30.04.2019 | Presseinfo Nr. 29

Der Arbeitsmarkt in Dortmund im April 2019

Die positive Entwicklung am Dortmunder Arbeitsmarkt hat sich im April fortgesetzt. Die Zahl der Arbeitslosen sank gegenüber dem März um 531 Personen oder 1,7 Prozent. „Besonders erfreulich: Im April konnte die Arbeitslosenquote zum ersten Mal in diesem Jahr die zehn-Prozent-Marke durchbrechen“, kommentiert Annabelle Brandes, Geschäftsführerin Operativ der Agentur für Arbeit Dortmund die aktuelle Entwicklung auf dem Dortmunder Arbeitsmarkt. Bereits im Oktober 2018 ist die Arbeitslosenquote unter die zehn Prozent-Marke gesunken und erreichte mit 9,8 Prozent den tiefsten Stand seit über 30 Jahren. Der Rückgang im April sei saisontypisch, erklärt Brandes: „Unter anderem haben die von der Frühjahrssaison abhängigen Berufsgruppen mit vielen Einstellungen den Arbeitsmarkt belebt“.

Vom aktuell robusten Arbeitsmarkt konnte im April auch die Jugendarbeitslosigkeit profitieren. Die Quote der unter 25-Jährigen ging um 0,2 auf 8,2 zurück. „Dortmund verzeichnet im April rund 100 junge, arbeitslose Menschen weniger als vor einem Jahr. Damit sind wir auf einem guten Weg, dürfen aber in unserem Engagement gegen die Jugendarbeitslosigkeit nicht nachlassen,“ so Brandes.

Arbeitslosigkeit und Arbeitslosenquoten

Im April wurden 31.035 Menschen in Dortmund arbeitslos gezählt. Davon waren 7.215 Personen bei der Arbeitsagentur und 23.820 Menschen beim Jobcenter Dortmund gemeldet. Damit ist die Gesamtzahl der Arbeitslosen in der Stadt im Vergleich zum Vormonat um 531 Personen oder 1,7 Prozent gesunken. Im Vorjahresvergleich liegt die Arbeitslosigkeit um 1.608 Personen oder 4,9 Prozent niedriger. Die Arbeitslosenquote für alle bei Agentur und Jobcenter gemeldeten Arbeitslosen sinkt um 0,2 Prozentpunkte auf 9,9 Prozent. Im Vorjahr betrug die Quote 10,6 Prozent. Die spezifische Arbeitslosenquote für die Agentur liegt bei 2,3 Prozent und für das Jobcenter bei 7,6 Prozent.

Entwicklung nach Rechtskreisen

Im Bereich der Arbeitslosenversicherung (Agentur für Arbeit, Drittes Sozialgesetzbuch, SGBIII) ist die Arbeitslosigkeit um 1,5 Prozent oder 110 Personen auf insgesamt 7.215 Personen gesunken. Im Vorjahr lag die Arbeitslosigkeit im Versicherungsbereich der Agentur für Arbeit bei 7.216 Personen.

Auch das Jobcenter Dortmund, das für die Betreuung der Arbeitslosen im Rechtskreis des Zweiten Sozialgesetzbuches (SGB II) zuständig ist, verzeichnet einen Rückgang der Arbeitslosigkeit.

„Wir freuen uns, dass mit 11.276 die niedrigste Zahl an langzeitarbeitslosen Menschen in Dortmund seit Bestehen des Jobcenters 2005 erreicht wurde. Unsere Kundinnen und Kunden profitieren zum einen von der hohen Nachfrage an Arbeitskräften, aber zum anderen auch von den seit 01.01.2019 bestehenden neuen Fördermöglichkeiten für Langzeitarbeitslose, über die neue sozialversicherungspflichtige Arbeitsstellen erschlossen werden konnten. Im Vergleich zum März 2019 verzeichnen wir 211 und im Vergleich zu April 2018 sogar 785 langzeitarbeitslose Menschen weniger. Insgesamt sind die Bedingungen für eine neue berufliche Perspektive gegenwärtig günstig. So nahm auch die Zahl der Arbeitslosen im SGB II auf 23.820 weiter ab. Im Vergleich zum Vormonat sind dies 421 Menschen weniger und 1.607 weniger als noch vor einem Jahr“, kommentiert der Geschäftsführer des Jobcenters Dortmund, Frank Neukirchen-Füsers.

Jugendarbeitslosigkeit

Rechtskreisübergreifend ist die Jugendarbeitslosenquote im Vergleich zum März um 0,2 Prozentpunkte auf 8,2 Prozent gesunken. Im April waren 2.626 junge Menschen unter 25 Jahren arbeitslos gemeldet. Das sind 83 Personen oder 3,1 Prozent weniger als im Vormonat. Gegenüber dem Vorjahr ging die Zahl um 3,5 Prozent oder 96 Personen zurück.

Arbeitslosigkeit im Kontext von Fluchtmigration

Im April waren 2.810 Personen im Kontext von Fluchtmigration*1 arbeitslos gemeldet (Vormonat: 2.926), davon 2.007 Männer und 803 Frauen. Personen aus Syrien bilden hier mit 1.759 Meldungen die größte Gruppe. Es folgen 311 Personen aus dem Irak, 124 Personen aus Afghanistan und 82 Personen aus der Islamischen Republik Iran.

Geflüchtete Menschen stehen dem Arbeitsmarkt häufig aufgrund von notwendiger Förderung nicht unmittelbar zur Verfügung. Zur Einschätzung der statistischen Gesamtsituation ist es daher sinnvoll, die Unterbeschäftigung hinzuzuziehen. In der Unterbeschäftigung ist neben der Zahl der Arbeitslosen die Zahl der Personen enthalten, die zum Beispiel an Maßnahmen der Arbeitsmarktpolitik teilnehmen. Die Unterbeschäftigung von Personen im Kontext von Fluchtmigration belief sich im Januar*2 auf 4.772. Das sind 62 Personen mehr als im Vormonat und 411 Personen oder 9,4 Prozent mehr als im Vorjahr.

Zu- und Abgänge

Arbeitslosigkeit ist kein fester Block, vielmehr gibt es auf dem Arbeitsmarkt durch die Zu- und Abgänge in bzw. aus Arbeitslosigkeit viel Bewegung. In der Stadt Dortmund wurden im April 6.412 Männer und Frauen erstmals oder erneut arbeitslos registriert. Das sind 93 Personen oder 1,4 Prozent weniger als im Vormonat. 1.696 Personen kamen davon aus einer Beschäftigung am 1. Arbeitsmarkt. Das sind 63 Personen mehr als im Vormonat und 132 Personen weniger als im Vorjahr.

6.940 Personen meldeten sich im April bei der Arbeitsagentur und dem Jobcenter aus der Arbeitslosigkeit ab (Vormonat: 6.996). 1.599 Menschen beendeten wegen der Aufnahme einer Beschäftigung am 1. Arbeitsmarkt ihre Arbeitslosigkeit. Das sind 83 Personen mehr als im Vormonat und 115 Personen mehr als im Vorjahr.

*1 "Personen im Kontext von Fluchtmigration" umfassen Ausländer mit einer Aufenthaltsgestattung, einer Aufenthaltserlaubnis Flucht und einer Duldung.

*2 Die Daten werden mit einer dreimonatigen Wartezeit ermittelt.

Arbeitskräftenachfrage

Im April ist die Nachfrage der Unternehmen nach Arbeitskräften zurückgegangen. Die Dortmunder Unternehmen und Verwaltungen meldeten im aktuellen Berichtsmonat 1.524 neue Stellen. Das sind 6,8 Prozent oder 111 Stellen weniger als im März und 265 Stellen weniger als im Vorjahresmonat. Der aktuelle Stellenbestand ist mit 6.679 offenen Stellen um 4,3 Prozent höher als im Vormonat. Neue Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen wurden im April insbesondere im Bereich des Handels, im Bereich Verkehr, Logistik, Schutz und Sicherheit, im Gesundheits- und Sozialwesen, sowie im Bereich der Arbeitnehmerüberlassung gesucht.

Unterbeschäftigung

Die Unterbeschäftigung fiel im aktuellen Berichtsmonat mit 44.092 Personen um 210 Personen oder 0,5 Prozent niedriger aus als im März. Der Anteil der Arbeitslosigkeit an der Unterbeschäftigung ist im April um 0,9 Prozentpunkte auf 70,4 Prozent gesunken (Vorjahr: 71,9 Prozent).

Die Unterbeschäftigungsquote bleibt im April mit 13,6 Prozent gegenüber dem Vormonat unverändert (Vorjahr: 14,2 Prozent).

Ausbildungsmarkt

Der Ausbildungsmarkt 2018/2019 ist in die zweite Halbzeit gestartet. Bis zum ersten großen Starttermin im August sind es noch rund drei Monate. Die Suche nach passenden Auszubildenden läuft bei vielen Unternehmen auf Hochtouren. Auch entscheiden sich zahlreiche Arbeitgeber in diesen Tagen kurzfristig, doch noch in die Ausbildung einzusteigen und einen Platz einzurichten.

Im April wurden dem Arbeitgeber-Service der Agentur für Arbeit Dortmund noch einmal 48 neue Ausbildungsstellen gemeldet. Die Zahl der gemeldeten betrieblichen Ausbildungsstellen liegt damit aktuell bei 3.311. Dies sind im Vorjahresvergleich 21 Stellen weniger. Seit Oktober 2018 meldeten sich 3.499 Jugendliche bei der Berufsberatung als Bewerber. Das sind 295 Jugendliche oder 5,5 Prozent weniger als im Vorjahr. Zum jetzigen Zeitpunkt sind davon noch 1.699 ohne Zusage. Weitere 517 haben sich schon eine Alternative gesucht, sind aber nach wie vor an Ausbildung interessiert.

Angebote gibt es unter anderem in folgenden Berufen:

Bankkaufmann/frau (60), Fachkraft Lagerlogistik (70), Verkäufer/in (72), Handelsfachwirt/in (72), Kaufmann/frau Einzelhandel (124), Kaufmann/frau für Büromanagement (117), Kaufmann/frau für Versicherungen und Finanzen (51), Friseur/in (49), Verwaltung (65), Fachinformatiker/in Systemintegration (62)

Ansprechpartner
für junge Erwachsene

Beratungsgespräch bei der Berufsberatung: Anmeldung telefonisch unter der kostenlosen Hotline-Nummer 0800 4 5555 00 oder online unter www.arbeitsagentur.de/beratungswunsch.

für Arbeitgeber

Meldung freier Ausbildungsstellen über 0800 4 5555 20 (kostenlos) bzw. per E-Mail an Dortmund.Arbeitgeber@arbeitsagentur.de.

Arbeitsmarktbericht April 2019 (PDF, )

Arbeitsmarktreport April 2019 (PDF, )