dagegen um 398 Personen.

Stellenangebote
Die Unternehmen aus dem Kreis Lippe haben in diesem Monat 313 Stellen gemeldet (minus 126 zum Vormonat). Im Bestand befanden sich insgesamt 2.883 offene Stellen, 106 weniger als im Vormonat und 200 weniger als im Vorjahresmonat.

DER ARBEITSMARKT IN OSTWESTFALEN-LIPPE

Die Arbeitslosigkeit in Ostwestfalen-Lippe ist im Januar gestiegen. Aktuell sind 64.085 Personen arbeitslos gemeldet, das ist eine Zunahme zum Vormonat um 2.931 Menschen oder 4,8 Prozent. Im Vergleich zum Januar 2022 liegt die Arbeitslosigkeit dagegen um 5.178 Menschen oder 8,8 Prozent höher. Die Arbeitslosmeldungen im aktuellen Monat fallen mit 11.952 Personen im Vergleich zum Vorjahresmonat um 909 ebenso deutlich höher aus.

Die Zahl arbeitslos gemeldeter Ausländer ist im Vergleich zum Vormonat gestiegen. So sind in diesem Berichtsmonat 23.469 Ausländer arbeitslos gemeldet. Das entspricht einem Plus zum Vormonat um 1.131 Personen. Der Bestand arbeitslos gemeldeter Menschen aus der Ukraine ist in OWL im Vergleich zum Vormonat mit 156 Personen oder 3,7 Prozent wieder gestiegen.

Auch die Zahl der Langzeitarbeitslosen ist seit Monaten erstmals wieder gestiegen. Im aktuellen Berichtsmonat sind 24.578 Personen länger als ein Jahr auf Arbeitssuche. Das sind dennoch 6,6 Prozent weniger als im Januar 2022. Der Anteil Langzeitarbeitsloser an allen Arbeitslosen ist aktuell mit 38,4 Prozent weiterhin erhöht (2022: 44,7 Prozent, 2021: 39,3 Prozent, 2020: 34,4 Prozent, jeweils Januar).

Der Bestand an gemeldeten Arbeitsstellen, welche durch Jobcenter und Arbeitsagenturen in OWL angeboten werden können, geht aktuell weiter zurück und beträgt im Berichtsmonat 24.353 Stellen. Damit liegt der Stellenbestand 1.261 Stellen unter Vorjahreswert. Im Januar 2023 wurden 2.730 freie Arbeitsstellen neu gemeldet. Im Vergleich zum Vorjahresmonat wurden damit 1.581 Stellen oder 36,7 Prozent weniger gemeldet. Damit zeigen sich unverändert die Auswirkungen der wirtschaftlichen Unsicherheiten mit Blick auf die Preissteigerungen und Energiekosten sowie Lieferengpässe. Arbeitgeber sind vorsichtig mit der Meldung neuer Arbeitsstellen und stellen weniger Arbeitskräfte neu ein.

Die niedrigste Arbeitslosenquote in unserer Region findet sich im Kreis Gütersloh (4,2 Prozent) gefolgt von Kreis Höxter (4,4 Prozent), Kreis Lippe (5,4 Prozent), Kreis Paderborn (5,5 Prozent), Kreis Herford (5,7 Prozent), Kreis Minden-Lübbecke (5,8 Prozent) und der Stadt Bielefeld (8,1 Prozent). Insgesamt hat Ostwestfalen-Lippe eine Arbeitslosenquote von 5,6 Prozent (Vormonat 5,4 Prozent, Vorjahr 5,2 Prozent).