30.10.2018 | Presseinfo Nr. 75

Der Arbeitsmarkt in Dortmund im Oktober 2018

- Herbstbelebung setzt sich deutlich fort
- Arbeitslosenquote sinkt auf 9,8 Prozent
- Rund 2.650 Arbeitslose weniger als im Vorjahr
- Jugendarbeitslosigkeit sinkt weiter

Die Herbstbelebung am Arbeitsmarkt setzt sich im Oktober deutlich fort. Dortmund verzeichnet rund 900 Arbeitslose weniger als im September. Damit sinkt die Arbeitslosenquote unter zehn Prozent und erreicht mit 9,8 Prozent den tiefsten Stand seit den 80er Jahren.

Die aktuell überaus positive Entwicklung am Dortmunder Arbeitsmarkt freut uns sehr. Sie zeigt, dass wir in Dortmund gemeinsam auf dem richtigen Weg sind. Die Einstellungsbereitschaft der Betriebe ist hoch, die Konjunktur stabil. Sowohl ältere Arbeitslose als auch junge Menschen, die gerade aus ihrer Ausbildung kommen, profitieren davon. So ist die Jugendarbeitslosenquote 1,2 Prozent tiefer als noch vor einem Jahr. Besonders erfreulich ist aber auch, dass die Langzeitarbeitslosigkeit um 9,5 Prozent im Vorjahresvergleich gesunken ist. Das sind gute Nachrichten für Dortmund. Gleichwohl ist es nun wichtig, sich nicht auszuruhen. Das heißt, wir werden weiterhin auf Qualifizierung setzen und auch in Zukunft verstärkt in die Weiterbildung arbeitsloser Menschen investieren, denn Qualifizierung ist der Stützbalken eines robusten Arbeitsmarktes, kommentiert Martina Würker, Chefin der Arbeitsagentur Dortmund die Situation auf dem Arbeitsmarkt.

Arbeitslosigkeit und Arbeitslosenquoten

Im Oktober wurden 30.731 Menschen in Dortmund arbeitslos gezählt. Davon waren 6.662 Personen bei der Arbeitsagentur und 24.069 Menschen beim Jobcenter Dortmund gemeldet. Damit ist die Gesamtzahl der Arbeitslosen in der Stadt im Vergleich zum Vormonat um 882 Personen oder 2,8 Prozent gesunken. Im Vorjahresvergleich liegt die Arbeitslosigkeit deutlich um 2.654 Personen oder 7,9 Prozent niedriger. Die Arbeitslosenquote für alle bei Agentur und Jobcenter gemeldeten Arbeitslosen sank um 0,3 Prozentpunkte auf 9,8 Prozent. Im Vorjahr betrug die Quote 10,8 Prozent. Die spezifische Arbeitslosenquote für die Agentur liegt bei 2,1 Prozent und für das Jobcenter bei 7,7 Prozent.

Entwicklung nach Rechtskreisen

Im Bereich der Arbeitslosenversicherung (Agentur für Arbeit, Drittes Sozialgesetzbuch, SGBIII) ist die Arbeitslosigkeit um 3,9 Prozent oder 269 Personen auf insgesamt 6.662 Personen gesunken. Im Vorjahr lag die Arbeitslosigkeit im Versicherungsbereich der Agentur für Arbeit bei 7.220 Personen.

Bei den jungen Menschen unter 25 Jahren machte sich im Oktober der Ausbildungsbeginn bemerkbar – im Vergleich zum Vormonat ging ihre Zahl um 116 oder 14,7 Prozent auf aktuell 672 Personen zurück. Daneben profitierten aber auch alle anderen Personengruppen vom Rückgang der Arbeitslosigkeit.

Das Jobcenter Dortmund, das für die Betreuung der Arbeitslosen im Rechtskreis des Zweiten Sozialgesetzbuches (SGB II) zuständig ist, verzeichnet ebenfalls einen Rückgang der Arbeitslosigkeit. In der Zuständigkeit des Jobcenters waren im Oktober 613 Menschen weniger arbeitslos, als im Monat zuvor. Im Vergleich zum Oktober des Vorjahres sind es 2.096 Arbeitslose weniger. Damit sind im Oktober insgesamt 24.069 Personen arbeitslos gemeldet.

Jugendarbeitslosigkeit

Rechtskreisübergreifend ist die Jugendarbeitslosenquote im Vergleich zum September um 0,7 Prozentpunkte auf 8,0 Prozent gesunken. Im Oktober waren damit 2.558 junge Menschen unter 25 Jahren arbeitslos gemeldet. Das ist ein Rückgang um 231 Personen oder 8,3 Prozent gegenüber dem Vormonat. Gegenüber dem Vorjahr ging die Zahl um 12,7 Prozent oder 371 Personen zurück.

Arbeitslosigkeit im Kontext von Fluchtmigration

Im Oktober waren 2.493 Personen im Kontext von Fluchtmigration*1 arbeitslos gemeldet (Vormonat: 2.511), davon 1.749 Männer und 744 Frauen. Personen aus Syrien bilden hier mit 1.501 Meldungen die größte Gruppe. Es folgen 273 Personen aus dem Irak, 104 Personen aus Afghanistan und 96 Personen aus der Islamischen Republik Iran.

Geflüchtete Menschen stehen dem Arbeitsmarkt häufig aufgrund von notwendiger Förderung nicht unmittelbar zur Verfügung. Zur Einschätzung der statistischen Gesamtsituation ist es daher sinnvoll, die Unterbeschäftigung hinzuzuziehen. In der Unterbeschäftigung ist neben der Zahl der Arbeitslosen die Zahl der Personen enthalten, die zum Beispiel an Maßnahmen der Arbeitsmarktpolitik teilnehmen. Die Unterbeschäftigung von Personen im Kontext von Fluchtmigration belief sich im Juli*2 auf 4.843. Das sind 59 Personen weniger als im Vormonat, und 447 Personen oder 10,2 Prozent mehr als im Vorjahr.

Zu- und Abgänge

Arbeitslosigkeit ist kein fester Block, vielmehr gibt es auf dem Arbeitsmarkt durch die Zu- und Abgänge in bzw. aus Arbeitslosigkeit viel Bewegung. In der Stadt Dortmund wurden im Oktober 6.683 Männer und Frauen erstmals oder erneut arbeitslos registriert. Das sind 112 Personen oder 1,7 Prozent mehr als im Vormonat und 147 Personen oder 6,1 Prozent weniger als im Vorjahr. 1.584 Personen kamen davon aus einer Beschäftigung am 1. Arbeitsmarkt. Das sind 52 Personen mehr als im Vormonat.

7.583 Personen meldeten sich im Oktober bei der Arbeitsagentur und dem Jobcenter aus der Arbeitslosigkeit ab (Vormonat: 7.538). 1.655 Menschen beendeten wegen der Aufnahme einer Beschäftigung am 1. Arbeitsmarkt ihre Arbeitslosigkeit. Das sind 79 Personen oder 5,0 Prozent mehr als im Vormonat.

Arbeitskräftenachfrage

Im Oktober ist die Nachfrage der Unternehmen nach Arbeitskräften gesunken. Die Dortmunder Unternehmen und Verwaltungen meldeten im aktuellen Berichtsmonat 1.409 neue Stellen. Das sind 265 Stellen weniger als im September und 712 Stellen oder 33,6 Prozent weniger als im Vorjahresmonat. Der aktuelle Stellenbestand ist mit 7.317 offenen Stellen um 3,3 Prozent niedriger als im Vormonat. Neue Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen wurden im Oktober insbesondere im Bereich der Arbeitnehmerüberlassung, im Handel, Instandhaltung und Reparatur von Kraftfahrzeugen, in den wissenschaftlichen und technischen Dienstleistungen sowie im Bereich Gesundheits- und Sozialwesen gesucht.

Unterbeschäftigung

Die Unterbeschäftigung fiel im aktuellen Berichtsmonat mit 43.602 Personen um 559 Personen oder 1,1 Prozent niedriger aus als im September. Der Anteil der Arbeitslosigkeit an der Unterbeschäftigung ist im Oktober um 1,6 Prozentpunkte auf 70,5 Prozent gesunken (Vorjahr: 72,1 Prozent).

Die Unterbeschäftigungsquote liegt im Berichtsmonat Oktober bei 13,4 Prozent (Vorjahr: 14,5 Prozent).

 

*1 "Personen im Kontext von Fluchtmigration" umfassen Ausländer mit einer Aufenthaltsgestattung, einer Aufenthaltserlaubnis Flucht und einer Duldung.
*2 Die Daten werden mit einer dreimonatigen Wartezeit ermittelt.