16.06.2021 | Presseinfo Nr. 36

Geld für Weiterbildung in Zeiten der Kurzarbeit

Bereits vor der Coronakrise war die Fachkräftesicherung für viele Unternehmen in der Region eine Herausforderung. Die bayerische Wirtschaft hat auch während der Pandemie an ihren Beschäftigten festgehalten und die Kurzarbeit genutzt. Gerade im Hinblick auf den strukturellen Wandel und die Transformation ist es sinnvoll, während der Zeit der Kurzarbeit in die Weiterbildung der eigenen Beschäftigten zu investieren. Die Bundesagentur für Arbeit bietet dafür umfassende Fördermöglichkeiten.
 

Der Gesetzgeber hat die Förderung der Qualifizierung von Beschäftigten über das Qualifizierungschancengesetz attraktiv gestaltet. Zudem wurde zuletzt der vereinfachte Zugang zum Kurzarbeitergeld verlängert. „Wir appellieren an die Betriebe, insbesondere an die in Kurzarbeit: Nutzen Sie die Fördermöglichkeiten der Bundesagentur für Arbeit, um Ihre Beschäftigten zu qualifizieren! Unternehmen können sich über die Hotline des Arbeitgeber-Service der örtlichen Agentur für Arbeit melden oder sich direkt an ihre persönliche Kontaktperson wenden. Mit der Lebensbegleitenden Berufsberatung haben wir aber auch ein Beratungsangebot für Beschäftigte, die sich beruflich weiterentwickeln möchten. Auch hier lohnt es sich mit der Agentur für Arbeit Kontakt aufzunehmen. Angebote gibt es für Einzelpersonen, aber auch Gruppen aus einem Betrieb", so Richard Paul, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Donauwörth.

Voraussetzungen für eine geförderte Weiterbildung

Weiterbildungen können gefördert werden, wenn die Qualifizierung mehr als 120 Stunden umfasst und die Teilnahme an einer zertifizierten Bildungsmaßnahme erfolgt. Sie sollte dazu dienen, Beschäftigte für aktuelle und zukünftige Berufsfelder fit zu machen. Dabei gilt: Alle Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer – ungeachtet von Alter, Qualifikation oder Betriebsgröße – können gefördert werden, wenn der Berufsabschluss in der Regel vier Jahre zurückliegt. Daneben können auch geringqualifizierte Beschäftigte über die Förderung einen Berufsabschluss erreichen. Für beide Weiterbildungswege stehen attraktive Fördermöglichkeiten bereit.

Wie geht’s los? Vom Weiterbildungsbedarf zur Beratung

Bei einem Weiterbildungsbedarf nehmen Betriebe Kontakt zu ihrem Arbeitgeber-Service auf, nutzen die Arbeitgeberhotline oder informieren sich online. Die SpezialistInnen der Arbeitsagentur beraten virtuell, telefonisch und abhängig von der Pandemielage vor Ort in den Betrieben.

Förderleistungen noch weiter ausgebaut

Die Bundesagentur für Arbeit kann die Lehrgangskosten sowie die Zuschüsse zum Lohn entweder vollständig oder zum Teil übernehmen. Zudem kann ein pauschalierter Arbeitgeberanteil am Gesamtsozialversicherungsbeitrag erstattet werden. Für die Qualifizierung mehrerer Beschäftigter besteht für Arbeitgeber seit dem 01.01.2021 die Möglichkeit unkompliziert einen Sammelantrag zu stellen. „Seit Einführung des Qualifizierungschancengesetzes wurden 471 Beschäftigte im Agenturbezirk gefördert, die meisten davon in den Bereichen Führen von Fahrzeug- und Transportgeräten und Nichtmedizinische Gesundheitsberufe. Wir fördern allerdings über alle Branchen hinweg und freuen uns, wenn diese Möglichkeit von noch mehr Betrieben und Beschäftigten genutzt wird“, erklärt Richard Paul.

Interessiert? Informationen und Kontakte online oder über die Hotline

Wer sich für eine Förderung interessiert, kann sich telefonisch an unseren Arbeitgeber-Service (kostenlose Hotline 0800 4 5555 20) oder die bekannten AnsprechpartnerInnen wenden. Online gibt es weitere Informationen auf der Internetseite der Regionaldirektion Bayern unter: https://www.arbeitsagentur.de/vor-ort/rd-by/weiterbildung-qualifizierungsoffensive