29.11.2018 | Presseinfo Nr. 83

Der Arbeitsmarkt in Dortmund im November 2018

- Arbeitslosenquote bleibt unverändert auf 9,8 Prozent
- Arbeitslosigkeit leicht angestiegen
- Saisonbedingt rückläufige Stellenmeldungen
- Jugendarbeitslosigkeit sinkt weiter

Der November bringt die erste Kältewelle, doch Vorboten der auftragsärmeren Winterzeit im Handwerk bekommt der Dortmunder Arbeitsmarkt in diesem Monat nur leicht zu spüren. „Mit einem Anstieg der Arbeitslosigkeit um 96 Personen zeigt sich der Dortmunder Arbeitsmarkt robust,“ kommentiert Martina Würker, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Dortmund, die Situation auf dem Arbeitsmarkt. Das spiegelt auch die Arbeitslosenquote wider, sie bleibt unverändert auf 9,8 Prozent. Im Vorjahresvergleich sinkt die Arbeitslosigkeit um 4,0 Prozent oder 1.278 Personen. „Wie auch schon in den Monaten zuvor profitieren von dieser Entwicklung nahezu alle Personengruppen“, erklärt Würker. „Erfreulich ist zudem, dass sich die Jugendarbeitslosigkeit im November weiter positiv entwickelt hat und erneut gesunken ist“, so die Arbeitsagentur-Chefin.  

Handlungsbedarf sieht die Agentur-Chefin hingegen bei der Gruppe der schwerbehinderten Menschen. „Für Menschen mit Behinderung bleibt die Tür in den Arbeitsmarkt noch allzu oft verschlossen. Obwohl die Zahl der arbeitslosen Schwerbehinderten in Dortmund in den letzten fünf Jahren leicht gesunken ist, partizipieren sie nicht in gleichem Maße an der guten Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt wie andere Personengruppen“, sagt Würker. Aus diesem Grund beteiligt sich die Agentur für Arbeit Dortmund an der bundesweiten „Aktionswoche der Menschen mit Behinderung“ vom 3. bis 7. Dezember. Diese Woche soll sichtbare Zeichen für mehr Teilhabe von Menschen mit Behinderung setzen und ihre Situation ins Blickfeld der Öffentlichkeit rücken. Auftakt bildet ein themenbezogenes Pressegespräch bereits am 30. November.

Arbeitslosigkeit und Arbeitslosenquoten

Im November wurden 30.827 Menschen in Dortmund arbeitslos gezählt. Davon waren 6.564 Personen bei der Arbeitsagentur und 24.263 Menschen beim Jobcenter Dortmund gemeldet. Damit ist die Gesamtzahl der Arbeitslosen in der Stadt im Vergleich zum Vormonat um 96 Personen oder 0,3 Prozent gestiegen. Im Vorjahresvergleich liegt die Arbeitslosigkeit deutlich um 1.278 Personen oder 4,0 Prozent niedriger. Die Arbeitslosenquote für alle bei Agentur und Jobcenter gemeldeten Arbeitslosen blieb unverändert auf 9,8 Prozent. Im Vorjahr betrug die Quote 10,4 Prozent. Die spezifische Arbeitslosenquote für die Agentur liegt bei 2,1 Prozent und für das Jobcenter bei 7,7 Prozent.

Entwicklung nach Rechtskreisen

Im Bereich der Arbeitslosenversicherung (Agentur für Arbeit, Drittes Sozialgesetzbuch, SGBIII) ist die Arbeitslosigkeit um 1,5 Prozent oder 98 Personen auf insgesamt 6.564 Personen gesunken. Im Vorjahr lag die Arbeitslosigkeit im Versicherungsbereich der Agentur für Arbeit bei 6.891 Personen.

Das Jobcenter Dortmund, das für die Betreuung der Arbeitslosen im Rechtskreis des Zweiten Sozialgesetzbuches (SGB II) zuständig ist, verzeichnet einen leichten Anstieg der Arbeitslosigkeit. In der Zuständigkeit des Jobcenters waren im November 194 Menschen oder 0,8 Prozent mehr arbeitslos, als im Monat zuvor. Im Vergleich zum November des Vorjahres sind es allerdings 951 Arbeitslose weniger. Damit sind im November insgesamt 24.263 Personen arbeitslos gemeldet.

„Mit 194 Menschen mehr, die gegenwärtig ohne Beschäftigungsverhältnis sind, verzeichnen wir einen sehr geringen Anstieg der Arbeitslosen in der Zuständigkeit des Jobcenters. Im Vergleich zum Vorjahresmonat sind rund 1.000 Menschen weniger arbeitslos. Betrachtet man die beiden Rechtskreise SGB II und SGB III gemeinsam, so bleibt die Arbeitslosenquote insgesamt auf dem gleichen Niveau. Anhand der weiterhin rückläufigen Zahl der Bedarfsgemeinschaften, die durch das Jobcenter betreut werden, ist erkennbar, dass die reale Bedürftigkeit in Dortmund abgenommen hat. Innerhalb eines Jahres ist die Anzahl um 1.512 Bedarfsgemeinschaften auf 42.977 zurückgegangen“, erklärt der Geschäftsführer des Job-centers Dortmund, Frank Neukirchen-Füsers.

Jugendarbeitslosigkeit

Rechtskreisübergreifend ist die Jugendarbeitslosenquote im Vergleich zum Oktober um 0,1 Prozentpunkte auf 7,9 Prozent gesunken. Im November waren damit 2.541 junge Menschen unter 25 Jahren arbeitslos gemeldet. Das ist ein Rückgang um 0,7 Prozent gegenüber dem Vormonat. Gegenüber dem Vorjahr ging die Zahl um 3,9 Prozent oder 102 Personen zurück.

Arbeitslosigkeit im Kontext von Fluchtmigration

Im November waren 2.581 Personen im Kontext von Fluchtmigration*1 arbeitslos gemeldet (Vormonat: 2.493), davon 1.820 Männer und 761 Frauen. Personen aus Syrien bilden hier mit 1.615 Meldungen die größte Gruppe. Es folgen 278 Personen aus dem Irak, 110 Personen aus Afghanistan und 86 Personen aus der Islamischen Republik Iran.

Geflüchtete Menschen stehen dem Arbeitsmarkt häufig aufgrund von notwendiger Förderung nicht unmittelbar zur Verfügung. Zur Einschätzung der statistischen Gesamtsituation ist es daher sinnvoll, die Unterbeschäftigung hinzuzuziehen. In der Unterbeschäftigung ist neben der Zahl der Arbeitslosen die Zahl der Personen enthalten, die zum Beispiel an Maßnahmen der Arbeitsmarktpolitik teilnehmen. Die Unterbeschäftigung von Personen im Kontext von Fluchtmigration belief sich im August*2 auf 4.860. Das sind 17 Personen mehr als im Vormonat, und 427 Personen oder 9,6 Prozent mehr als im Vorjahr.

Zu- und Abgänge

Arbeitslosigkeit ist kein fester Block, vielmehr gibt es auf dem Arbeitsmarkt durch die Zu- und Abgänge in bzw. aus Arbeitslosigkeit viel Bewegung. In der Stadt Dortmund wurden im November 6.880 Männer und Frauen erstmals oder erneut arbeitslos registriert. Das sind 197 Personen oder 2,9 Prozent mehr als im Vormonat und 75 Personen oder 1,1 Prozent mehr als im Vorjahr. 1.625 Personen kamen davon aus einer Beschäftigung am 1. Arbeitsmarkt. Das sind 41 Personen mehr als im Vormonat.

6.788 Personen meldeten sich im Oktober bei der Arbeitsagentur und dem Jobcenter aus der Arbeitslosigkeit ab (Vormonat: 7.583). 1.581 Menschen beendeten wegen der Aufnahme einer Beschäftigung am 1. Arbeitsmarkt ihre Arbeitslosigkeit. Das sind 74 Personen oder 4,5 Prozent weniger als im Vormonat.

Arbeitskräftenachfrage

Im November ist die Nachfrage der Unternehmen nach Arbeitskräften gesunken. Die Dortmunder Unternehmen und Verwaltungen meldeten im aktuellen Berichtsmonat 1.350 neue Stellen. Das sind 59 Stellen weniger als im Oktober und 1.032 Stellen oder 43,6 Prozent weniger als im Vorjahresmonat. Der aktuelle Stellenbestand ist mit 7.201 offenen Stellen um 1,6 Prozent niedriger als im Vormonat. Neue Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen wurden im November insbesondere im Bereich der Arbeitnehmerüberlassung, im Handel, Instandhaltung und Reparatur von Kraftfahrzeugen, in den wissenschaftlichen und technischen Dienstleistungen sowie im Bereich Gesundheits- und Sozialwesen gesucht.

Unterbeschäftigung

Die Unterbeschäftigung fiel im aktuellen Berichtsmonat mit 43.590 Personen um 35 Personen oder 0,1 Prozent leicht höher aus als im Oktober. Der Anteil der Arbeitslosigkeit an der Unterbeschäftigung ist im November um 0,1 Prozentpunkte auf 70,7 Prozent gesunken (Vorjahr: 71,5 Prozent).

Die Unterbeschäftigungsquote liegt im Berichtsmonat November unverändert bei 13,4 Prozent (Vorjahr: 14,1 Prozent).

 

*1 "Personen im Kontext von Fluchtmigration" umfassen Ausländer mit einer Aufenthaltsgestattung, einer Aufenthaltserlaubnis Flucht und einer Duldung.
*2 Die Daten werden mit einer dreimonatigen Wartezeit ermittelt.