31.07.2019 | Presseinfo Nr. 51

Arbeitsmarktbericht Juli 2019

Leichter Anstieg der Arbeitslosigkeit in der Sommerpause

Arbeitslosenquote unverändert auf 10,1 Prozent

32.039 Arbeitslose in Dortmund

Ausbildungsmarkt bietet noch Stellen

Das Sommerloch am Dortmunder Arbeitsmarkt zeigt sich in diesem Jahr eher gering. Mit 32.039 Personen waren 197 Personen mehr arbeitslos gemeldet als im Vormonat. Die Arbeitslosenquote bleibt damit unverändert bei 10,1. „Diese Entwicklung des Arbeitsmarkts in den heißen Monaten ist saisontypisch,“ so Annabelle Brandes, Geschäftsführerin Operativ der Agentur für Arbeit Dortmund. „Viele jungen Menschen haben die Schule beendet oder ihre Berufsausbildung abgeschlossen. Nicht immer geht es nahtlos weiter. Entsprechend ist insbesondere bei Jugendarbeitslosigkeit ein Anstieg zu verzeichnen“, so Brandes. In der Altersgruppe der unter 25-Jährigen waren im Juli 2.881 Personen arbeitslos gemeldet. Das sind 219 mehr Personen als im Vormonat. „Jetzt geht es darum, dass viele der jungen Berufsanfänger zeitnah eine neue Stelle finden. Ich bin aber zuversichtlich, die Voraussetzungen für junge Fachkräfte und für die, die es werden wollen, stehen gut.“

Kontakt zum Arbeitnehmer-Service:

Beratungsgespräch bei der Berufsberatung: Anmeldung telefonisch unter der kostenlosen Hotline-Nummer 0800 4 5555 00 oder online unter www.arbeitsagentur.de/beratungswunsch.

Kontakt zum Arbeitgeberservice:

Meldung freier Ausbildungsstellen über 0800 4 5555 20 (kostenlos) bzw. per E-Mail an Dortmund.Arbeitgeber@arbeitsagentur.de.

Arbeitslosigkeit und Arbeitslosenquoten

Im Juli wurden 32.039 Menschen in Dortmund arbeitslos gezählt. Davon waren 7.327 Personen bei der Arbeitsagentur und 24.712 Menschen beim Jobcenter Dortmund gemeldet. Damit ist die Gesamtzahl der Arbeitslosen in der Stadt im Vergleich zum Vormonat um 197 Personen oder 0,6 Prozent gestiegen. Im Vorjahresvergleich liegt die Arbeitslosigkeit um 58 Personen oder 0,2 Prozent niedriger. Die Arbeitslosenquote für alle bei Agentur und Jobcenter gemeldeten Arbeitslosen bleibt unverändert auf 10,1 Prozent. Im Vorjahr betrug die Quote ebenfalls 10,1 Prozent. Die spezifische Arbeitslosenquote für die Agentur liegt bei 2,3 Prozent und für das Jobcenter bei 7,8 Prozent.

Entwicklung nach Rechtskreisen

Im Bereich der Arbeitslosenversicherung (Agentur für Arbeit, Drittes Sozialgesetzbuch, SGBIII) ist die Arbeitslosigkeit um 2,7 Prozent oder 194 Personen auf insgesamt 7.327 Personen gestiegen. Im Vorjahr lag die Arbeitslosigkeit im Versicherungsbereich der Agentur für Arbeit bei 7.426 Personen.

Das Jobcenter Dortmund, das für die Betreuung der Arbeitslosen im Rechtskreis des Zweiten Sozialgesetzbuches (SGB II) zuständig ist, verzeichnet einen minimalen Rückgang der Arbeitslosigkeit. „Die Anzahl der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnisse wächst weiterhin. Die Nachfrage am Arbeitsmarkt zeigt sich stabil, wenngleich die Entwicklung der Arbeitslosenzahl im Juli 2019 in der Zuständigkeit des Jobcenters mit drei arbeitslosen Personen mehr über den Monatswechsel zu stagnieren scheint. Erfreulich und deutlich ist jedoch zugleich, dass die Zahl der Langzeitarbeitslosen um weitere 55 Personen auf 11.272 gesunken ist. Dies ist der niedrigste Wert seit Bestehen des Jobcenters. Die Erfolge des zu Jahresbeginn geschaffenen Teilhabechancengesetzes, über attraktive Förderungen und begleitende Coachings langzeitarbeitslose Menschen wieder in Beschäftigungsverhältnisse zu bringen, werden hier sichtbar. Bisher konnten bereits 510 Förderfälle realisiert werden. Bis zum Jahresende wollen wir weitere 240 Förderungen auf den Weg bringen“, kommentiert der Geschäftsführer des Jobcenters Dortmund, Frank Neukirchen-Füsers.

Jugendarbeitslosigkeit

Rechtskreisübergreifend ist die Jugendarbeitslosenquote im Vergleich zum Juni um 0,7 Prozentpunkte auf 8,9 Prozent gestiegen. Im Juli waren 2.881 junge Menschen unter 25 Jahren arbeitslos gemeldet. Das sind 219 Personen oder 8,2 Prozent mehr als im Vormonat und 0,9 Prozent oder 26 Personen weniger als im Vorjahr.

Arbeitslosigkeit im Kontext von Fluchtmigration

Im Juli waren 2.997 Personen im Kontext von Fluchtmigration*1 arbeitslos gemeldet (Vormonat: 2.972), davon 2.067 Männer und 930 Frauen. Personen aus Syrien bilden hier mit 1.886 Meldungen die größte Gruppe. Es folgen 314 Personen aus dem Irak, 149 Personen aus Afghanistan und 97 Personen aus der Islamischen Republik Iran.

Geflüchtete Menschen stehen dem Arbeitsmarkt häufig aufgrund von notwendiger Förderung nicht unmittelbar zur Verfügung. Zur Einschätzung der statistischen Gesamtsituation ist es daher sinnvoll, die Unterbeschäftigung hinzuzuziehen. In der Unterbeschäftigung ist neben der Zahl der Arbeitslosen die Zahl der Personen enthalten, die zum Beispiel an Maßnahmen der Arbeitsmarktpolitik teilnehmen. Die Unterbeschäftigung von Personen im Kontext von Fluchtmigration belief sich im April*2 auf 4.807. Das sind 64 Personen weniger als im Vormonat und 258 Personen oder 5,7 Prozent mehr als im Vorjahr.

Zu- und Abgänge

Arbeitslosigkeit ist kein fester Block, vielmehr gibt es auf dem Arbeitsmarkt durch die Zu- und Abgänge in bzw. aus Arbeitslosigkeit viel Bewegung. In der Stadt Dortmund wurden im Juli 6.060 Männer und Frauen erstmals oder erneut arbeitslos registriert. Das sind 275 Personen oder 4,3 Prozent weniger als im Vormonat. 1.520 Personen kamen davon aus einer Beschäftigung am 1. Arbeitsmarkt. Das sind 62 Personen weniger als im Vormonat und 113 Personen mehr als im Vorjahr. 5.901 meldeten sich im Juli bei der Arbeitsagentur und dem Jobcenter aus der Arbeitslosigkeit ab (Vormonat: 5.371). 1.316 Menschen beendeten wegen der Aufnahme einer Beschäftigung am 1. Arbeitsmarkt ihre Arbeitslosigkeit. Das sind 20 Personen weniger als im Vormonat und 186 Personen weniger als im Vorjahr.

Arbeitskräftenachfrage

Im Juli ist die Nachfrage der Unternehmen nach Arbeitskräften gestiegen. Die Dortmunder Unternehmen und Verwaltungen meldeten im aktuellen Berichtsmonat 1.434 neue Stellen. Das sind 76 Stellen mehr als im Juni, allerdings 477 weniger als im Vorjahr. Der aktuelle Stellenbestand ist mit 6.407 offenen Stellen um 0,8 Prozent höher als im Vormonat. Neue Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen wurden im Juni insbesondere im Bereich des Handels, im Bereich „Verkehr, Logistik, Schutz und Sicherheit“, im Gesundheits- und Sozialwesen, sowie in der Rohstoffgewinnung/ Produktion und Fertigung gesucht.

Unterbeschäftigung

Die Unterbeschäftigung fiel im aktuellen Berichtsmonat mit 44.637 Personen um 22 Personen höher aus als im Juli. Der Anteil der Arbeitslosigkeit an der Unterbeschäftigung ist im Juli um 0,4 Prozentpunkte auf 71,8 Prozent gestiegen (Vorjahr: 71,9 Prozent). Die Unterbeschäftigungsquote bleibt im Juli mit 13,7 Prozent unverändert gegenüber dem Vormonat (Vorjahr: 13,8 Prozent).

*1 "Personen im Kontext von Fluchtmigration" umfassen Ausländer mit einer Aufenthaltsgestattung, einer Aufenthaltserlaubnis Flucht und einer Duldung.

*2 Die Daten werden mit einer dreimonatigen Wartezeit ermittelt.

 

Ausbildungsmarkt

Am 1. August 2019, startet die erste große Welle in Ausbildung. Jugendliche, die noch in diesem Sommer eine Ausbildung beginnen möchten, und Arbeitgeber, die noch keine Nachwuchskraft gefunden haben, befinden sich in der heißen Phase. Im Juli wurden dem Arbeitgeber-Service der Agentur für Arbeit Dortmund noch einmal 17 neue Ausbildungsstellen gemeldet. Die Zahl der gemeldeten betrieblichen Ausbildungsstellen liegt aktuell bei 3.769. Dies sind im Vorjahresvergleich 21 Stellen mehr.

Seit Oktober 2018 meldeten sich 4.003 Jugendliche bei der Berufsberatung als Bewerber. Das sind 261 Jugendliche oder 6,1 Prozent weniger als im Vorjahr. Zum jetzigen Zeitpunkt sind davon noch 1.141 ohne Zusage. Weitere 602 haben sich schon eine Alternative gesucht, sind aber nach wie vor an Ausbildung interessiert.

Angebote gibt es unter anderem in folgenden Berufen:

Fachkraft Schutz und Sicherheit (46), Fachverkäufer/in Lebensmittelhandwerk Bäckerei (39), Friseur/in (50), Handelsfachwirt/in (65), Kaufmann/frau Einzelhandel (111), Kaufmann/frau für Büromanagement (73), medizinische Fachangestellte (41), Verkäufer/in (86), Zahnmedizinische/r Fachangestellte/r (39).

Ansprechpartner

für junge Erwachsene

Beratungsgespräch bei der Berufsberatung: Anmeldung telefonisch unter der kostenlosen Hotline-Nummer 0800 4 5555 00 oder online unter www.arbeitsagentur.de/beratungswunsch.

für Arbeitgeber

Meldung freier Ausbildungsstellen über 0800 4 5555 20 (kostenlos) bzw. per E-Mail an Dortmund.Arbeitgeber@arbeitsagentur.de.