31.01.2019 | Presseinfo Nr. 8

Der Arbeitsmarkt in Dortmund im Januar 2019

Im Januar wurden 32.352 Menschen in Dortmund arbeitslos gezählt. Davon waren 7.537 Personen bei der Arbeitsagentur und 24.815 Menschen beim Jobcenter Dortmund gemeldet. Damit ist die Gesamtzahl der Arbeitslosen in der Stadt im Vergleich zum Vormonat um 1.639 Personen oder 5,3 Prozent gestiegen.

·Anstieg der Arbeitslosigkeit zum Jahresbeginn

·Arbeitslosenquote klettert auf 10,3 Prozent

·32.352 Arbeitslose in Dortmund 

·Arbeitskräftenachfrage gestiegen  

  „Die Arbeitslosigkeit hat zwar im Januar, wie es in den Wintermonaten üblich ist, zugenommen. Die gute Nachricht ist aber, dass sich die Arbeitslosigkeit im Vergleich zum Vorjahr verringert hat“, kommentiert Martina Würker, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Dortmund die aktuelle Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt. Gegenüber Dezember nahm die Zahl der arbeitslos gemeldeten Menschen um 1.639 Personen auf 32.352 Arbeitslose zu. Dennoch waren zum Jahresanfang 865 Menschen weniger arbeitslos als vor einem Jahr. 

Die jährlichen Höchststände der Arbeitslosigkeit fallen in der Regel in die Wintermonate Januar und Februar. Gründe hierfür sind saisonale Faktoren zum Jahresbeginn: das Auslaufen des Weihnachtsgeschäftes im Einzelhandel, der Kündigungstermin für Arbeitsverhältnisse zum Jahresende und das Ende vieler zweieinhalb- und dreieinhalb-jähriger Berufsausbildungen. „Eine Trendwende auf dem Arbeitsmarkt ist dennoch nicht in Sicht. Unternehmen suchen weiterhin qualifizierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Fachkräfte profitieren von der aktuellen Lage besonders. Damit mehr Menschen von der Nachfrage profitieren können, bieten wir verstärkt zielgerechte Qualifizierungen an. Denn desto besser die Qualifikation eines jeden Einzelnen ist, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit auf eine stabile Erwerbsbiografie“, ergänzt Würker.

Interessierte Unternehmen können sich vom Arbeitgeber-Service über Qualifizierungsmöglichkeiten für ihre Mitarbeiter/innen beraten lassen. Kontakt: Dortmund.Arbeitgeber@arbeitsagentur.de oder Tel. 0800 4 5555 20 (kostenlos).

Arbeitslosigkeit und Arbeitslosenquoten

Im Januar wurden 32.352 Menschen in Dortmund arbeitslos gezählt. Davon waren 7.537 Personen bei der Arbeitsagentur und 24.815 Menschen beim Jobcenter Dortmund gemeldet. Damit ist die Gesamtzahl der Arbeitslosen in der Stadt im Vergleich zum Vormonat um 1.639 Personen oder 5,3 Prozent gestiegen. Im Vorjahresvergleich liegt die Arbeitslosigkeit um 865 Personen oder 2,6 Prozent niedriger. Die Arbeitslosenquote für alle bei Agentur und Jobcenter gemeldeten Arbeitslosen steigt um 0,5 Prozentpunkte auf 10,3 Prozent. Im Vorjahr betrug die Quote 10,7 Prozent. Die spezifische Arbeitslosenquote für die Agentur liegt bei 2,4 Prozent und für das Jobcenter bei 7,9 Prozent.

Entwicklung nach Rechtskreisen

Im Bereich der Arbeitslosenversicherung (Agentur für Arbeit, Drittes Sozialgesetzbuch, SGBIII) ist die Arbeitslosigkeit um 13,6 Prozent oder 900 Personen auf insgesamt 7.537 Personen gestiegen. Im Vorjahr lag die Arbeitslosigkeit im Versicherungsbereich der Agentur für Arbeit bei 7.618 Personen.

Das Jobcenter Dortmund, das für die Betreuung der Arbeitslosen im Rechtskreis des Zweiten Sozialgesetzbuches (SGB II) zuständig ist, verzeichnet ebenfalls einen Anstieg der Arbeitslosigkeit. In der Zuständigkeit des Jobcenters waren im Januar 739 Menschen oder 3,1 Prozent mehr arbeitslos als im Monat zuvor. Im Vergleich zum Januar des Vorjahres sind es allerdings 784 Arbeitslose weniger. Damit sind im Januar insgesamt 24.815 Personen arbeitslos gemeldet.

„Zu Jahresbeginn ist die Zahl der der Arbeitslosen saisontypisch angestiegen. In der Zuständigkeit des Jobcenters wurden im Vergleich zum Vormonat 739 Menschen mehr ohne Beschäftigungsverhältnis betreut. Erkennbar bleibt dennoch die positive Gesamtentwicklung. Gegenüber dem Januar 2018 verzeichnen wir heute 784 Menschen weniger, die arbeitslos sind. Positiv hervorzuheben ist, dass wir weiterhin weniger Zugänge in die Arbeitslosigkeit zu verzeichnen haben. Im Vergleich zum Dezember 2018 waren es 327 Menschen weniger. Das bedeutet, die Dortmunderinnen und Dortmunder bleiben länger und nachhaltiger in sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnissen,“ kommentiert der Geschäftsführer des Jobcenters Dortmund, Frank Neukirchen-Füsers.

Jugendarbeitslosigkeit

Rechtskreisübergreifend ist die Jugendarbeitslosenquote im Vergleich zum Dezember um 0,8 Prozentpunkte auf 8,4 Prozent angestiegen. Im Januar waren damit 2.678 junge Menschen unter 25 Jahren arbeitslos gemeldet. Das ist ein Anstieg um 9,6 Prozent gegenüber dem Vormonat. Gegenüber dem Vorjahr ging die Zahl um 4,5 Prozent oder 126 Personen zurück.

Arbeitslosigkeit im Kontext von Fluchtmigration

Im Januar waren 2.853 Personen im Kontext von Fluchtmigration*1 arbeitslos gemeldet (Vormonat: 2.581), davon 2.075 Männer und 778 Frauen. Personen aus Syrien bilden hier mit 1.784 Meldungen die größte Gruppe. Es folgen 315 Personen aus dem Irak, 120 Personen aus Afghanistan und 95 Personen aus der Islamischen Republik Iran.

Geflüchtete Menschen stehen dem Arbeitsmarkt häufig aufgrund von notwendiger Förderung nicht unmittelbar zur Verfügung. Zur Einschätzung der statistischen Gesamtsituation ist es daher sinnvoll, die Unterbeschäftigung hinzuzuziehen. In der Unterbeschäftigung ist neben der Zahl der Arbeitslosen die Zahl der Personen enthalten, die zum Beispiel an Maßnahmen der Arbeitsmarktpolitik teilnehmen. Die Unterbeschäftigung von Personen im Kontext von Fluchtmigration belief sich im Oktober*2 auf 4.718. Das sind 64 Personen weniger als im Vormonat und 338 Personen oder 8 Prozent mehr als im Vorjahr.

Zu- und Abgänge

Arbeitslosigkeit ist kein fester Block, vielmehr gibt es auf dem Arbeitsmarkt durch die Zu- und Abgänge in bzw. aus Arbeitslosigkeit viel Bewegung. In der Stadt Dortmund wurden im Januar 6.838 Männer und Frauen erstmals oder erneut arbeitslos registriert. Das sind 306 Personen oder 4,7 Prozent mehr als im Vormonat. 2.397 Personen kamen davon aus einer Beschäftigung am 1. Arbeitsmarkt. Das sind 809 Personen mehr als im Vormonat.

5.212 Personen meldeten sich im Januar bei der Arbeitsagentur und dem Jobcenter aus der Arbeitslosigkeit ab (Vormonat: 6.637). 1.182 Menschen beendeten wegen der Aufnahme einer Beschäftigung am 1. Arbeitsmarkt ihre Arbeitslosigkeit. Das sind 216 Personen weniger als im Vormonat.

Arbeitskräftenachfrage

Im Januar ist die Nachfrage der Unternehmen nach Arbeitskräften gestiegen. Die Dortmunder Unternehmen und Verwaltungen meldeten im aktuellen Berichtsmonat 1.273 neue Stellen. Das sind 55 Stellen mehr als im Dezember und 64 Stellen weniger als im Vorjahresmonat. Der aktuelle Stellenbestand ist mit 6.627 offenen Stellen um 2,4 Prozent niedriger als im Vormonat. Neue Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen wurden im Januar insbesondere in der Logistik, im Bereich des Verkehrs und Sicherheit, im Bereich der Arbeitnehmerüberlassung sowie im Gesundheits- und Sozialwesen gesucht.

Unterbeschäftigung

Die Unterbeschäftigung fiel im aktuellen Berichtsmonat mit 44.064 Personen um 619 Personen oder 1,4 Prozent höher aus als im Dezember. Der Anteil der Arbeitslosigkeit an der Unterbeschäftigung ist im Januar um 2,7 Prozentpunkte auf 73,7 Prozent gestiegen (Vorjahr: 72,9 Prozent).

Die Unterbeschäftigungsquote ist im Berichtsmonat Januar um 0,2 Prozentpunkte auf 13,6 Prozent gestiegen (Vorjahr: 14,3 Prozent).

*1 "Personen im Kontext von Fluchtmigration" umfassen Ausländer mit einer Aufenthaltsgestattung, einer Aufenthaltserlaubnis Flucht und einer Duldung

*2 Die Daten werden mit einer dreimonatigen Wartezeit ermittelt.