07.03.2019 | Presseinfo Nr. 18

Internationaler Frauentag am 08.März 2019

10 Fakten - Frauen am Dortmunder Arbeitsmarkt

Martina Würker, Chefin der Agentur für Arbeit Dortmund:

„Der Arbeitsmarkt für Frauen hat sich in den letzten Jahren positiv entwickelt. Die Beschäftigung steigt und die Arbeitslosigkeit sinkt. Doch bleiben weiterhin Baustellen. So haben es Alleinerziehende auch heute noch schwerer auf dem Arbeitsmarkt. Die Entgeltunterschiede zwischen den Geschlechtern werden nur langsam kleiner. Frauen entscheiden sich noch immer für kaufmännische, soziale oder pflegerische Tätigkeiten. Die MINT-Berufe meiden sie eher und überlassen sie zu häufig männlichen Bewerbern um Ausbildung oder Studium.

Ich bin davon überzeugt, dass Frauen, Männern und auch die Wirtschaft zur Fachkräftesicherung neue Wege gehen müssen. Unsere Beraterinnen und Berater, legen deshalb auch einen besonderen Schwerpunkt darauf, jungen Frauen attraktive Wege in den MINT-Berufen aufzuzeigen. Die kommen vielleicht auf den ersten Blick nicht in Frage. Doch in vielen Frauen steckt das Potential dazu. Wenn Sie sich dafür entscheiden und den Willen haben, erfolgreich zu sein, dann schaffen sie es auch.“

„Auch Arbeitgeber können durch passende Angebote etwas dafür tun, dass traditionelle Rollenbilder und Stereotype durchbrochen werden. Zum Beispiel können sie mit der festen Verankerung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf in ihrer Unternehmenskultur ihre Attraktivität für Frauen steigern und weibliche Talente für sich gewinnen. Frauen sind kein Risiko für Arbeitgeber“.

01   Beschäftigung von Frauen steigt

Im Juni 2018 waren in der Stadt Dortmund 111.469 Frauen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Dies entspricht einem Anteil von 46,5 Prozent und damit unverändert zum Vorjahr. Der langfristige Trend zeigt aber nach oben. Im Jahr 2007 lag der Anteil noch bei rund 45 Prozent.

02   Frauen wählen eher keine gewerblich-technischen Berufe

Die meisten Frauen, 13,7 Prozent, sind in der Gesundheitsbranche tätig. Auch im Einzel- und Großhandel sowie der öffentlichen Verwaltung sowie dem Sozialwesen sind viele Frauen beschäftigt. Der Schwerpunkt der Männer liegt dagegen eher im verarbeitenden Gewerbe. In vielen Berufen, die einen Fachkräftemangel oder zumindest spürbare Engpässe aufweisen, wo jede gut qualifizierte Arbeitskraft gebraucht werden kann, arbeiten besonders häufig eher Männer als Frauen.

03   Beschäftigungsquote der Männer deutlich höher als die der Frauen

Im Jahr 2018 waren in Dortmund durchschnittlich 49,3 Prozent der Frauen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Dies ist gegenüber dem Vorjahr eine Steigerung um 0,9 Prozent, doch fällt der Anstieg deutlich schwächer aus als bei den Männern. Aufgrund der noch immer klassischen Rollenverteilung liegt die Beschäftigungsquote der Männer deutlich höher als die der Frauen.

04   Entgeltunterschiede zwischen den Geschlechtern

Frauen erzielen am Arbeitsmarkt ein niedrigeres Entgelt als Männer. Im Vergleich zu den Männern in Dortmund verdienen Frauen im Durchschnitt knapp 300€ weniger.

05   Die Arbeitslosigkeit der Frauen ging 2018 weiter zurück

Im Jahr 2018 waren in Dortmund nur noch 14.065 Frauen arbeitslos gemeldet. Gegenüber 2017 hat sich ihre Zahl deutlich um 847 verringert. Insgesamt waren im vergangenen Jahr 42,9 Prozent aller Arbeitslosen weiblich.

06   Frauen überwiegend für die Erziehung der eigenen Kinder verantwortlich.

Von allen alleinerziehenden Arbeitslosen sind 9 von 10 Frauen. Unter den arbeitslosen Frauen in Dortmund ist jede Fünfte alleinerziehend, von ihnen sind zudem viele langzeitarbeitslos. Die Arbeitsmarktchancen für die Alleinerziehenden werden dadurch stark beeinträchtigt.

07   Eine große Anzahl der arbeitslosen Frauen hat keine Ausbildung

Nahezu zwei Drittel der arbeitslosen Frauen verfügt über keine Berufsausbildung. Bildung und Qualifizierung sollte hier im Vordergrund stehen, da auf dem Arbeitsmarkt eine hohe Nachfrage nach ausgebildeten Fachkräften besteht. Auch eine Berufsausbildung in Teilzeit zu absolvieren, neben eventueller Betreuungspflichten, ist in den meisten Berufen möglich.

08   Der Wunsch nach Teilzeit ist ausgeprägt

Deutlich weniger der arbeitslosen Frauen möchten oder können in Vollzeit arbeiten. Durch familiäre Verpflichtungen und klassische Rollenverteilung besteht bei mehr Frauen der Wunsch nach Teilzeit. 35,9 Prozent suchen eher nach einer Teilzeitstelle, bei den Männern sind es 6,1 Prozent.

09   Frauen sind in MINT-Berufen unterrepräsentiert

Während rund ein Drittel der Beschäftigten Männer in MINT-Berufen tätig sind, sind es bei den Frauen weniger als jede zehnte. 6,7 Prozent aller sozialversicherungspflichtig beschäftigten Frauen arbeitet in MINT-berufen, bei den Männern sind es 32,4 Prozent.

10   MINT-Ausbildungen weiterhin Männerdomäne

Der Schwerpunkt der weiblichen Auszubildenden und Studierenden liegt auf wirtschaftlichen, gesundheitlichen und sozialen Ausbildungsgängen bzw. Studienfächern. Die MINT-Berufe, also Berufe der Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft oder Technik, meiden sie eher und überlassen sie männlichen Bewerbern um Ausbildungsstellen oder Studienplätzen. Diese technischen Fächer sind männlich dominiert. Unter den Top 10 Studienfächern befinden sich bei den Frauen nur zwei aus dem MINT Bereich, Informatik und Biologie, während bei den Männern acht der Top 10 Studienbereiche zu MINT gezählt werden.