29.05.2019 | Presseinfo Nr. 39

Arbeitsmarktbericht Mai 2019

Im Mai ist die Arbeitslosigkeit in Dortmund leicht gestiegen. Gut 800 arbeitslose Frauen und Männer mehr als noch im April wurden gezählt, die Quote stieg um 0,2 Prozentpunkte auf 10,1 Prozent an. Zurückzuführen ist der Anstieg auf einen statistischen Effekt. In der Grundsicherung im Rechtkreis SGB II wurden die für die Erfassung der Arbeitslosigkeit relevanten Kundendateneinträge überprüft und fehlerhafte Einträge korrigiert. Um die Qualität der Daten dauerhaft zu verbessern, finden zukünftig diese Überprüfungen monatlich statt.

Der Arbeitsmarkt in Dortmund im Mai 2019
  • Arbeitsmarkt weiterhin stabil
  • Datennacherfassung sorgt für Anstieg in der Grundsicherung
  • Arbeitslosenquote: 10,1 Prozent (Vormonat: 9,9)
  • 31.684 Arbeitslose in Dortmund
  • Heiße Phase auf dem Ausbildungsmarkt

Im Mai ist die Arbeitslosigkeit in Dortmund leicht gestiegen. Gut 800 arbeitslose Frauen und Männer mehr als noch im April wurden gezählt, die Quote stieg um 0,2 Prozentpunkte auf 10,1 Prozent an. Zurückzuführen ist der Anstieg auf einen statistischen Effekt. In der Grundsicherung im Rechtkreis SGB II wurden die für die Erfassung der Arbeitslosigkeit relevanten Kundendateneinträge überprüft und fehlerhafte Einträge korrigiert. Um die Qualität der Daten dauerhaft zu verbessern, finden zukünftig diese Überprüfungen monatlich statt.

„Die Arbeitsmarktdaten sind durch die dargestellte Nacherhebung im Bereich der Grundsicherung verzerrt. Wichtig ist aber, dass trotz dieser Korrekturen der Dortmunder Arbeitsmarkt sich weiterhin stabil zeigt. Die saisonale Belebung ist auch im Mai spürbar. So sank im Bereich der Arbeitslosenversicherung die Arbeitslosigkeit saisontypisch um 1,4 Prozent. Insgesamt waren im Mai rund 217 Menschen weniger arbeitslos gemeldet als vor einem Jahr. Die Arbeitslosigkeit liegt damit auf dem niedrigsten Niveau eines Mais seit 10 Jahren“, sagt Annabelle Brandes, Geschäftsführerin Operativ der Agentur für Arbeit Dortmund.

„Dennoch“, so Brandes, „könnten sich in Dortmund erste Anzeichen einer bundesweit abnehmenden Konjunktur bemerkbar machen. Die Chancen in Dortmund, in Arbeit zu kommen, sind aber weiterhin sehr gut. Vielen lokalen Betrieben fehlt es an qualifiziertem Personal und geeigneten Nachwuchskräften – das sind gute Voraussetzungen für Arbeit- und Ausbildungssuchende. Auch unterstützt die Agentur für Arbeit die Weiterbildung und Qualifizierung von Beschäftigten. In einer sich schnell wandelnden Arbeitswelt kommt der beruflichen Weiterbildung eine immer wichtigere Bedeutung zu.“

Arbeitslosigkeit und Arbeitslosenquoten

Im Mai wurden 31.684 Menschen in Dortmund arbeitslos gezählt. Davon waren 7.117 Personen bei der Arbeitsagentur und 24.747 Menschen beim Jobcenter Dortmund gemeldet. Damit ist die Gesamtzahl der Arbeitslosen in der Stadt im Vergleich zum Vormonat um 829 Personen oder 2,7 Prozent gestiegen. Im Vorjahresvergleich liegt die Arbeitslosigkeit um 217 Personen oder 0,7 Prozent niedriger. Die Arbeitslosenquote für alle bei Agentur und Jobcenter gemeldeten Arbeitslosen steigt um 0,2 Prozentpunkte auf 10,1 Prozent. Im Vorjahr betrug die Quote 10,2 Prozent. Die spezifische Arbeitslosenquote für die Agentur liegt bei 2,3 Prozent und für das Jobcenter bei 7,8 Prozent.

Entwicklung nach Rechtskreisen

Im Bereich der Arbeitslosenversicherung (Agentur für Arbeit, Drittes Sozialgesetzbuch, SGBIII) ist die Arbeitslosigkeit um 1,4 Prozent oder 98 Personen auf insgesamt 7.117 Personen gesunken. Den größten Anteil daran hat die Personengruppe der Unter-25-Jährigen. 50 Jugendliche weniger als im Vormonat sind im Mai arbeitslos gemeldet Im Vorjahr lag die Arbeitslosigkeit im Versicherungsbereich der Agentur für Arbeit bei 7.312 Personen.

Das Jobcenter Dortmund, das für die Betreuung der Arbeitslosen im Rechtskreis des Zweiten Sozialgesetzbuches (SGB II) zuständig ist, verzeichnet einen Anstieg der Arbeitslosigkeit.

„Im Monat Mai fällt die Zahl der Arbeitslosen in der Zuständigkeit des Jobcenters mit 927 Personen mehr, deutlich höher aus, als für einen Mai bei guter Konjunktur- und Arbeitsmarktlage zu erwarten gewesen wäre. Der Bundesrechnungshof hat bundesweit die korrekte Erfassung des ‚Arbeitslosen- bzw. Arbeitsuchendenstatus' überprüft und festgestellt, dass diese in bestimmten Fallkonstellationen nicht selten fehlerhaft sind. Die meisten Daten werden persönlich erfasst und händisch eingegeben. Der Großteil der Veränderungen des Status erfolgt dann automatisch.

Als diese Fehlerquelle bundesweit im März 2019 bekannt wurde, haben wir unmittelbar für Klarheit und Transparenz gesorgt und mit der Überprüfung dieser Fallkonstellationen begonnen. Dies hat sich im Mai 2019 nun erhöhend auf die Zahl der Arbeitslosen ausgewirkt“, kommentiert der Geschäftsführer des Jobcenters Dortmund, Frank Neukirchen-Füsers.

Die Problematik besteht darin, dass in einem komplexen System schwierige Sachverhalte abgebildet werden müssen. Bei der Statusüberprüfung handelt es sich um einen einmaligen Vorgang, der statistische Verschiebungen, aber keinerlei Nachteile für Kundinnen und Kunden des Jobcenters mit sich bringt. Rund 1.400 Datensätze wurden bereinigt, und etwa 280 weitere Überprüfungen veranlasst. Bundesweit bestehen die selben Schwierigkeiten. Nordrhein-Westfalen steht hinsichtlich der statistischen Auswirkungen im Bundesvergleich im Mittelfeld.  Zwei neue Updates laufen fortan monatlich über die Daten und sollen Korrekturbedarfe sofort erkennen lassen.

Eine exakte Einschätzung der Entwicklung der Arbeitslosenzahlen im Mai 2019 ist aufgrund der vorgenannten Datenüberprüfung nicht möglich. Bei Betrachtung der positiven Gesamtentwicklung, der Mai-Werte zwischen 2015 und 2018 mit einem durchschnittlichen Rückgang um 345 Arbeitslose, einem Rückgang um 28 erwerbsfähige Leistungsberechtigte in Mai 2019 sowie einer weiterhin rückläufigen Bezugsdauer beim Arbeitslosengeld II, schätzt das Jobcenter die Gesamtentwicklung für diesen Monat grundsätzlich stabil ein.

Jugendarbeitslosigkeit

Rechtskreisübergreifend ist die Jugendarbeitslosenquote im Vergleich zum April um 0,1 Prozentpunkte auf 8,3 Prozent gestiegen. Im Mai waren 2.706 junge Menschen unter 25 Jahren arbeitslos gemeldet. Das sind 80 Personen oder 3,0 Prozent mehr als im Vormonat und 3,5 Prozent oder 92 Personen mehr als im Vorjahr.

Arbeitslosigkeit im Kontext von Fluchtmigration

Im Mai waren 2.962 Personen im Kontext von Fluchtmigration*1 arbeitslos gemeldet (Vormonat: 2.810), davon 2.091 Männer und 871 Frauen. Personen aus Syrien bilden hier mit 1.884 Meldungen die größte Gruppe. Es folgen 329 Personen aus dem Irak, 135 Personen aus Afghanistan und 92 Personen aus der Islamischen Republik Iran.

Geflüchtete Menschen stehen dem Arbeitsmarkt häufig aufgrund von notwendiger Förderung nicht unmittelbar zur Verfügung. Zur Einschätzung der statistischen Gesamtsituation ist es daher sinnvoll, die Unterbeschäftigung hinzuzuziehen. In der Unterbeschäftigung ist neben der Zahl der Arbeitslosen die Zahl der Personen enthalten, die zum Beispiel an Maßnahmen der Arbeitsmarktpolitik teilnehmen. Die Unterbeschäftigung von Personen im Kontext von Fluchtmigration belief sich im Februar*2 auf 4.761. Das sind 11 Personen weniger als im Vormonat und 260 Personen oder 5,8 Prozent mehr als im Vorjahr.

Zu- und Abgänge

Arbeitslosigkeit ist kein fester Block, vielmehr gibt es auf dem Arbeitsmarkt durch die Zu- und Abgänge in bzw. aus Arbeitslosigkeit viel Bewegung. In der Stadt Dortmund wurden im Mai 6.891 Männer und Frauen erstmals oder erneut arbeitslos registriert. Das sind 479 Personen oder 7,5 Prozent mehr als im Vormonat. 1.650 Personen kamen davon aus einer Beschäftigung am 1. Arbeitsmarkt. Das sind 46 Personen weniger als im Vormonat und 143 Personen mehr als im Vorjahr.

6.096 Personen meldeten sich im Mai bei der Arbeitsagentur und dem Jobcenter aus der Arbeitslosigkeit ab (Vormonat: 6.940). 1.405 Menschen beendeten wegen der Aufnahme einer Beschäftigung am 1. Arbeitsmarkt ihre Arbeitslosigkeit. Das sind 194 Personen weniger als im Vormonat und 140 Personen weniger als im Vorjahr.

Arbeitskräftenachfrage

Im Mai ist die Nachfrage der Unternehmen nach Arbeitskräften zurückgegangen. Die Dortmunder Unternehmen und Verwaltungen meldeten im aktuellen Berichtsmonat 1.158 neue Stellen. Das sind 366 Stellen weniger als im April und 874 weniger als im Vorjahr. Der aktuelle Stellenbestand ist mit 6.654 offenen Stellen um 0,4 Prozent niedriger als im Vormonat. Neue Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen wurden im Mai insbesondere im Bereich des Handels, im Gastgewerbe, im Bereich Verkehr und Lagerei, im Gesundheits- und Sozialwesen, sowie im Bereich der Arbeitnehmerüberlassung gesucht.

Unterbeschäftigung

Die Unterbeschäftigung fiel im aktuellen Berichtsmonat mit 44.784 Personen um 866 Personen oder 2,0 Prozent höher aus als im Mai. Der Anteil der Arbeitslosigkeit an der Unterbeschäftigung ist im Mai um 0,5 Prozentpunkte auf 71,2 Prozent gestiegen (Vorjahr: 71,3 Prozent).

Die Unterbeschäftigungsquote steigt im Mai um 0,2 Prozent auf 13,7 Prozent gegenüber dem Vormonat an (Vorjahr: 13,9 Prozent).

*1 "Personen im Kontext von Fluchtmigration" umfassen Ausländer mit einer Aufenthaltsgestattung, einer Aufenthaltserlaubnis Flucht und einer Duldung.

*2 Die Daten werden mit einer dreimonatigen Wartezeit ermittelt.

Ausbildungsmarkt

In zwei Monaten, zum 1. August 2019, startet die erste große Welle in Ausbildung. Jugendliche, die noch in diesem Sommer eine Ausbildung beginnen möchten, und Arbeitgeber, die noch keine Nachwuchskraft gefunden haben, befinden sich in der heißen Phase. Sie suchen nun intensiv und nehmen dabei auch die Unterstützung der Agentur für Arbeit Dortmund in Anspruch. Im Mai wurden dem Arbeitgeber-Service der Agentur für Arbeit Dortmund noch einmal 249 neue Ausbildungsstellen gemeldet. Die Zahl der gemeldeten betrieblichen Ausbildungsstellen liegt damit aktuell bei 3.311. Dies sind im Vorjahresvergleich 21 Stellen weniger.

Seit Oktober 2018 meldeten sich 3.643 Jugendliche bei der Berufsberatung als Bewerber. Das sind 233 Jugendliche oder 6,0 Prozent weniger als im Vorjahr. Zum jetzigen Zeitpunkt sind davon noch 1.583 ohne Zusage. Weitere 532 haben sich schon eine Alternative gesucht, sind aber nach wie vor an Ausbildung interessiert.

Angebote gibt es unter anderem in folgenden Berufen:

Altenpfleger/in (37), Elektroniker/in Betriebstechnik (39), Fachkraft Lagerlogistik (50), Fachkraft Schutz und Sicherheit (61), Fachverkäufer/in Lebensmittelhandwerk (47), Friseur/in (49), Handelsfachwirt/in (41), Kaufmann/frau Einzelhandel (104), Kaufmann/frau für Büromanagement (65), Kaufmann/frau  für Versicherungen und Finanzen (54), medizinische Fachangestellte (31),  Verkäufer/in (122), Zahnmedizinische/r Fachangestellte/r (38).

Ansprechpartner
  • für junge Erwachsene
  • Beratungsgespräch bei der Berufsberatung: Anmeldung telefonisch unter der kostenlosen Hotline-Nummer 0800 4 5555 00 oder online unter www.arbeitsagentur.de/beratungswunsch.
  • für Arbeitgeber
  • Meldung freier Ausbildungsstellen über 0800 4 5555 20 (kostenlos) bzw. per E-Mail an Dortmund.Arbeitgeber@arbeitsagentur.de.

Arbeitsmarktbericht Mai 2019 (PDF, )

Arbeitsmarktreport Mai 2019 (PDF, )